Von: mk
Brixen – Mit einem eindringlichen Appell zu Verantwortung und christlichem Engagement hat die Katholische Männerbewegung Südtirol (kmb) bei ihrer heurigen Frühjahrstagung am 7. März in der Cusanus-Akademie in Brixen Impulse für Kirche und Gesellschaft gesetzt. Im Mittelpunkt stand das Referat von Joachim Kerer zum Thema „Christlich handeln mit Herz und Hirn“. Der Brixner Unternehmer und Vater von vier Kindern sprach über Verantwortung in Ehrenamt, Wirtschaft und Familie. Joachim Kerer führt beruflich mit zwei Partnern einen IT-Dienstleistungsbetrieb und engagiert sich darüber hinaus in zahlreichen Organisationen, darunter bei der Kolpingfamilie Brixen, bei der Sozialgenossenschaft Renovas, im Sozialunternehmen Guggenberg, beim Altstadtkomitee Brixen sowie im Verwaltungsrat der Sozialgenossenschaft Mensa Brixen. In ruhigen Zeiten sind es 15 ehrenamtliche Stunden pro Woche, in intensiven über 30.
Joachim Kerers Leitgedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Vormittag: Christliches Engagement braucht Begeisterung und zugleich Klarheit im Denken und Handeln. Wer Verantwortung übernehme, müsse bereit sein, Entscheidungen zu treffen und auch schwierige Phasen durchzutragen, sagte der engagierte fast 50-Jährige aus Brixen. Er wandte sich an die Anwesenden, um sie zu ermutigen, sich auf drei Schritte einzulassen: auf das Wahrnehmen, Fühlen und Spüren des Herzens; auf das Erkennen, Abwägen und Entscheiden des Hirns und auf das Aktivwerden, das Handeln – egal ob als Einzelner oder organisiert in einer Gemeinschaft oder einem Verein. Jeder habe ein Talent und nach Adolph Kolping ist Kerer überzeugt: „Nicht das Wort ziert den Mann und die Frau, sondern die Tat.“ Dementsprechend betonte Kerer auch den Wert des Engagements und der Arbeit, die nicht vorrangig unter ökonomischen Gesichtspunkt bewertet werden sollte, sondern von der Sinnstiftung her. Er sei ein hoffnungsloser Optimist, beschrieb er sich, und engagiere sich aus Überzeugung und Freude am Gestalten. Kraft schöpft er aus seiner Familie, mit der er bewusst fixe Zeiten im Alltag pflegt.
Edl Huber aus Nals, Diözesanvorsitzender der Katholischen Männerbewegung Südtirol, unterstrich die Bedeutung solcher Vorbilder. „Wir brauchen Männer, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihren Glauben konkret werden zu lassen”, sagte er. Die Frühjahrstagung zeige, dass viele diesen Weg mitgehen wollen, betonte Edl Huber. Rund 50 Menschen aus dem ganzen Land wohnten der Frühjahrstagung bei. Die kmb schafft Räume, in denen Männer sich austauschen, gegenseitig stärken und gemeinsam wachsen können.
Zuvor hatte Ilse Pristinger in einer bewegenden Wortgottesfeier mit einer ansprechenden Auslegung des Gleichnisses vom Schatz im Acker die Männer auf das Tagesthema eingestimmt. Die Freude am Glauben zog sich wie ein roter Faden durch die liturgische Feier.
Grußworte sprachen Sonja Reinstadler (Katholisches Forum), Maria Fink Gasser (Katholische Frauenbewegung), Amtsleiterin Johanna Brunner (Diözese Bozen-Brixen) sowie Heiner Nicolussi-Leck für die Pilgergemeinschaft Südtirol, Guido Osthoff (Caritas Männerberatung) und Wolfgang Förg-Rob (kmb Tirol).
Zum Fixpunkt der Vollversammlung gehörten wieder die Genehmigung von Rechenschaftsbericht, Bilanz 2025 und Jahresprogramm 2026 sowie die Berichte des Diözesanvorstandes und der Bezirke. Werner Hunglinger präsentierte den neuen Internet-Auftritt der Männerbewegung unter: www.kmb.it.
Hannes Rechenmacher, pädagogischer Mitarbeiter der Katholischen Männerbewegung, verwies auf die vielfältigen Angebote im Jahresprogramm. „Mit Wallfahrten, Exerzitien, Weiterbildungen und Diskussionsformaten schaffen wir Möglichkeiten, damit Männer ihren Glauben vertiefen und Gemeinschaft erleben können“, erklärte er. Gerade der Austausch auf Augenhöhe sei für viele Teilnehmer ein entscheidender Mehrwert.
Nachmittags fanden verschiedene Workshops statt: zum Hauptthema (Joachim Kerer), ein spiritueller Impuls (Geistlicher Assistent Georg Oberrauch), zum Thema Werte in unserer Gesellschaft (Vorsitzender Edl Huber) und der Club der Zuversicht (hannes Rechenmacher). Die Frühjahrstagung schloss mit der Vorstellung und Genehmigung der neuen Satzung. Mit einem gestalteten Segenselement des Geistlichen Assistenten Georg Oberrauch endete die lebendige Zusammenkunft gegen 16.00 Uhr.




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