Straßenbahn als "ESC-Sound-Lounge"

Regen, Funk und Straßenbahn als “ESC-Jam-Bühne”

Dienstag, 12. Mai 2026 | 05:01 Uhr

Von: apa

Funk-Grooves rauschen über den Karlsplatz, darüber improvisierte Zeilen: “It’s a weird situation”, singt die Musikerin Samira Schirpf in einer geparkten Straßenbahn neben dem Otto-Wagner-Pavillon. Am Montagabend verwandelte der Kulturverein “Mikro.Kultur” eine Straßenbahn der Wiener Linien für den ESC in eine “Jam-Bim”. Die zur “Sound Lounge” umfunktionierte Bahn eröffnete das musikalische Rahmenprogramm der Wiener Linien rund um den diesjährigen Song Contest.

Die Band spielt direkt vor der Fahrerkabine, ein Schlagzeug aufgebaut auf einem blauen Teppich, und die Gitarren hängen in den Halteschlaufen der Straßenbahn. Im hintersten Teil gibt es zwei kleine Bars, und bunte Lichter lassen die Bahn wie einen Miniclub wirken. Lautsprecher sind über den ganzen Waggon verteilt, somit verwandelt sich die geparkte “Bim” zu einem eigenen kleinen Klangkosmos.

Wolkenbruch draußen, Discostimmung drinnen

Besucherinnen und Besucher bleiben zunächst zögerlich vor der Straßenbahn stehen, filmen mit ihren Handys oder nicken vorsichtig im Takt mit. Doch je länger die Session dauert, desto mehr wagen sich hinein. “Was wollt ihr hören?”, fragt ein Musiker ins Publikum. “Funk!”, kommt es prompt zurück. Als sich über Wien dunkle Regenwolken zusammenziehen, verlagert sich das Geschehen endgültig nach innen. “Everybody get inside the tram”, jammt die Band, während draußen ein Wolkenbruch niedergeht, wirkt die Straßenbahn im violetten Licht immer stärker wie ein eigenes Tonstudio.

Die Stimmung schwankt zwischen improvisiertem Wohnzimmerkonzert und überfüllter U-Bahn zur Stoßzeit. “You have to push your way through to the stage, a normal 8 a.m. Wiener-Linien experience”, rappt Musiker Emil Delivuk und erntet Gelächter aus der vollgedrängten Bim. Musikalisch bewegt sich der Abend zwischen Jazz, Funk, Soul, Blues und Hip-Hop. Zwischen improvisierten Funknummern und Gitarrensoli präsentiert ein Duo auch sommerlichen Pop mit Liedern wie “Sommer in Wien” oder “Sushi im Bett”.

Offene Bühne auf Schienen

Im Mittelpunkt stehe das freie Musizieren. Der Kulturverein “Mikro.Kultur”, der sich für mehr kulturelle Nutzung des öffentlichen Raums einsetzt und regelmäßig “Jam Sessions” organisiert, schafft dafür eine offene Bühne auf Schienen. Die “Jam-Bim” ist die Eröffnung des musikalischen ESC-Rahmenprogramms der Wiener Linien. An den Tagen der Liveshows wird die Linie 49 ESC-Fans dann als “Disco-Bim” jeweils von 14 bis 22 Uhr vom Volkstheater zur Stadthalle chauffieren, und an den Tagen zwischen den Liveshows sollen weitere “Sing Alongs” von 16 bis 22 Uhr die ESC-Stimmung weitertragen.

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