Von: mk
Bozen – Rund 20 Fachkräfte der Mobilen Jugendarbeit (MOJA) aus Südtirol und Tirol trafen sich kürzlich zu einem grenzüberschreitenden Fachtag in Bozen. Unter dem Titel „Jugendarmut – Wege aus der Not“ tauschten sich die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter über Unterstützungsmöglichkeiten in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Existenzsicherung aus. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von netz | Dachverband Offene Jugendarbeit und der Plattform Offene Jugendarbeit Tirol (POJAT) organisiert.
Jugendarmut ist ein aktuelles und sehr wichtiges Thema, das die Offene Jugendarbeit nicht nur hier in Südtirol beschäftigt, sondern über die Grenzen hinaus präsent ist. Tagungsort war das Dormizil in Bozen, eine rein spendenfinanzierte Obdachlosenunterkunft. Paul Tschigg Dormizil- Vorstandsvorsitzender und Sozialbetreuerin Monika Stuefer präsentierten den Teilnehmenden das Konzept „Housing First“. Im Gegensatz zu traditionellen Modellen steht hier die bedingungslose Bereitstellung von Wohnraum an erster Stelle. „Wohnen ist ein Menschenrecht. Erst eine stabile Basis ermöglicht es Menschen in Not, ihr Leben wieder selbst zu gestalten“, erklärten die Verantwortlichen. Ein Rundgang durch die Einrichtung in der Rittner Straße bot den Fachkräften praktische Einblicke in die Umsetzung dieses würdevollen Ansatzes.
Prävention und Praxis in der Mobilen Jugendarbeit
Im interaktiven Teil des Tages erarbeiteten die Teilnehmenden spezifische Strategien für ihren Arbeitsalltag. Im Fokus standen dabei vier Kernthemen:
· Prävention: Die Früherkennung von Armutsrisiken im öffentlichen Raum.
· Finanzkompetenz: Unterstützung Jugendlicher auf dem Weg in die finanzielle Selbstständigkeit.
· Stigmatisierung: Der Umgang mit der Abwertung einkommensschwacher Jugendgruppen.
· Systemvergleich: Der Erfahrungsaustausch zwischen den sozialen Sicherungssystemen in Tirol und Südtirol.
„Armut bei jungen Menschen ist oft unsichtbar und schambehaftet“, resümierten die Organisatoren von netz und POJAT. „Die Mobile Jugendarbeit fungiert hier als entscheidende Brücke, um Betroffene aufzufangen, bevor sie aus dem System fallen.“
Aufruf zur Unterstützung: Das Dormizil ist als privater Verein auf Spenden und ehrenamtliches Engagement angewiesen. Interessierte, die beispielsweise Zeit für Nacht- oder Frühstücksdienste im Winter-Nachtquartier schenken möchten, finden alle Informationen auf www.dormizil.org.




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