Jungregisseur hat auf Social Media Erfolg

Doku über Einsiedler-Onkel bringt Grödner nach Hollywood

Montag, 23. Februar 2026 | 08:06 Uhr

Von: mk

Gröden – Ulrich Senoner hat einen radikalen Schnitt gemacht. Statt den Komfort eines modernen Lebens zu genießen, ließ der 67-jährige Grödner alles hinter sich und zog vor rund sechs Jahren als Einsiedler von Berlin in eine Almhütte auf 2.050 Metern Höhe in den Dolomiten. Sein Neffe Tobias Demetz war fasziniert von dieser archaischen Existenz und drehte den Dokumentarfilm “A penny weighs more than a soul”. Während sein Onkel im Alter in die Heimat zurückfand und die Stille der Hektik vorzieht, führt die Doku den jungen Filmschaffenden mitten in den Trubel der Welt. Zuletzt hielt sich Tobias Demetz in Hollywood und San Francisco auf.

Wie berichtet, hatte der 23-Jährige seinen Onkel immer wieder besucht. Weil er von dem naturverbundenen Leben fasziniert war, begann er irgendwann kurze Videos für YouTube aufzunehmen – bis die Idee entstand, den 45-minüten Dokumentarfilm zu verwirklichen.

Die Begeisterung für Film ist bei Tobias Demetz deutlich spürbar. Für den jungen Regisseur war das Projekt aber mehr als eine filmische Herausforderung: “Ich habe gelernt, die Natur mit anderen Augen zu sehen und zu begreifen, dass man mit wenig sehr glücklich sein kann.” Das ist wohl auch die zentrale Botschaft von “A penny weighs more than a soul”.

Die Dokumentation, die vom Land Südtirol unterstützt wurde, ist in Rom in einem Studio in der “Cinecittà” professionell nachbearbeitet worden. Mittlerweile verbucht Tobias Demetz unter dem Profil “Malga Futura” mehr 200.000 Follower und über 70 Millionen Views auf Instagram und Facebook. Auf Youtube ist Tobias Demetz ebenfalls aktiv.

Dass der junge Grödner große Ziele verfolgt, zeigt auch sein jüngster Abstecher nach Kalifornien, wo es ihm in erster Linie darum ging, Kontakte zu knüpfen, um seine Dokumentation weiter bekannt zu machen. Bei einem Event in San Francisco traf er etwa Regisseur Roman Coppola, den Sohn von Regie-Legende Francis Ford Coppola, der unter anderem mit Filmproduzent Wes Anderson zusammengearbeitet hat. Auch mit Universal-Produzent Mike Timm kam er ins Gespräch.

Screenshot

“Für uns in Südtirol wirkt Hollywood so groß und unnahbar. Doch wenn man dort ist, merkt man, dass es man es ebenfalls nur mit Menschen zu tun hat”, erklärt der 23-Jährige. In Beverly Hills, wo er die Häuser von Tom Cruise und Dwayne Johnson anschaute, musste er in einem Hotel dennoch stauen, wie leichtfertig bei Gesprächen über das Verschieben von Millionen Dollars gesprochen wurde.

Trotz aller Ambitionen wirkt der 23-Jährige aber offen und entspannt. “Vielleicht ergibt sich etwas, vielleicht auch nicht”, meint er gegenüber Südtirol News.

privat

Das Filmemachen bleibt auf alle Fälle sein großer Traum. In Los Angeles besuchte er die Studios von Sony, Warner Bros, Paramount und Universal. Disney fehlt ihm noch, doch das ist halb so schlimm, denn er will unbedingt noch einmal in die USA reisen und es irgendwann zur Oscar-Verleihung schaffen.

Das Dolby Theatre, in welchem seit 2002 die Academy Awards verliehen werden, hat er bereits jetzt besucht.

privat

Im Academy Museum kam Tobias Demetz mit Kostümbildnern ins Gespräch, seit einer Woche ist er wieder zu Hause in Südtirol. “Ich bin mir schon fast wie im Paradies vorgekommen. Trotzdem hat es auch Mut erfordert, um auf Leute zuzugehen und mit ihnen in Verbindung zu treten. Den Organisator des Events in San Francisco hat er etwa bei einer Architektur-Ausstellung in einem Café kennengelernt. “Ich musste extra die Rückreise verschieben, doch das war er mir wert”, schwärmt der 23-Jährige.

Bezirk: Salten/Schlern

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