Von: apa
Mit Liedern wie “I wü di g’spian”, “Sehnsucht nach Florenz” oder “Stoak wie a Felsen” hat sie sich längst einen Fixplatz in der heimischen Pophistorie ersungen. Und auch wenn Stefanie Werger keine Konzerte mehr spielt, gibt es nun musikalischen Nachschub für die Fans. Denn eben ist ein Best-of-Album mit einem Dutzend Songs erschienen – quasi pünktlich zum 75. Geburtstag, den die selbst ernannte “Liederatin” am heutigen Donnerstag begeht.
“Stoak wie a Felsen” heißt die am vergangenen Freitag erschienene Songsammlung, die “das Beste aus fünf Jahrzehnten” verspricht. Darauf zu finden ist auch Wergers erst im April erschienene neue, von Christian Kolonovits arrangierte Single “So schene Leit”, mit der die Künstlerin die Schickeria aufs Korn nimmt. Fans dürften nicht nur Freude an den Liedern selbst – darunter viele Hits, teils in Live-Versionen -, sondern auch am Artwork der LP haben, das auch Fotos aus Wergers Privatarchiv enthält. Auf Vinyl-Liebhaber wartet eine weiß-silbrig marmorierte Pressung.
Es ist das erste Album seit “Langsam wea i miad”, das 2021 als Mischung von alten und neuen Stücken herauskam und zugleich den Titel ihrer Abschiedstournee lieferte. Denn 2022 zog sich das “Rock-Urviech”, wie sie sich selbst immer wieder bezeichnete, wegen Rückenproblemen endgültig von der Bühne zurück.
Durchbruch in den frühen 80ern
Geboren wurde Werger am 2. Juli 1951 in Maria Lankowitz als Tochter einer Arbeiterfamilie. Während ihres Studiums an der Grazer Musikakademie unterrichtete sie vier Jahre lang an jener Musikschule, in der sie selbst als Schülerin begonnen hatte. Der Durchbruch gelang der Rockpoetin 1982 mit der LP “Die Nächste bin ich!”, es folgten zahlreiche weitere Studioalben, mit denen die Künstlerin ihre Position im österreichischen Popgeschehen als erfolgreiche Sängerin manifestieren konnte. 1998 erschien die Platte “Mit uns die Zeit”. Damals hatte die Sängerin schon einmal ihren Bühnenabschied verkündet, hielt die Abstinenz zum Glück ihrer Fangemeinde allerdings nicht durch. 2011 erfolgte mit “Südwind” ein Comeback-Album. Drei Jahre später veröffentlichte sie das Best-of “Die schönsten Liebeslieder”.
Für ihr musikalisches Schaffen wurde Werger mehrfach ausgezeichnet. 2003 heimste sie einen Amadeus Austrian Music Award als beste nationale Künstlerin im Pop/Rock-Bereich ein, 2014 folgte die Ehrung für ihr Lebenswerk. Vor vier Jahren wurde sie mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik gewürdigt.
Umtriebig auch abseits der Musik
Auch abseits ihrer Musikkarriere war Stefanie Werger äußerst umtriebig – etwa als Buchautorin. Ihr 1992 erschienenes Debüt “Am Anfang war die Liebe – Märchen und andere Wahrheiten” wurde ebenso zum Bestseller wie “Wer spricht hier von Diät?”, für das sie vom Österreichischen Buchhandel mit dem “Goldenen Buch” ausgezeichnet wurde. Im Oktober 2016 erschien mit “Als ich auszog, berühmt zu werden” ihr zehntes und bis dato letztes Werk.
Als Krankenschwester Martha in Reinhard Schwabenitzkys Komödie “Eine fast perfekte Hochzeit” unternahm sie auch einen Ausflug in die Schauspielerei. In Michael Ostrowskis Regiedebüt “Hotel Rock’n’Roll” spielte sie die Chefin eines Escort-Service. Ihr Talent für die Kleinkunst erkundete Werger erstmals 2001: “Ganzkörperkultur” lautete der Titel ihres ersten Kabarettprogramms, dem u.a. “Frauen wollen nur das Eine” oder “50plus-Gnadenschuss” folgen sollten. 2012 kehrte sie mit dem Programm “Alles wird gut” auf die Kabarettbühne zurück.
Dass sie aber auch abseits der Bühnen dieses Landes für Aufsehen und Schlagzeilen sorgen kann, stellte Werger bereits mehrmals unter Beweis. 1991 verklagte sie den damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider, da bei einer Pro-Haider-Demonstration in einer Werbesendung ihr Lied “Wir brauchen Männer” verwendet worden war. 2006 ging sie recht resolut gegen das geplante Rauchverbot vor, was sie auch mit ihrem Buch “Ich rauche” unterstrich: “Raucherhatz” und “Gehirnwäsche” lehne sie ab, wie Werger damals betonte. Und vor Jahren wollte sie einmal ihre Villa in der Steiermark verlosen. Nach etwas mehr als einem halben Jahr musste die Aktion aber mangels Nachfrage eingestellt werden.
(S E R V I C E – www.stefaniewerger.at )




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