Smartphone mit Kabel? - Klar: "Natürlich blond"-Prequel spielt 1995

“Elle”: “Natürlich blond” im Serienformat

Donnerstag, 02. Juli 2026 | 05:00 Uhr

Von: APA/dpa

Manche Filme prägen eine ganze Generation – oder locken diese zumindest ins Kino. Im Fall von “Natürlich blond” waren es Anfang der 2000er besonders die weiblichen Teenager und Twens. Ein gutes Vierteljahrhundert nach den beiden Hauptfilmen der Reihe kommt nun die Vorgeschichte der Hauptfigur in der Serie “Elle” bei Amazon Prime Video heraus. Im Zentrum steht wieder Elle Woods die vielleicht kultigste Blondine neben Barbie.

Vielleicht ist die junge Frau in den drei Filmen der “Natürlich blond”-Reihe zwischen 2001 und 2009 (wobei der letzte Film sich auf Elles Cousinen fokussierte) gar die fleischgewordene Barbie. Sie ist makellos, stets perfekt hergerichtet, ein Klischee an bildhafter Weiblichkeit. Aber sie wird aufgrund ihres Aussehens und Verhaltens unterschätzt und muss hart arbeiten, um sich in einer von Männern dominierten Gesellschaft zu behaupten.

Die Message des Films lautet: Elle – wie jede andere Frau – kann durch Fleiß alles schaffen. Weiblichkeit und Intelligenz sind kein Widerspruch. Zunächst sieht das jedoch anders aus: Die schöne, in ihrer Heimat Kalifornien beliebte und eigentlich mit einem großen Freundeskreis gesegnete Blondine wird in den Filmen an Orte geschickt, in denen sie die Außenseiterin ist. Über Elle wird gelästert, sie wird schikaniert. Doch Elle erreicht über die Erzählung hinweg mit Auszeichnung ein Jusdiplom der Eliteuni Harvard, wird Anwältin, geht in die Politik und schafft es auch noch, die Welt ein wenig zu verbessern. Vor allem: Elle erlangt echte Anerkennung.

Woods war Witherspoon

Elle Woods – das war und ist immer auch Hollywoodschauspielerin Reese Witherspoon, die vor allem durch die Reihe weltberühmt wurde. Mit ihrer eigenen Produktionsfirma packt die 50-Jährige inzwischen vor allem Frauenthemen an – und das nun auch mit einer Serie für ihre Kultfigur Elle, bei der Witherspoon als Produzentin dabei ist. Die junge Elle wird gespielt von der 25-jährigen Nachwuchsschauspielerin Lexi Minetree. In der Serie wird in zunächst acht Folgen die Geschichte vor den Kinofilmen erzählt – und noch vor dem Serienstart hat Prime Video bereits eine zweite Staffel bestellt.

Das Prequel beginnt im Jahr 1995, und die Highschoolschülerin Elle lebt zunächst in ihrer bekannten quietschrosa Glitzerwelt in Los Angeles. Die Teenagerin und ihr Umfeld tragen Minikleider und Föhnfrisuren, das Make-up ist stets perfekt, die Dekoration überbordend, die Gesprächsthemen sind dämlich. Ab der ersten Serienminute wird der Zuschauer zurück in die bekannte Filmwelt geholt.

Auch erzählerisch bleibt das Konzept sich im Großen und Ganzen treu: Elle wird erneut eine völlig andere Welt betreten. Sie zieht mit ihrer Familie ins regnerische Seattle, wo die stets schick gekleidete Elle auf die Grunge-Szene in Flanellhemden und zerrissenen Jeans trifft. Elle navigiert sich durch den Schulalltag und will sich (auch modisch) anpassen. Aber ihre Mitschüler machen ihr klar: “Seattle ist kein Kostüm und Pink ist keine Persönlichkeit.” Elle fragt sich, ob sie wirklich “ein Dummchen” ist, “so wie es hier in der Schule alle glauben”.

Die Erwartungen werden bedient

Man bekommt, was man nach den Filmen erwartet: Die Serie ist das folgerichtige Spin-off und eine Feminismusparabel mit nach wie vor hochaktueller Botschaft. Wer die Filme nicht kennt: Ähnlich ist das Setting und die Ästhetik dem erfolgreichen “Barbie”-Film von Greta Gerwig mit Margot Robbie in der Hauptrolle von 2023. Beide Geschichten feiern das Frausein und brechen mit Klischees über Frauen. Während Barbie systemkritisch die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen hinterfragt, sind “Natürlich blond” und “Elle” eine persönliche Emanzipationsgeschichte. Die Botschaft vor allem: Bleib, wie du bist und glaube an dich selbst.

Doch wer Anfang der 2000er Jahre als Teen und Twen die Filme der “Natürlich blond”-Reihe gerne gesehen hat, ist jetzt nun mal 25 Jahre älter – und ist bestenfalls längst selbstbewusst im Leben angekommen. Ob eine Teenager-Dramedy da noch ansprechend ist? Aber man dürfte mindestens die Begleitmusik lieben und sich unterhalten fühlen können.

(Von Simone Andrea Mayer/dpa)

(S E R V I C E – www.primevideo.com )

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