Die ersten Nova-Fans reisen an

Entspannter Start des Nova Rock Festivals

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 14:42 Uhr

Von: apa

Österreichs größtes Rockfestival ist gestartet: Insgesamt mehr als 200.000 Fans werden laut Veranstalter von Donnerstag bis Sonntag beim Nova Rock in Nickelsdorf erwartet. Die Anreise verlief bisher “flüssig”, wie es beim ÖAMTC hieß. Die ersten Live-Klänge bekamen früh aufs Gelände geströmte Besucherinnen und Besucher von der Wiener Newcomerin Shmiffy zu hören. Bei moderaten Temperaturen war nur der auffrischende Wind etwas lästig.

Das musikalische Programm bestreiten am Auftakttag auf der Blue Stage einige Dauergäste: Die Headliner Volbeat treten zum achten Mal seit 2008 auf den Pannonia Fields auf. Davor sind Trivium angekündigt, sie sind zum siebenten Mal dabei. Auch als Nova-Rock-Veteranen darf man Mastodon bezeichnen, die zum sechsten Mal ins Burgenland reisen. Die Sex Pistols waren 2008 hier live zu erleben, damals mit Originalsänger Johnny Rotten. Heuer reisen sie mit Frank Carter am Mikrofon und neuer Frische an.

Ihre Premiere am Nova Rock feiern die Musiker von Bad Omens – und das gleich als Headliner auf der Red Stage. Vor etwas mehr als drei Jahren noch im Wiener Club Flex auf der Bühne, hat sich die US-Band mit ihrer Mischung aus Metalcore, Alternative Metal und Electronic/Industrial mittlerweile fast zwei Millionen Streams erarbeitet. Zum Betriebsstart der Red Bull Stage stellt sich dort die Wiener Indie-Rock-Band Cassis vor. Den Headliner auf dieser dritten Bühne machen Soul Asylum: Die Formation, berühmt geworden mit dem Hit “Runaway Train”, kehrt zum ersten Mal seit 1994 nach Österreich zurück.

Heimische Newcomerin eröffnete

Shmiffy, die mit ihrer Band das Festival kurz nach 13 Uhr eröffnete, zog erste Fans mit “Alternative Rock mit viel Pop-Punk-Einflüssen und sehr viel von diesem 2000er-Vibe”, wie die Sängerin und Gitarristin im Gespräch mit der APA ihren Stil beschrieb, vor die Red Stage. “Also nicht zu hart – ich glaube, es ist ein guter Einstieg.” Das Nova Rock hat die Wienerin zwar schon privat besucht, über die Dimension war sie nach Recherchen im Vorfeld ihres Auftritts aber doch “geschockt”: “Das ist eines der Top-Fünf-Rock-Festivals weltweit. Das ist schon ein arges Ziel, was ich da erreicht habe.”

Austro-Poprocker Lemo betonte im APA-Gespräch auch seine “Rock ‘n’ Roll”-Seite. Der Gig am Nova Rock ist für ihn jedenfalls ein Novum: “Ich war auch noch nie als Zuschauer da.” Darüber, dass er unter all den Acts mit härteren Anwandlungen wenig Akzeptanz finden könnte, habe er nachgedacht und dann das Anzetteln eines Moshpits angedacht: “Das kommt aber darauf an, wie viele Leute da sind”, so der Sänger vor seinem am früheren Nachmittag angesetzten Auftritt auf der Red Stage. Einen etwa rockigeren Song, der sonst seltener gespielt wird, hat er extra in die Setlist gepackt: “Wann wenn nicht heute.” Ein Stück weit müsse er sich selbst davon überzeugen, dass das ein “ganz normaler Gig ist”, so der Nova-Exot. Danach gebe es auf jeden Fall einiges zu sehen für ihn: “Es ist – glaube ich – kein Schaß da!”

Auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen: Dafür sollte das Rap-Duo Mittel Alta auf der Blue Stage zwischen den harten Acts sorgen. “Wir haben als Spaßprojekt begonnen – und das sind wir immer noch”, betonten Sir Schwanzelot und Sir Gernhardt Reinlunzen, wie sich die beiden Deutschen nennen. Schlagerartiger Metal, Death Metal, Rap, Mittelalterklänge und Reggae mit Augenzwinkern darf man erwarten. “Das ist unser erster Festivalauftritt in Österreich”, sagten sie beim Backstage-Gespräch. Beide tragen Masken, die an Ritter erinnern. Wie man auf dieses Motiv gekommen ist? “Wir mögen halt beide auch Mittelaltermusik, also Bands wie Feuerschwanz, Saltatio Mortis und so weiter. Da haben wir uns gedacht: Okay, dann kombinieren wir das einfach mal mit Rap, das haben wir noch nirgendwo gehört.” Und nach drei Jahren Ausprobieren stehen sie nun auf der Nova Rock Mainstage: “verrückt!”

Erste Einsätze der Sanitäter

Das Rote Kreuz ist am ganzen Festivalwochenende mit insgesamt 840 Sanitätern im Einsatz. Aufgrund der prognostizierten Regenschauer und der kühlen Nächte wird empfohlen, warme und wetterfeste Kleidung mitzunehmen, ausreichend zu trinken und sich am Abend und in der Nacht vor Auskühlung zu schützen. Bis Donnerstagvormittag wurden vom Roten Kreuz knapp über 100 Personen medizinisch versorgt, drei wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Gerechnet wird während des Festivals vor allem mit stumpfen Verletzungen, Kreislaufproblemen sowie Insektenstichen. Neben der medizinischen Versorgung steht auch die Krisenintervention für die etwaige psychosoziale Betreuung der Besucher zur Verfügung.

Einsätze gab es für die ÖAMTC-Mitarbeiter bis zum Festivalstart einige kleinere. Vor allem galt es, versperrte Autos aufzuschließen oder Reifenschäden an diversen Fahrzeugen von Pkw bis Bollerwagen zu reparieren. Ein paar kleine Zwischenfälle, aber generell eine ruhige Nacht auf Donnerstag vermeldete die Landespolizei Burgenland.

(S E R V I C E – www.novarock.at )

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