Offener Brief

Zweiter Lockdown 2020 in Kultur und Gesellschaft

Samstag, 14. November 2020 | 17:23 Uhr

Bozen – Die Allianz für Kultur hat sich schon im Frühjahr mit einem Appell an die zuständigen öffentlichen Institutionen zu Wort gemeldet, mit dem Hinweis in der schwierigen Situation für Künstler und Kulturschaffende in Südtirol Stütz- und notwendige Finanzierungsmaßnahmen zu garantieren. Dies werde nun in der derzeitigen Situation eines vollständigen Lockdowns, der alle Sparten des kulturellen Lebens umfasst, umso notwendiger, heißt es in einem Schreiben an die Landesregierung und an den Landtag. Es folgt der offene Brief im Wortlaut:

„Es sollten Maßnahmen wirksam und rasch umgesetzt werden, die bestehende Liquiditätsengpässe, Existenzgefährdungen und langfristige Schäden im Kulturbereich auf Grund der zweiten Covid19-Welle abfedern könnten. Daher appellieren wir als Allianz der Kultur an die zuständigen Entscheidungsträger der Südtiroler Landesregierung, rasch Maßnahmen zu erarbeiten und auf den Weg zu bringen, die den einzelnen Akteuren unseres Kulturlebens zumindest für eine gewisse Zeit eine Existenzsicherung zu bieten und den Arbeitsbedingungen von Kunstschaffenden gerecht werden. Dies fair verteilt auf alle Kunstund Kultursparten.

Kultur ist, neben dem Sanitätswesen, der Schule und dem Sport ein gleichermaßen schützenund förderungswerter Bereich unseres täglichen Lebens. Wir verweisen im Übrigen auch auf die Dringlichkeit im Handlungsbedarf. Der Fortbestand vieler kultureller Initiativen ist durch die derzeitige Situation gefährdet oder in Frage gestellt. Umso wichtiger scheint uns also, dass dies von Gesellschaft und Politik auch anerkannt wird!

Zu den dringendsten Maßnahmen gehören unserer Meinung nach Soforthilfemaßnahmen für Arbeitsausfälle und Verlustbeiträge, Produktionsförderungen für Kulturschaffende, die durch den erneuten Lockdown in eine höchst prekäre Situation geraten sind. Weitere kurzfristige Maßnahmen könnten sein: die Bestätigung bzw. keine Kürzung der Beiträge an Kulturvereine und –verbände um die Deckung der laufenden fixen Ausgaben zu gewährleisten damit sie durch finanzielle Engpässe nicht in den Ruin getrieben werden.

Die Allianz der Kultur appelliert mit diesem offenen Brief an alle, denen Kultur am Herzen liegt und die Kultur als für unser soziales Leben unabdingbares Gut verstehen und hofft, dass durch rasches Eingreifen der Kulturpolitik größerer Schaden für die Kultur in unserem Lande abgewendet werden kann.

Sollten Kulturschaffende diese Krise nicht überleben, ist dies ein Schaden für unsere gesamte Gesellschaft, der sich langfristig auswirken wird. Darum sind kurzfristige Stützmaßnahmen unumgänglich!“

Zum Thema Lobbyarbeit in Kunst und Kultur lädt die Allianz der Kultur zur 3. Runde der Gespräche zum Thema „Lobbyarbeit in Kultur und Kunst“ am 17. November von 19 bis 20.30 Uhr ein. Diesmal spricht Karin Wolf mit Eva-Maria Würth, Initiatorin und Co-Präsidentin von Pro Kultur Kanton Zürich, und Alex Meszmer, Geschäftsführer von Suisseculture. Es moderiert Hannes Egger. Die Veranstaltung findet über Zoom statt.

https://us02web.zoom.us/j/89549334079
Meeting-ID: 895 4933 4079………

Von: mk

Bezirk: Bozen

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