Von: apa
Bei angenehmen Temperaturen, aber teils starken Windböen ist am Freitag das Donauinselfest in seine 43. Ausgabe gestartet. Erstmals einigermaßen dicht vor der Festbühne wurde es am frühen Abend, als es My Ugly Clementine mit ihrem melodieverliebten Indie-Rock ordentlich krachen ließen.
Sophie Lindinger, Mira Lu Kovacs und Nastasja Ronck – allesamt Schwarz-Weiß gewandet – starteten ihren Gig gleich mit zwei Hits: “Playground” und Who”, brachten aber auch eine Handvoll neuer Songs aus ihrem Anfang September erscheinenden dritten Album “Apply Autonomy”zu Gehör.
“Gitarrenbrutzeln” ohne Hitzestress
Darunter waren das wütende “The Pretender” oder das entspanntere, aber nicht minder intensive “You Won”. Rockstarposen bekam das reichlich herbeigeströmte Publikum ebenso wie “Gitarrenbrutzeln”, womit Kovacs die dröhnenden Spielereien mit Verstärker und Verzerrer beschrieb. Die Anlage war einigermaßen gefordert. Die Fans der heimischen Band brutzelten insofern weniger, als das Wetter angenehm wohltemperiert war – auch dank Böen, die einem allerdings den Bodenstaub zum Teil recht ordentlich um die Ohren bliesen.
Später werden auf der Hauptbühne noch die deutschen Indie-Popper Giant Rooks und als Headliner “Tau mich auf”-Sänger Zartmann auftreten.
Insgesamt gibt es auf dem Partyareal zwischen Nord- und Reichsbrücke heuer 14 Bühnen, wobei die Organisatoren einmal mehr darum bemüht sind, die Geschmackspalette möglichst breit zu halten. So gibt es auf der Rockbühne etwa die Wiener Punk-Schock-Rocker Bloodsucking Zombies from Outer Space zu sehen, während Andy Borg oder Sassy – vormals Stimme der Seer – auf der Schlagerbühne für Schmeichelei und Geborgenheit zuständig sind. Der aus Tirol stammende Ely Oaks – bereits als Remixer für Taylor Swift tätig gewesen – legt bei der Electronic Music Bühne verlässlich Tanzbares auf, während Freunde gesitteterer Moves beim Linedance im Kulturzelt auf ihre Kosten kommen.
“Sommer an!” mit rund 200 Acts an drei Tagen
Vielfältig ist das Programm auch für Samstag und Sonntag angelegt. Pop von Katrina – vormals Sängerin der Waves (“Walking On Sunshine”) -, Ex-STS-ler Gert Steinbäcker oder Nico Santos, harte Kost von Airbourne oder der Mittelalter-Metall-Truppe Feuerschwanz, regionale Qualitätsware von Sodl, Endless Wellness oder Kollegium Kalksburg, Austroschlager von den Jungen Zillertalern bis Jazz Gitti oder Kabaretteinlagen von Michael Bauer alias Heidelbeerhugo bis “Tagespresse”-Chef Fritz Jergitsch sind nur einige der Acts, zwischen denen die Insulaner die Qual der Wahl haben.
Insgesamt werden rund 200 Acts und 700 Stunden Programm an allen drei Festtagen, die heuer unter dem Motto “Sommer an!” stehen, geboten. Für die Megaparty wurden 120 Zelte errichtet, 450 Kilometer Stromkabel verlegt und 14 Kilometer Absperrungen angebracht. 250 Rettungs- und Notfallsanitäter und 350 Securitys sind im Einsatz. Die Polizei stellt noch einmal mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte, die erstmals mit einem blauen Licht im Schulterbereich der Uniform ausgestattet werden und so leichter erkennbar sein sollen, und setzt beim Thema Sicherheit außerdem auf den Einsatz von Drohnen und Videokameras.
Eine An- und Abreise zum bzw. vom Fest mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen. Vorsicht gilt für alle, die mit der S-Bahn kommen. Denn die Stammstrecke ist ab Samstag im betreffenden Bereich wegen Bauarbeiten gesperrt. Ab Samstag fahren U6, S45 (Handelskai-Hütteldorf via Heiligenstadt) und die Straßenbahnlinie 31 in dichteren Intervallen, die Taktverdichtung der S45 schafft zusätzliche Kapazitäten am Knoten Heiligenstadt (Anschluss U4). Ein Schienenersatzverkehr fährt zudem rund um die Uhr zwischen Floridsdorf – Handelskai – Traisengasse – Praterstern.
(S E R V I C E – https://donauinselfest.at/ )




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