Von: mk
Brixen – Demokratische Strukturen geraten unter Druck, das Vertrauen in die Politik sinkt – auch in Südtirol. Das Symposium „Soziale Arbeit und Macht“ stellt am 7. Mai am Campus Brixen der unibz dieses Thema in den Fokus und geht der Frage nach, wie Sozialarbeit zur Stärkung der Demokratie beitragen kann.
„Wir können eh nichts tun“ – das Gefühl von Ohnmacht und fehlender Partizipation prägt die Wahrnehmung vieler Menschen in schwierigen Lebenssituationen in unserem Land – mit weitreichenden Konsequenzen: Sie ziehen sich aus politischen Prozessen zurück, Vertrauen in staatliche Institutionen geht verloren und einfache, populistische Antworten gewinnen an Zuspruch.
Doch wie lässt sich darauf reagieren? Das ist ein zentrales Argument des Symposiums „Soziale Arbeit und Macht“, welches am 7. Mai am Campus Brixen der Freien Universität Bozen stattfindet. „Wir sind nicht machtlos, Machtverhältnisse in der sozialen Arbeit sind veränderbar, wenn wir sie erkennen und gemeinsam daran arbeiten“, sagt dazu Prof.in Ulrike Loch, Direktorin des Kompetenzzentrums für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, die gemeinsam mit ihrem Team das Symposium organisiert.
Ziel sei es, die oft subtile Macht in den alltäglichen Interaktionen der Sozialen Arbeit und in der Sozialpolitik bewusster zu reflektieren, Hierarchien abzuflachen, solidarischer zu sein, Partizipation zu stärken sowie neue Visionen für die Zukunft zu entwickeln.
Den Auftakt gestaltet Susanne Maurer (Universität Marburg) mit einer Keynote zu Macht, Demokratie und Sozialer Arbeit. Beiträge von Urban Nothdurfter (unibz) zur Krise der Sorgearbeit sowie von Luca Fazzi (Universität Trient) zur sozialen Konstruktion von Macht vertiefen die Analyse.
In sechs Workshops werden anschließend spezifische Themen diskutiert. Sie reichen von Kinderschutz über Gewaltprävention bis hin zu geschlechtsspezifischer Gewalt und sozialpolitischen Entscheidungsprozessen. Auch Best-Practice-Beispiele werden vorgestellt, u.a. das Vorarlberger Gewaltschutzkonzept für Menschen mit Beeinträchtigung.
Die Veranstaltung findet von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr am Campus Brixen statt.
Anwesend sein werden auch: Bettina Kerer (Stadträtin, Gemeinde Brixen), Cristina Malpaga (Präsidentin der Kammer für SozialarbeiterInnen der Region Trentino-Südtirol), Prof.in Tanja Mimmo (Pro-Rektorin für Forschung, unibz), Rosmarie Pamer (Landesrätin für sozialen Zusammenhalt, Familie, Senioren, Genossenschaften und Ehrenamt) und Prof.in Antonella Brighi (Dekanin der Fakultät für Bildungswissenschaften).




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