Neue Plakataktion

Handschellen bewerben den Freiheitskampf

Montag, 19. Juli 2021 | 17:20 Uhr

Bozen – Pulswärmer, so wurden die Handschellen von den politischen Häftlingen verächtlich genannt, sind auf dem neuen Plakat abgebildet, das die Ausstellung über den Freiheitskampf der 60-er Jahre bewirbt. Das Original kann in einer Vitrine in Bozen in der Laubengase 9 im Rahmen der Ausstellung „BAS-Opfer für die Freiheit“ angeschaut werden.

Die Handschellen erhielt der Freiheitskämpfer Hans Stieler von einem pensionierten Carabinieri in den 80-er Jahren geschenkt.

Stieler erinnerte sich beim Zeigen der Handschellen oft daran, dass es auch bei den damaligen Carabinieri menschliche und nationalistische Staatsdiener gab.

So verschraubten einige Beamte die Fesseln, die ein Häftling manchmal stundenlang auf dem Weg zu den Gerichtssälen und Kerkern tragen musste, so fest, dass sie Schmerzen verursachten. Häftlinge berichten sogar von Blutunterbrechungen durch den Druck der Eisen.

Andere Carabinieri zogen sie nur soweit an, um ein Abstreifen unmöglich zu machen.

Es gab in den 60-er Jahren mehr als 400 oft wahllos Verhaftete, Feuerwehrleute, SVP-Ortsobleute, Obmänner von Vereinen und Verbänden und vor allem Schützen. „Viele von ihnen mussten diese Handschellen tragen“, so Roland Lang, Obmann des Vereines Südtiroler Geschichte.

Die Ausstellung „BAS-Opfer für die Freiheit“ in Bozen, Laubengasse 9, ist von Dienstag bis Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Handschellen bewerben den Freiheitskampf"


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magari
magari
Grünschnabel
8 Tage 7 Min

Der BAS war Opfer wie Täter gleichermaßen. Ich weiß nicht ob diese Ausstellung das ganze Bild zeigt, oder gezielt Dinge verschweigt.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

Jeder macht sich die Welt…ehm…Geschichte wie sie einem gefällt 😜
Die auf der anderen Seite ebenso.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
8 Tage 4 h

Hallo nach Südtirol,

einfache Menschen die für den Erhalt ihrer Kultur und Identität eingestanden sind. Dafür wurden sie geprügelt, gefoltert, erschlagen.

Das stetige leise Mahnen und Erinnern ist wie Juck-und Niespulver in den Reihen jener welche diese Geschichten am liebsten in einen bodenlosen Mülleimer werfen würden und die Autonomie liebend gern gleich mit wie eine wertlose Münze im Trevibrunnen.

Ohne das Eintreten der Aktivisten wäre die deutschsprachige Kultur heute vielleicht noch Touristen-Folklore aber gewiss kein verbrieftes Recht der garantierten Zweisprachigkeit.
Ich weiss es jedenfalls zu schätzen..

Dankbare und respektvolle Grüsse aus D

Faktenchecker
7 Tage 23 h

Ich kann die Geschichtsklitterung nicht mehr hören. 💩

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