Rob Halford und Tom Morello stellten Doku in Berlin vor

Metal und Freiheit der Kunst: Doku über Judas Priest

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 09:28 Uhr

Von: APA/Reuters

Eine neue Dokumentation über die Heavy-Metal-Pioniere Judas Priest erzählt die Geschichte der Band – von ihren Anfängen in einem Arbeiterviertel von Birmingham in den 70er-Jahren bis zu ihren MTV-Hits wie “Turbo Lover” und ihrer Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame (2022). “The Ballad of Judas Priest” behandelt auch ein aktuelles Thema, wie Sänger Rob Halford und Co-Regisseur Tom Morello auf der Berlinale betonten: den Versuch, Kunst zu kontrollieren.

Halford erinnerte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an einen hochpolitisierten US-Prozess von 1990, in dem Anwälte versuchten, die Musik von Judas Priest, die ihrer Ansicht nach unterschwellige Botschaften enthielt, mit einem Doppelselbstmordpakt in Verbindung zu bringen. Ein Richter wies die Klage ab. Die Band habe erst später begriffen, dass die Causa einen weitreichenden Präzedenzfall hätte schaffen können, betonte der Sänger.

Die Band habe gezeigt, wie man diese Krise übersteht, sagte Morello, u.a. bekannt geworden als Gitarrist bei Rage Against the Machine. Er inszenierte “The Ballad of Judas Priest” gemeinsam mit dem langjährigen Musikdokumentarfilmer Sam Dunn. Aber “es muss auch in Zukunft Erfolge geben, wenn wir die Meinungsfreiheit bewahren wollen”, fügte er hinzu. Morello hatte kürzlich ein Konzert gegen das Vorgehen von ICE-Einwanderungsbeamten in Minneapolis geleitet.

Outing und Kampfgeist

“Ich hoffe vor allem, dass die Fans durch die Erzählungen von Rob und den anderen Beteiligten eine emotionale Ebene entdecken, die sie weder über Wikipedia noch über andere Quellen erfahren hätten”, sagte Dunn. Zu Wort kommen neben den Priest-Musikern berühmte Fans der Gruppe wie Schauspieler Jack Black, Kirk Hammett von Metallica und Darryl McDaniels von Run-DMC, untermalt mit Ausschnitten von zahlreichen Auftritten der Formation.

“Metal God” Halford outete sich 1998 öffentlich als homosexuell. Eine der eindrucksvollsten Szenen des Films zeigt die Bandkollegen K.K. Downing und Ian Hill, wie sie in den 1970er-Jahren die Sexualität des Sängers reflektieren, so Morello. “Das waren Burschen aus der Arbeiterklasse Birmingham, die kurz davor standen, Heavy Metal zu erschaffen. Und für sie war das (Halfords Homosexualität, Anm.) keine große Sache”, sagte er.

Dieser Film werde Fans und Nicht-Fans gleichermaßen zum Kern dessen führen, was Heavy Metal zu einem wichtigen Teil der Musikgeschichte macht, betonte Halford. “Jedes Element des Metal hat etwas von einem rohen, kraftvollen Kampfgeist”, so der 74-Jährige.

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