Der verpflichtende Auffrischungskurs kann einfach am PC absolviert werden

Traktorkurse leicht gemacht 

Freitag, 27. Januar 2017 | 11:46 Uhr

Bozen – Tausende Bäuerinnen und Bauern müssen bis 12. März einen Auffrischungskurs besuchen, wenn sie weiterhin Traktoren lenken wollen. Um diese staatliche Verpflichtung möglichst zu vereinfachen, können die vierstündigen Kurse seit einigen Tagen bequem von zu Hause aus am eigenen PC absolviert werden. Ermöglicht hat die Neuerung ein Beschluss der Landesregierung. Dafür hatten sich der Südtiroler Wirtschaftsring und der Südtiroler Bauernbund eingesetzt.

Wer zum Stichtag 31.12.2015 keine zweijährige Erfahrung im Umgang mit Traktoren nachweisen kann, ist verpflichtet, den „Grundkurs für Anwender von Traktoren“ zu besuchen. Alle anderen – immerhin zwischen 20.000 und 30.000 Bäuerinnen und Bauern – müssen einen vierstündigen „Auffrischungskurs für die Anwender von Traktoren“ nachweisen, sieht die staatliche Bestimmung vor.

Diese Pflicht stellte sowohl die Traktorlenker selbst als auch die Weiterbildungsgenossenschaft im Südtiroler Bauernbund vor großen Schwierigkeiten. Da es nicht möglich gewesen wäre, genügend Kurse für alle Betroffenen zu organisieren und die Teilnahme für viele Bäuerinnen und Bauern, wenn sie zusätzlich einer zweiten Arbeit außerhalb des Hofes nachgehen, nur schwer machbar ist, haben der Südtiroler Wirtschaftsring und der Südtiroler Bauernbund nach einer Vereinfachung gesucht. Die Lösung: Ein innovativer und in dieser Form in Südtirol einzigartiger E-Learning-Kurs, den Interessierte einfach von zu Hause aus am eigenen PC erledigen können. Die Südtiroler Landesregierung hat dafür Ende Dezember die Rahmenbedingungen geschaffen. Über diesen Erfolg freut sich Leo Tiefenthaler, Präsident des Südtiroler Wirtschaftsringes und Obmann des Bauernbundes. „Dieser Beschluss ist das Ergebnis eines bereits seit Jahren laufenden Prozesses, den der Südtiroler Bauernbund gestartet und in der Folge der Südtiroler Wirtschaftsring vorangetrieben hat. Diese Initiative reicht bis in die Amtszeit meines Vorgängers Philipp Moser zurück. Nun hat es endlich geklappt.“ Diese Maßnahme der Südtiroler Landesregierung sei ein aktiver Beitrag zur Entbürokratisierung. „Ich möchte besonders Landeshauptmann Arno Kompatscher und der gesamten Landesregierung   danken, die sich für diese Vereinfachung eingesetzt haben.“ Mit diesem Beschluss seien die Freiräume und Möglichkeiten der Südtiroler Autonomie bestmöglich genutzt worden.

Besonders erfreut ist Tiefenthaler, dass der Südtiroler Bauernbund als erster Wirtschaftsverband diese neue Möglichkeit des E-Learnings nutzen kann. Bei den Mitgliedern kommt die neue Lernalternative jedenfalls sehr gut an. „In den ersten Tagen haben sich über 700 interessierte Bäuerinnen und Bauern angemeldet. Das Interessante ist, dass der Kurs jederzeit, 24 Stunden am Tag, absolviert werden kann. Zudem ist es möglich, die insgesamt neun Module, aus denen sich der vierstündige Kurs zusammensetzt, auf mehrere Tage zu verteilen. Dadurch entfällt der Zeit- und Termindruck“, erklärt Matthias Bertagnolli, der Leiter der SBB-Weiterbildungsgenossenscha ft. In den nächsten Wochen rechnet Bertagnolli mit mehreren Tausend Online-Teilnehmern.
Auch wenn es die Möglichkeit gibt, den Kurs online zu absolvieren, setzt sich der SBB weiter für einen Terminaufschub ein. Zugleich macht sich der SBB dafür stark, wenig sinnvolle Verpflichtungen für Arbeitgeber, die leider immer mehr werden, möglichst zu verhindern. In einigen Fällen ist dies bereits gelungen.

Von: pf

Bezirk: Bozen