Zahlreiche Gegenstände des damaligen Alltags entdeckt

Brixen: Archäologischer Fund

Sonntag, 04. Juli 2021 | 10:07 Uhr

Brixen – Zwei antike Häuser des rätischen Volkes aus dem 4. Jh. v. Chr. sind entlang der Elvasstraße in Brixen bei Arbeiten für neue Garagen zu Tage gekommen. Die Forschungen werden nun vom Amt für Bodendenkmäle geleitet und von der Coop Tiefgarage Stufels finanziert, so berichtet Alto Adige online.

“Im Laufe der Jahre”, erklärt Matthias Weger, Inspektor des Amtes für Bodendenkmalpflege, “wurden in dem Gebiet Dutzende von rätischen Häusern, mit Fuhrwerken befahrbare Straßen und ein die Siedlung umgebender Wall dokumentiert. Im heutigen Stufels breitete sich in der zweiten Eisenzeit eine ausgedehnte Siedlung als Hauptstadt des Tales aus.”

Eine unerwartete Überraschung war die Entdeckung eines großen Bauwerks aus dieser Phase der rätischen Siedlung, dessen Bestandteile nur zum Teil sichtbar gemacht werden konnten, zumal ein weiterer großer Abschnitt sich unterhalb der Elvasstraße erstreckt, wo eine Ausgrabung nicht durchführbar ist. Das Ausmaß der Einstürze deutet darauf hin, dass die Struktur hohe und massive Wände gehabt haben muss.

“Man könnte spekulieren,” so Weger, “dass es ein öffentliches Bauwerk war. Im Inneren, auf einer Art Zwischengeschoss aus Erde und Steinen, wurden Feuer entzündet. Nach einem verheerenden Brand, der die gesamte Siedlung zerstörte, vielleicht durch das Eindringen keltischer Völker, wurden die Häuser zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v. Chr. wieder aufgebaut und neu bewohnt. Unter den geborgenen Funden befinden sich Messer, Sicheln, eine Speerspitze, Webstuhlgewichte und Fragmente von Vasen, die Auskunft über das tägliche Leben dieser fernen Vorfahren geben”.

Die Ausgrabungen werden noch etwa zehn Tage dauern, dann wird die archäologische Dokumentation eingesammelt und die Arbeiten an der Tiefgarage werden fortgesetzt.

Von: lup

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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10 Kommentare auf "Brixen: Archäologischer Fund"


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Staenkerer
1 Monat 1 Tag

a sehr interesanter, glücklicher fund für de Geschichte unseres Landes und unserer Herkunft ober a teures pech fürn bauherrn!

info
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Superredner
1 Monat 1 Tag

Da hier in eine bekanntermaßen archäologisch relevante Zone hineingebaut wird, kann man nicht von Pech sprechen, sondern von kalkulierten Kosten.
Über Glück und Pech diskutieren kann man auch bezüglich der “Restaurierung” des Gebäudes im Hintergrund.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Und dann wird gnadenlos alles vernichtet, wie die daneben im Bau befindliche grausliche Betonklötze. Überhaupt wird der ganze Elvas Hügel der wildesten Bauspekulation geopfert. Der Bürgermeister lässt allen Immobilienhaien Tür und Tor offen. Schande!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Der Bau muss für längere Zeit eingestellt werden. Es muss weitergegraben werden, bis alles gefunden ist. Wer weiss, welche Geheimnisse zutage treten. Das sind unbezahlbare Schätze der Vergangenheit, die es wert sind, geborgen zu werdrn.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 1 Tag

Räter und Kelten – sehr interessant, von diesen Vorfahren ist sicher noch vieles unentdeckt.

raetia
raetia
Tratscher
1 Monat 22 h

Ja, kannst du laut sagen…

halihalo
halihalo
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

leider wird auch hier in unmittelbarer Nähe zum historischen Zentrum von Brixen bald eine neue Betonsiedlung stehen

wienerschnitzel
wienerschnitzel
Grünschnabel
1 Monat 22 h

Wenn nichts neues gebaut wird, gibt es keinen neuen Wohnraum und die Preise für Familien steigen noch weiter…

Neuling
1 Monat 1 Tag

Do terfet amol gor nix mehr gebaut werden…wia so oft ohne Rücksicht auf Verluste…im Beton ersticken…oft wars net notwendig…money makes the world go round…schrecklich

wienerschnitzel
wienerschnitzel
Grünschnabel
1 Monat 22 h

Oder der Wohnbedarf der Leute muss gedeckt werden.

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