Von: apa
Das österreichische Filmfestival Diagonale 2026 eröffnet am 18. März in der Grazer Helmut List-Halle mit “Rose” von Markus Schleinzer, in Anwesenheit des Filmemachers und als Österreich-Premiere. Der Große Diagonale-Schauspielpreis geht an Hilde Dalik. Ein Teil der Festivalschiene Position widmet sich der Filmemacherin und Performerin Billy Roisz. Eines der zwei filmhistorischen Specials thematisiert “Neue Unsicherheiten – Österreichischer Dokumentarfilm in den 90er-Jahren”.
Markus Schleinzer, Jahrgang 1971, und Teile des Filmteams werden bei der Eröffnung der 29. Ausgabe des Festivals in Graz am ersten der sechs Festivaltage anwesend sein. Schon an diesem Wochenende hat der Film seinen großen Auftritt bei der Berlinale, bei der er auch im Rennen um einen Goldenen Bären ist. Die titelgebende Rose (Sandra Hüller) spielt einen Soldaten im Dreißigjährigen Krieg, der in einer Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen versucht und dabei sein Geschlecht verbirgt – “eine außerordentliche Präsenz in diesem zwischen Fiktion und historischer Genauigkeit changierenden Frauenporträt”, wie es laut Diagonale über den 94 Minuten in Schwarz-Weiß gehaltenen Streifen des Schauspielers, Casters und Regisseurs Schleinzer hieß, der mit Alexander Brom auch das Buch verfasste. “Aufwühlend, nachhaltig beschäftigend”, urteilte die Festivalleitung aus Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh, die heuer ihre dritte Diagonale verantworten.
Preis für “fixen Bestandteil” des Austro-Films
Eine Institution des österreichischen Films erhält heuer den Großen Diagonale Schauspielpreis: die Wienerin Hilde Dalik (geb. 1978). Dalik war in so unterschiedlichen Film- und TV-Produktionen wie Michael Glawoggers “Contact High”, in einigen Landkrimis, in der Paulus Manker-Theaterproduktion “Alma – a Show Biz ans Ende”, “Vorstadtweiber” oder “Perla” von Alexandra Makarová zu sehen, der voriges Jahr im Diagonale-Wettbewerb lief. Der “fixe Bestandteil des österreichischen Films” Dalik entfalte auf der Bühne wie im Film eine außergewöhnliche Kraft, weshalb die fünfköpfige Jury sie einstimmig für den Großen Schauspielpreis nominierte.
Kamalzadeh und Slanar betonten, dass die Diagonale “gegen starre Zuschreibungen und einseitige Analysen weiterhin auf kritischen Geist und geschärfte Sinne” setze, “um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen”. Neben dem Filmwettbewerb als Herzstück des Festivals bietet die Festivalschiene Position den umfassenden Blick auf herausragende Filmemacherinnen und Filmemachern im Rahmen von Werkschauen. Eine davon ist der Wiener Filmemacherin, Musikerin und Performerin Billy Roisz gewidmet.
Werkschau über Billy Roisz plus Performance
Roisz’ Filme erkenne man auf den ersten Blick und mit dem ersten Ton, hieß es am Montag seitens der Diagonale. Ihr “Chiles en Nogada” war 2011 mit dem Diagonale-Preis für Innovatives Kino ausgezeichnet worden. In “Billy Roisz & Anat Stainberg im Demo Mode” gibt es am 20. März im Schubertkino um 20 Uhr einen performativen Talk mit Einblicken in den technischen Ansatz und Arbeitsprozesse. Am 21. März folgt um 21 Uhr im Forum Heimatsaal des Volkskundemuseums das Performance-Konzert “Tripping on Electrons”.
Im filmhistorischen Special zum österreichischen Dokumentarfilm in den 90er-Jahren gibt es ein Wiedersehen mit alten Diagonale-Bekannten, etwa Nikolaus Geyrhalters post-war Bosnien-Doku “Das Jahr nach Dayton” aus dem Jahr 1997. Barbara Alberts “Somewhere Else” aus dem gleichen Jahr hat ebenfalls das Schicksal von vier jungen Menschen aus Sarajevo zum Thema. Nina Kusturica suchte in ihrer kriegsgeschundenen Heimat in “Draga Liljana” (2000) ihre Freundin – und sich selbst. “Totschweigen” von Margareta Heinrich und Eduard Erne von 1994 beschäftigt sich mit verdrängter heimischer Zeitgeschichte, den Opfern des Massenmordes von Rechnitz 1945.
Das Gäste- und Pressezentrum befindet sich während des Festivals im Space 04 im Kunsthaus Graz am Lendkai. Ab 19. März screent die Diagonale in den vier Festivalkinos Annenhof, Filmzentrum im Rechbauer, KIZ Royal und dem Schubert.
(S E R V I C E – Das Programm der Diagonale ist ab 5. März, 13 Uhr, online abrufbar. Der Ticketvorverkauf beginnt am 14. März online sowie im Kunsthaus Graz am Lendkai. Weitere Infos unter www.diagonale.at abrufbar.)




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