Maßnahmenpaket

Kultur: Neun Millionen Euro für den Neustart

Freitag, 16. April 2021 | 15:28 Uhr

Bozen – Kunst und Kultur seien für die Entwicklung der Gesellschaft wichtig und notwendig. Ein Neustart nach der Corona-Pandemie ohne die Wiederbelebung der Kunst- und Kulturszene sei nicht denkbar. Darin waren sich heute (16. April) die Landesräte Philipp Achammer, Giuliano Vettorato und Daniel Alfreider einig. Im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz haben sie ein Maßnahmenpaket 2021 vorgestellt, dem die Landesregierung am Dienstag zugestimmt hat.

Über das Paket für den Kultur-Neustart stellt das Land neun Millionen Euro für fünf Maßnahmenschienen bereit. So gibt es für Kunstschaffende eine Förderung von 5000 Euro. Neue Projektinitiativen werden bezuschusst. Kulturorganisationen werden bei der Wiederaufnahme ihrer kulturellen Tätigkeiten unterstützt. Fehlende Einnahmen der Kultureinrichtungen – beispielsweise von Jugendherbergen, Bildungshäusern oder Theatern – werden ausgeglichen. Zudem gibt es pandemiebedingte Investitionsförderungen beispielsweise für die Einrichtung von Plattformen oder Netzinitiativen, und auch das kulturelle Ehrenamt mit seinen Chören und Musikgruppen soll Landesunterstützung erhalten (siehe Anlage).

Landesrat Philipp Achammer erinnerte daran, dass die Corona-Pandemie das kulturelle und künstlerische Leben stark eingeschränkt habe, das sich ja aus dem Austausch und dem öffentlichen Dialog nähre: “Die Kultur braucht dringend einen Neustart, nachdem sie in den vergangenen Monaten zum Großteil vom analogen in den virtuellen Raum verlagert war.” Der Landesrat betonte, dass “die wichtigste Unterstützung jene ist, die Tätigkeit wieder zu ermöglichen”, und kündigte an, dass “im Monat Mai Kunst und Kultur Schritt für Schritt ihre Tätigkeit wieder aufnehmen werden”. Mit dem Maßnahmenpaket gleiche man zum einen Schäden aus, fördere aber auch verschiedene Initiativen im Hinblick auf den Neustart, sagte Landesrat Achammer. Das “konsistente Paket” ergänze bereits beschlossene Förderungen, informierte Achammer und ziele auch darauf ab, Kunst und Kultur als Wirtschaftssektoren mit tausenden Arbeitskräften zu unterstützen.

Der italienische Kulturlandesrat Giuliano Vettorato verwies darauf, dass “der Kultur als tragender Säule der Gesellschaft in Südtirol stets ein besonderes Augenmerk gewidmet” worden sei. Die Corona-Pandemie habe die Kultur stark getroffen. Bereits im vergangenen Jahr habe die Landesregierung ein Maßnahmenpaket geschnürt und verschiedene Initiativen unterstützt. Nun hoffe man auf einen Neustart, “aber ein Neustart ohne Wiederbelebung der Kultur ist nicht denkbar”, betonte der Landesrat.

Der ladinische Landesrat Daniel Alfreider unterstrich, dass man derzeit bemüht sei, “alles zu unternehmen, um alle Tätigkeiten in Präsenz wieder zuzulassen”. “Wenn man bedenkt”, sagte der Landesrat, “dass derzeit Konzepte für die Präsenz von Zuschauern bei der Fußball-Europameisterschaft beschlossen werden, dann ist es höchste Zeit, dass dies auch für die kulturellen Veranstaltungen möglich sein kann. Für uns ist es deshalb von größter Bedeutung, dass kulturellen Aktivitäten wieder in Präsenz starten können. Und die Kulturschaffenden brauchen vor allem eines: konkrete Richtlinien, wie die Veranstaltungen im Sommer und Herbst wieder stattfinden können.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Kultur: Neun Millionen Euro für den Neustart"


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sepp2
sepp2
Superredner
29 Tage 14 h

als Künstler kann sich heutzutage ja jeder bezeichnen. ein paar leere Flaschen in einem Raum werfen und schon ist man Künstler

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
29 Tage 11 h

Du solltest auch ansuchen – du bist ein Sprachkünstler!

Neumi
Neumi
Kinig
29 Tage 10 h

Da kenn ich noch was sparameres … In Köln war hinter dem Museum ein kleiner leerer Platz abgegrenzt. Name des Kunstwerks: Leerer Platz.
Da stand dann einer und hat aufgepasst, dass niemand den leeren Platz betritt.
Ich frag mich, was passiern würde, wenn man da einen Ball reinwerfen würde.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
29 Tage 9 h

@Neumi
Keine Kunst mit Hunden, Bällen, Fußgängern in Köln !
“Die Kölner Philharmonie ist einer der modernsten Konzertsäle der Welt. Doch die Bauweise des Daches spricht eine andere Sprache. Denn der Platz über der Kölner Philharmonie muss täglich drei mal gesperrt werden, da Schritte und andere Geräusche wie etwa fahrende Skateboards, in die Philharmonie übertragen werden und so die Proben und Konzerte des anwesenden Orchesters stören.”
https://www.koelncontent.de/fusganger-storen-die-proben-der-kolner-philharmonie-taglich-platzsperre/

Brixbrix
Brixbrix
Superredner
29 Tage 10 h

es gebat wichtigere zu unterstützen als sogenonnte künschtler

Neumi
Neumi
Kinig
29 Tage 9 h

wie z.B. Kinos und Theater, richtig?

brunner
brunner
Universalgelehrter
29 Tage 11 h

Gehts noch? 9 Millionen Euro??

Neumi
Neumi
Kinig
29 Tage 10 h

Das ist Taschengeld im Vergleich zu dem, was andernorts investiert wurde.

inni
inni
Superredner
29 Tage 10 h

Ich hab’ mal im Museion in Bozen den Feuerlöscher für eine Kunstinstallation gehalten … zuviele herumliegende Alltagsgegenstände als Kunstobjekte deklariert machten mich das glauben … 🥴

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