Die Bühne, die für alle ESC-Stars die Welt bedeutet

Hohe Favoritendichte beim ersten Song-Contest-Semifinale

Montag, 11. Mai 2026 | 05:04 Uhr

Von: apa

Jetzt geht’s los: Am Dienstag hat das Warten ein Ende, wenn um 21.00 Uhr die Eurovisionsfanfare ertönt und in der Wiener Stadthalle das erste Semifinale des 70. Song Contest anhebt. Das Moderationsduo Victoria Swarovski und Michael Ostrowski darf dazu nicht nur Zehntausend Menschen in der Halle, sondern vor allem Millionen vor den TV-Bildschirmen weltweit begrüßen. Der Auftakt hat es in sich, sind doch in der ersten Entscheidungsrunde gleich etliche Topfavoriten mit dabei.

Dauerbrenner Schweden, Publikumsliebling Akylas aus Griechenland oder doch das finnische Powerduo, das seit Wochen die Wettquoten anführt? Als ESC-Aficionado hat man gleich die Qual der Wahl, sind unter den 15 Acts doch reichlich Hochkaräter vertreten. Eröffnet wird der Auftrittsreigen von Satoshi aus Moldau mit seiner Uptempo-Nummer “Viva, Moldova!”. Ihm scheint der Fixplatz für Samstag ebenso wenig zu nehmen zu sein wie der Schwedin Felicia, deren “My System” ganz auf elektronische Härte setzt. Mystische Folkloresounds serviert hingegen das kroatische Frauenquintett Lelek in “Andromeda” – auch hier darf man mit einem Wiedersehen rechnen.

Knalliger Grieche, zugeknöpfte Portugiesen

Mehr, mehr, mehr ist das Motto von Akylas, jedenfalls, wenn man nach dem knalligen Video zur ebenso flotten Nummer “Ferto” geht. Während für ihn der Weg konsequent nach oben führt, sollte man sich mit Portugals Bandidos do Cante wohl nicht zu sehr anfreunden. Das getragene “Rosa” der zugeknöpften Boyband wird von den Buchmachern als Wackelkandidat gesehen. Ein Zustand, den sich die fünf Herren mit Georgiens Trio Bzikebi (“On Replay”) teilen. Außer Frage steht hingegen der Finaleinzug von Linda Lampenius & Pete Parkkonen aus Finnland: Ihre Melange aus elektronischem Dramapop und klassischen Violineinsprengseln in “Liekinheitin” ist quasi gesetzt für einen Topplatz. Nun muss diese Favoritenrolle zunächst im Semifinale bestätigt werden.

Ähnlich gelagert, was die musikalischen Grundzutaten betrifft, zeigt sich Tamara Živković, die für Montenegro ins Rennen geht und ihr “Nova zora” ebenfalls mit artifiziellen Klängen, viel Emotion und einem feministischen Einschlag anreichert. “Too Epic To Be True” führt beim estnischen Beitrag von Vanilla Ninja hingegen auf die falsche Fährte, ist die weibliche Combo zwar Song Contest erprobt (2005 gelang als Schweizer Act immerhin der 8. Platz in Kiew), aber soundtechnisch eher in beliebigen Gewässern unterwegs. Da wird’s mit dem Aufstieg schwer, während Noam Bettan ungeachtet der aufgeheizten Diskussion um Israels Teilnahme fix mit einem weiteren ESC-Auftritt rechnen sollte. Sein Beitrag “Michelle” spielt auch alle Song-Contest-Stückerln, von Pathos über große Stimme bis zur variantenreichen Instrumentierung.

Unterkühlter Pop und Zeitreise mit Schlagerlegende

Belgiens Kandidatin Essyla liefert mit “Dancing on the Ice” soliden Pop modernen Zuschnitts, wird von den Buchmachern allerdings überraschend eher als Zuseherin für die finale Entscheidung vorausgesagt. Mit einer unterkühlten Ästhetik wartet hingegen Litauens Lion Ceccah über weite Strecken von “Sólo quiero más” auf – einer Nummer, die durchaus heraussticht aus dem diesjährigen Teilnehmerfeld und im Semifinale wohl nicht zum letzten Mal erklingen wird. Schwieriger dürfte es da für Senhit werden, die für San Marino bei “Superstar” mit einem ebensolchen aufwarten kann, nämlich Boy George, und Polens Alicja, deren “Pray” einer souligen Gebetsstunde gleicht. Beschlossen wird das erste Semifinale mit der Düsterrockband Lavina aus Serbien (“Kraj mene”).

Einen ersten Vorgeschmack auf das Kommende liefern zudem Italiens Sal Da Vinci (“Per sempre si”) und Deutschlands Starterin Sarah Engels (“Fire”), die als Teil der “Big Four” fix für das Finale qualifiziert sind und ihre Stücke erstmals auf der großen ESC-Bühne vor Millionenpublikum intonieren dürfen. Für eine Zeitreise sorgt hingegen Schlagerlegende Vicky Leandros, immerhin mit Eurovisionsehren bedacht als Siegerin von 1972 für Luxemburg, die schon 1967 beim ersten Song Contest in Wien dabei war und ihren damaligen Titel “L’amour est bleu” in neuem Arrangement präsentieren wird. Ein Mangel an großen Momenten dürfte also nicht herrschen.

Im Folgenden ein Überblick über den Ablauf der ersten Halbfinalshow des 70. Eurovision Song Contests:

1. HALBFINALE (12. Mai)

STARTPLATZ

LAND

ACT

LIED

01

Moldau

Satoshi

“Viva, Moldova!”

02

Schweden

Felicia

“My System”

03

Kroatien

Lelek

“Andromeda”

04

Griechenland

Akylas

“Ferto”

05

Portugal

Bandidos do Cante

“Rosa”

06

Georgien

Bzikebi

“On Replay”

07

Finnland

Linda Lampenius & Pete Parkkonen

“Liekinheitin”

08

Montenegro

Tamara Živković

“Nova zora”

09

Estland

Vanilla Ninja

“Too Epic to Be True”

10

Israel

Noam Bettan

“Michelle”

11

Belgien

Essyla

“Dancing on the Ice”

12

Litauen

Lion Ceccah

“Sólo quiero más”

13

San Marino

Senhit feat. Boy George

“Superstar”

14

Polen

Alicja

“Pray”

15

Serbien

Lavina

“Kraj mene”

(S E R V I C E – www.eurovision.com )

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