Combonimissionar Stefano Trevisan zum Priester geweiht

Keine weiteren Priesterweihen im heurigen Jahr

Sonntag, 28. Juni 2020 | 18:02 Uhr

Brixen – Der Combonimissionar Stefano Trevisan, 36 Jahre alt und aus dem Gadertal, ist heute im Brixner Dom von Diözesanbischof Ivo Muser zum Priester geweiht worden. Vor der Weihe sagte Bischof Muser zu Trevisan: „Ich wünsche dir, dass dein Wirken als Missionar geprägt ist vom Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Sorge um den Planeten Erde als unser gemeinsames Haus.“

Nicht nur die Coronakrise – die Priesterweihe hätte ursprünglich bereits am Ostermontag,13. April 2020, stattfinden sollen, musste aber wegen des Verbotes öffentlicher Gottesdienste auf den heutigen Sonntag verschoben werden – hat aus der Weihe von Stefano Trevisan zum Priester etwas Besonderes gemacht; schließlich ist Trevisan im heurigen Jahr der Einzige, der in der Diözese Bozen-Brixen die Priesterweihe empfängt. Auch bei der Weihe selbst mussten besondere Regeln eingehalten werden: Bei der Weiheliturgie trat der Weihekandidat vor den Bischof und kniete sich nieder. Der Bischof legte dem Weihekandidaten schweigend die Hände auf das Haupt. Es folgten alle anwesenden Priester. Diese stellten sich in den vorgesehenen Sicherheitsabständen und mit Maske zur Handauflegung auf und traten dann einzeln zum Weihekandidaten hin. Dort hielten sie kurz ihre Hände über den Weihekandidaten, berührten dabei aber nicht den Kopf.

Bischof Ivo Muser sagte vor der Weihe zum Priesterkandidaten, dass ihm in den Jahren der Vorbereitung sicher verschiedene Fragen gestellt worden seien: „Wie bist du auf den Gedanken gekommen, Priester zu werden? Warum machst du das überhaupt, in dieser Kirche, und dazu noch ehelos? Was bringst du mit an Voraussetzungen? Warum gerade Combonimissionar? Bist du dieser Berufung gewachsen? Was hast du gelernt? Kannst du organisieren? Bist du fähig zu leiten? Bist du imstande, mit anderen zusammenzuarbeiten? Alles wichtige, legitime Fragen. Aber da steht die eine Frage, an der alle anderen gemessen werden: ‚Liebst du mich?‘. Das ist die entscheidende Frage, die Jesus in dieser Stunde dir stellt, lieber P. Stefano. Die Frage nach dieser Liebe soll dich dein ganzes Leben lang nicht mehr loslassen. Entlang dieser Frage sollst du als Priester und Combonimissionar reifen und wirken.“ Der Diözesanbischof ging auch auf die Berufung von P. Stefano als Combonimissionar ein: „Du wirst heute als Combonimissionar zum Priester geweiht.

Bischof Daniele Comboni zählt zu den großen Missionaren Afrikas. Er war ein Vorkämpfer für Menschenwürde und setzte sich im 19. Jahrhundert gegen den Sklavenhandel ein. Comboni war als leidenschaftlicher Missionar davon überzeugt, dass die Verkündigung des Evangeliums den ganzen Menschen umfassen muss. Ich wünsche dir, dass dein Wirken als Missionar auch geprägt ist vom Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Sorge um den Planeten Erde als unser gemeinsames Haus.“

Für Stefano Trevisan war die heutige Priesterweihe ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die Mission. 2009 hatte sich Trevisan entschlossen, für ein dreimonatiges Praktikum in den heutigen Südsudan zu gehen. Nachdem das diözesane Missionsbüro den Kontakt mit Comboni-Missionar Bruder Erich Fischnaller hergestellt hatte, arbeitete Trevisan in Lomin an der Grenze zu Uganda im dortigen Comboni-Projekt mit. Dort kam ihm zum ersten Mal der Gedanke, Comboni-Missionar zu werden. Darauf nahm Trevisan ein Jahr lang an monatlichen Treffen in Padua teil, die sich mit Glaubensfragen auseinandersetzten und bei denen er die Comboni-Missionare und die Missionare ihn besser kennen lernen konnte. Als seine Überzeugung auch nach diesem Jahr ungebrochen war, trat er ins Postulat ein. Von 2010 bis 2012 lebte er in Padua und studierte dort Philosophie und bekam eine Einführung in die Theologie. Das Noviziat schloss sich von 2012 bis 2014 an: Stefano verbrachte zwei Jahre in Portugal, wo er Novizen aus ganz Europa kennen lernte und Portugiesisch lernte. Seit 2014 war Trevisan im Scholastikat, dem Ausbildungszentrum für angehende Comboni-Missionare, in Neapel.

Dort studierte er an der Universität Theologie. Im Nahe Neapel gelegenen Castel Volturno war der angehende Priester in der Pastoralarbeit mit Migranten tätig. Am 21. Juli 2019 legte Stefano Trevisan die ewigen Gelübde ab, am 28. Juli folgte in Pescopagano bei Neapel die Diakonenweihe.

Der Primizgottesdienst findet am 5. Juli 2020 um 10 Uhr in der Pfarrkiche von St. Vigil/Enneberg statt. 100 Gläubige mit persönlicher Einladung können direkt in der Pfarrkirche mitfeiern. Der Gottesdienst wird vor der Pfarrkirche auf Leinwand übertragen. Am Vortag des Primizgottesdienstes, am 4. Juli, findet in der Pfarrkirche um 21 Uhr eine Vesper mit Lichterprozession statt.

Von: sis

Bezirk: Eisacktal

Kommentare

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6 Kommentare auf "Keine weiteren Priesterweihen im heurigen Jahr"


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kaisernero
kaisernero
Superredner
7 Tage 18 h

was denen alles abverlangt wird und im gegenzug “nicht” tun dürfen..
da kommt nicht mehr viel nach und hat nichts mit covid zu tun!!

Summer
Summer
Neuling
7 Tage 17 h

Wenn Sie wüssten, was der Großteil von diesen tut, was sie “nicht tun dürften”, dann würden Sie sich sehr wundern.

peterle
peterle
Universalgelehrter
7 Tage 15 h

schweigen und geniesen.

Summer
Summer
Neuling
7 Tage 14 h

@peterle
Wie recht Sie haben! Aber an sich traurig. Denn dann sollen sie den Zölibat freistellen und damit insgesamt weit bessere Priester bekommen. Die Kirche des Herrn würde sich bessere Priester verdienen.

brunner
brunner
Superredner
7 Tage 15 h

Super! Kompliment! Alles Gute für den Priesterberuf! Wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer wichtiger!

Summer
Summer
Neuling
7 Tage 14 h

Auf alle Fälle wäre es immer wichtiger, aber solange die Kirche nicht Jesus bringt und auch nicht die Fülle der Gaben, die er seiner Kirche anvertraut hat, wird der Mensch weiterhin darben und im Staub kriechen, was sich das Geschöpf Gottes als sein Ebenbild nicht verdient hat. Traurig!

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