Himmelshighlights, die man sich nicht entgehen lassen sollte

Die Astro-Highlights im Dezember

Montag, 30. November 2020 | 20:07 Uhr

Bozen – Die Sternwarte Max Valier ist zwar zurzeit geschlossen, doch dennoch gibt es einige Himmelshighlights im Dezember, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Mit den hier vorgestellten Astro-Highlights und dem aktuellen Sternenhimmel im Dezember, möchten die Amateurastronomen Max Valier alle Interessierten einladen gemütlich vom eigenen Balkon oder Garten den Nachthimmel zu beobachten.

14. Dezember 2014: Meteorstrom der Geminiden: Im Gegensatz zu anderen Sternschnuppenschauern lassen sich die Geminiden, die an diesem Tag ihr Maximum erreichen, bereits in den frühen Abendstunden beobachten. Bis zu 140 Sternschnuppen pro Stunde können gezählt werden und wer Glück hat, sieht eindrucksvolle helle, gelb-weiß leuchtende Meteore. Der Ursprung des Schauers, der so genannte Radiant, scheint im Sternbild der Zwillinge (Gemini) zu liegen, daher ihr Name. In diesem Jahr haben wir zusätzliches Glück, da kein heller Mond stört, weswegen auch die lichtschwächeren Sternschnuppen zu sehen sein werden.

Erich Obrist

21. Dezember: Das astronomische Highlight des Jahres steht uns kurz bevor. Die zwei Riesenplaneten Jupiter und Saturn werden sich, von der Erde aus gesehen, am 21. Dezember so nahe stehen, dass sie mit bloßem Auge kaum mehr voneinander zu unterscheiden sein werden. So eine Begegnung – die Astronomen sprechen von einer Großen Konjunktion – kommt zwar rund alle 20 Jahre vor, allerdings ist es sehr selten, dass sich beide Planeten so extrem nahe kommen. Das letzte Mal war dies im Jahr 1623 der Fall und das nächste Mal werden sich Jupiter und Saturn erst im März 2080 wieder so nahe stehen. Eine sehr berühmte Große Konjunktion war jene des Jahres 7 vor unserer Zeitrechnung. Kein geringerer als der Astronom Johannes Kepler hat spekuliert, ob diese nicht vielleicht der „Stern von Betlehem“ sein könnte, von dem im Matthäus-Evangelium die Rede ist und der weitläufig als Schweifstern dargestellt wird. Ob es wirklich dieser biblische „Stern“ ist, mag bezweifelt werden, ein schöner Anblick durch ein Fernglas ist es allemal. Das Planetenpaar ist in den frühen Abendstunden flach am südwestlichen Horizont zu beobachten.

Erich Obrist

25. Dezember 2020: In den frühen Morgenstunden des Weihnachtsfesttages kann auf dem zunehmenden Mond der „Goldene Henkel“ beobachtet werden. Es handelt sich dabei um ein Licht- und Schattenspiel eines Berggebiets, das sich eigentlich noch auf der Nachtseite des Mondes befindet, dessen Bergspitzen auf Grund ihrer Höhe aber schon von der Sonne beleuchtet werden. Galileo Galilei konnte aus ähnlichen Beobachtungen die Höhe der Mondkrater abschätzen.

Der Sternenhimmel im Dezember

(Die Karte zeigt den Sternhimmel über Südtirol am 15. Dezember um 21:30 Uhr. Sie muss so gehalten werden, dass die Markierung der Himmelsrichtung, in die geschaut wird, auf der Karte nach unten zeigt. Nun sieht man auf der Karte die Sternbilder, die sich vor und über einen befinden)

Im Winter können wir sehr viele helle Sterne beobachten, so unter anderem das Wintersechseck, ein Hexagon dessen Spitzen von den sechs (sogar sieben) Sternen Sirius (im großen Hund), Prokyon (im kleinen Hund), Kastor und Pollux (in den Zwillingen), Capella (im Fuhrmann), Aldebaran (im Stier) und Rigel (im Orion, das Leitsternbild des Winterhimmels) gebildet wird. Diese Sterne gehören zu den hellsten Objekten, die wir von der Erde aus, außerhalb unseres Sonnensystems sehen können und es ist daher besonders auffällig am Sternenhimmel sichtbar. Im Sternbild Orion befindet sich auch der Orionnebel (siehe Foto). Dieser ist, als Teil des „Schwertes des Orion“, sogar freiäugig zu sehen. Dabei handelt es sich um ein Sternentstehungsgebiet in rund 1350 Lichtjahren Entfernung.

Brigitte Lintner

Schön am Abendhimmel zu beobachten ist nach wie vor der rostrote Nachbarplanet Mars, der – obwohl seine Entfernung zur Erde nun wieder zunimmt – immer noch auffällig leuchtet und den Nachthimmel dominiert.

Sternbildlegende im Dezember:

Orion, Sohn des Meeresgottes Poseidon und ein ausgesprochen guter und übernatürlich starker Jäger, wollte einst alle Tiere der Erde erlegen. In ihrer Wut wollte Gaia – Mutter Erde – Orion töten. Ein von ihr ausgesandter Skorpion fügte Orion einen tödlichen Stich zu. Der Göttervater Zeus versetzte daraufhin beide Kontrahenten an den Sternenhimmel. Allerdings an gegenüberliegenden Orten, sodass nie beide zusammen gleichzeitig am Himmel aufzufinden sind. Wenn also der Skorpion im Osten aufgeht, muss Orion im Westen untergehen.

Die Amateurastronomen Max Valier

De Südtiroler Amateurastronomen “Max Valier” sind eine Gruppe von derzeit 144 Personen jeden Alters mit einem faszinierenden Hobby – Astronomie. Vereinsaktivitäten bestehen in der Form von monatlichen Vereinstreffen, Beobachtungsabenden, Fahrten, Vorträgen, Kursen u. ä. Die Aktivitäten dienen dem gegenseitigen Austausch von gesammelten Erfahrungen und der Fortbildung. Viele Mitglieder, aber durchwegs nicht alle, besitzen eigene Teleskope. Ein großer Teil der Tätigkeit nimmt die Führung der Sternwarte Max Valier in Gummer in Anspruch. Dort werden für die interessierte Bevölkerung Führungen angeboten. Leider ist die Sternwarte zurzeit corona-bedingt geschlossen.

Informationen:

Amateurastronomen Max Valier

Präsident Bernhard Ebnicher

www.sternwarte.it, www.maxvalier.org

Von: ka

Bezirk: Bozen

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