Regisseur Paul Thomas Anderson gewann den Golden Globe

“One Battle After Another” räumte bei Golden Globes ab

Montag, 12. Januar 2026 | 11:21 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

“One Battle After Another” ist der große Gewinner der Golden Globes. Der schräge, schwarzhumorige Politthriller von Regisseur Paul Thomas Anderson räumte bei der Verleihung in der Nacht auf Montag vier Trophäen ab. In der Drama-Sparte setzte sich Chloé Zhaos “Hamnet” durch. Timothée Chalamet erhielt als bester Komödien-Hauptdarsteller seinen ersten Globe. Bei den TV-Produktionen überzeugte die Serie “The Adolescence”.

Die Golden Globes gelten traditionell als wichtiger Indikator für die Oscars, die dieses Jahr in der Nacht auf den 16. März verliehen werden sollen. “One Battle After Another” mit einem Star-Aufgebot rund um Leonardo DiCaprio, Sean Penn und Teyana Taylor erzählt Anderson die Geschichte militanter linker Aktivisten, angeführt vor allem von selbstbewussten schwarzen Frauen. Der Film holte den Globe als beste Komödie, für die beste Regie, für das beste Drehbuch und für Nebendarstellerin Teyana Taylor. Mit neun Nominierungen war “One Battle After Another” als Favorit ins Rennen gezogen.

Erste Globes für Timothée Chalamet und Jessie Buckley

Allerdings ging Hauptdarsteller DiCaprio leer aus. Den Preis als bester Hauptdarsteller in der Sparte Komödie/Musical heimste sein US-französischer Kollege Timothée Chalamet ein, der in “Marty Supreme” als ambitionierter Tischtennisspieler in den 1950er-Jahren brillierte. Auf der Bühne zeigte sich der Schauspieler sichtlich dankbar dafür, mit seiner fünften Globe-Nominierung auch endlich eine Trophäe zu gewinnen. Chalamet setzte sich nicht nur gegen DiCaprio durch, sondern auch gegen George Clooney in “Jay Kelly” und Ethan Hawke in “Blue Moon”. Die Australierin Rose Byrne wurde für ihre Darstellung einer Frau, deren Leben aus den Fugen gerät, in der Tragikomödie “If I Had Legs I’d Kick You” als beste Schauspielerin in einer Komödie geehrt. Sie setzte sich gegen Stars wie Emma Stone (“Bugonia”) und Kate Hudson (“Song Sung Blue”) durch.

In der Drama-Sparte ließ “Hamnet” (sechs Nominierungen) als bestes Filmdrama unter anderem “Frankenstein”, “Ein einfacher Unfall” und “Sentimental Value” hinter sich. Die irische Schauspielerin Jessie Buckley, die in “Hamnet” die Frau von William Shakespeare spielt, die gemeinsam den Tod ihres Sohnes Hamnet verarbeiten müssen, gewann mit ihrer bewegenden Darstellung ihren ersten Golden Globe. Als bester Hauptdarsteller in einem Drama wurde der brasilianische Schauspieler Wagner Moura geehrt, der in dem Politthriller “The Secret Agent” über die Militärdiktatur in Brasilien einen Mann auf der Flucht spielt. Der brasilianische Film von Regisseur Kleber Mendonça Filho über einen Akademiker, der in den 1970er-Jahren während der Militärdiktatur verfolgt wird, gewann auch den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film.

Neben Taylor als beste Nebendarstellerin wurde der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgard für seine Darstellung eines von seinen Töchtern entfremdeten Regisseurs in dem norwegischen Familiendrama “Sentimental Value” als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. “KPop Demon Hunters” holten Trophäen für den besten Animationsfilm und und den besten Song (“Golden”).

“Adolescence” haushoher Gewinner bei TV-Produktionen

Bei den Golden Globes geht es nicht nur um Film, sondern auch um Fernsehen und Streaming. Haushoher Gewinner unter den Fernsehproduktionen war die Netflix-Serie “Adolescence”. Die in einer einzigen Einstellung erzählte Geschichte einer Mordermittlung unter Jugendlichen gewann als “beste Miniserie”. Als beste Drama-Serie wurde die Krankenhaus-Serie “The Pitt” geehrt. “The Studio” über ein altes Hollywood-Filmstudio wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet. Zudem sicherten sich die Schauspieler Stephen Graham, Owen Cooper und Erin Doherty jeweils eine Trophäe.

Wenige klar politische Statements

Globe-Moderatorin Nikki Glaser eröffnete die 83. Trophäenshow mit der sarkastischen Bemerkung, die Gala sei “die wichtigste Sache, die gerade in der Welt passiert” – und sie holte auch noch mit Blick auf geschwärzte Seiten in den Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gegen die Trump-Regierung aus: “Und der Golden Globe für den besten Schnitt geht an das Justizministerium”, spottete Glaser.

Kaum jemand nutzte die Bühne ansonsten für politische Reden und scharfen Protest. Einige Preisträger mahnten in ihren Dankesreden an, Gutes zu tun und seinen Überzeugungen zu folgen, aber schärfere Statements wurden bei der über dreistündigen Show nicht laut. Einige Stars, darunter Mark Ruffalo und Jean Smart, trugen Anstecker mit der Aufschrift “Ice Out” oder “Be Good”, als Protest gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE – ein Beamter hatte die US-Amerikanerin Renee Nicole Good bei einem Einsatz im US-Bundesstaat Minnesota erschossen.

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