Abwechslung im Speisenplan ist garantiert

Alternativen zum Fleisch: Diese pflanzlichen Proteinquellen gibt es

Samstag, 17. Dezember 2022 | 07:45 Uhr

Bozen – Weltweit gesehen sind schon bisher weder Fleisch noch Fisch die bedeutendste Proteinquelle. Es ist vielmehr das Getreide, das am meisten zur Deckung des Proteinbedarfs beiträgt. Und auch andere pflanzliche Proteinquellen werden als Alternative zu tierischen Lebensmitteln zunehmend nachgefragt. Denn in der Regel benötigt die Herstellung von pflanzlichen Nahrungsmitteln deutlich weniger Ressourcen und verursacht weniger Treibhausgasemissionen als die Herstellung tierischer Produkte.

Proteinreiche pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen können direkt gegessen bzw. zu Speisen verarbeitet werden. Darüber hinaus stehen heute viele mehr oder weniger stark verarbeitete Produkte aus pflanzlichen Rohstoffen zur Verfügung, beispielsweise Soja-Schnetzel, Süßlupinenschrot, Kichererbsenmehl und andere.

Tofu wird aus Sojabohnen hergestellt. Diese werden eingeweicht und gemahlen, Fasern und Schalen werden abgetrennt. Nach der Gerinnung des Proteins wird die Masse entwässert und zu Blöcken gepresst. Tofu Natur hat einen neutralen Geschmack, der durch Räuchern, Marinieren und verschiedene Gewürze und/oder Kräuter variiert werden kann.

Ebenfalls aus Sojabohnen wird Tempeh hergestellt. Dafür werden rohe, ganze Sojabohnen mit Schimmelpilzkulturen geimpft und fermentiert. Dank der Pilzfäden entsteht eine kompakte, schnittfeste Masse. Tempeh Natur hat einen leicht nussigen Geschmack, daneben wird Tempeh auch geräuchert oder mariniert angeboten.

Sojabohnen und daraus hergestellte Produkte weisen eine hohe Proteinqualität (Aminosäuren-Index PDCAAS) auf, die mit jener von Eiern und von Kuhmilch vergleichbar ist. Tofu- oder Tempeh-ähnliche Produkte lassen sich auch aus anderen Hülsenfrüchten herstellen, aus Süßlupinen, Kichererbsen oder Linsen etwa. Die Proteinqualität dieser Produkte ist vergleichsweise geringer.

Seitan besteht aus Gluten, welches aus Weizen oder Dinkel gewonnen wird. Aufgrund seiner faserigen Struktur weist es eine gewisse Ähnlichkeit zur Konsistenz von Fleisch auf, an die hohe Proteinqualität von Tofu reicht jene von Seitan aber nicht heran.

Aus Samen wie beispielsweise Sonnenblumenkernen lässt sich ebenfalls ein proteinreicher Fleischersatz herstellen: der Presskuchen der Sonnenblumenkerne, der nach der Herstellung von Sonnenblumenöl übrig bleibt, wird zu so genanntem Sonnenblumenhack verarbeitet.

Isolierte Proteine aus Sojabohnen, Süßlupinen, Erbsen und anderen pflanzlichen Rohstoffen werden in der Lebensmittelindustrie verwendet, um daraus Fleischersatzprodukte wie vegane Laibchen, vegane Würstchen, vegane Schnitzel usw. herzustellen. Solche Produkte gelten als stark verarbeitet, sie enthalten in der Regel viele Zutaten, darunter auch Lebensmittelzusatzstoffe.

Der Vollständigkeit halber seien noch die so genannten Mykoproteine erwähnt, also Proteine aus Pilzen. Für deren Herstellung werden Pilze, die im Boden vorkommen, und für den Menschen ungefährliche Schimmelpilze verwendet.

Dr. Lucio Lucchin, der Initiator des Projekts „RI-NUTRI“ und vormals Primar des Dienstes für Diätetik und klinische Ernährung im Krankenhaus Bozen, meint: „In den Industrieländern wird heute im Durchschnitt zu viel Fleisch gegessen. Pflanzliche Proteinquellen sind eine gute Alternative, vor allem, wenn verschiedene pflanzliche Lebensmittel wie Bohnen und Getreide miteinander kombiniert werden.“

Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, ergänzt: „Pflanzliche Proteinquellen stehen heute in einer großen Vielfalt zur Verfügung und können für Abwechslung im Speisenplan sorgen. Empfehlenswert sind vor allem jene Nahrungsmittel, die möglichst wenig verarbeitet sind, also Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Bei verarbeiteten Produkten lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste.“

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Alternativen zum Fleisch: Diese pflanzlichen Proteinquellen gibt es"


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Kinig
1 Monat 23 Tage

Soja, Soja, Soja. Ich lese nur noch Soja. Wo und vorallem unter welchen Bedingungen werden diese Riesenmengen (genmanipulierter) Soja angebaut bzw. die Flächen dafür überhaupt “geschaffen” ? Getreide muss, z.B. in 🇩🇪, in großen Mengen aus Ländern importiert werden, für die nur das 💶💰 zählt und Natur- und Umweltschutz Fremdwörter sind. Und warum ? Weil auf wertvollem Grünland nur noch Monokulturen von Mais “stehen”, die dann zu BIOGAS🤮🤮😡😡 verheizt werden.

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
1 Monat 23 Tage

i mog Soja nit, dor Geschmack isch echt grausig 🙈

Staenkerer
1 Monat 22 Tage
du sogsch es! vor a poor johr, als der sojawahn ungfongen hot, honn i auf ZDFneo a reportage gsechn wie in de sojaanbaugebiete de kloanbauern, de dort seit jeher geleb hobn, von de großbetriebe an den rond gedräng wurden, denen es wosser obgegrobn wurde oder de gor vertriebn wurden! mit kloanflugzeuge werd auf de, domols schun riesigen flächn, chemodünnger und pflonznschutzmittel ausgebrocht! mit der metode isch de branche, anbau, verorbeitung von soja a schun zu a mächtiger lobby gwortn wie es einst mitn zuckerrohranbau glafn isch! a de hobn oller welt beigebrocht das es OHNE ZUCKER NIT geat, und johrzehnte… Weiterlesen »
genau
genau
Kinig
1 Monat 22 Tage

Ich esse auch nicht zu oft Fleisch.
Aber das war schon immer so. Ich verspüre einfach nicht das Bedürfnis jeden Tag Fleisch zu essen.

Aber wenn ich Lust habe darf es auch mal ein gutes Stück Filet sein.
Von Soja halte ich wenig!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 22 Tage

Glaube nicht, dass gerade du dich so weit aus dem Fenster lehnen solltest! Denn all deine Erzählungen über dein ach so schönes , selbst erarbeitetes Rentnerleben, zeugen nicht von einem Lebensstil der Nachhaltigkeit oder Klimaschutz begünstigt! Wohl eher dem:” Nach mir die Sintflut”!

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

Das meiste (75%) Soja wird als Futtermittel für Tiere die zu Fleisch verarbeitet werden, das dann auf deinem Teller landet. Jedes Zufuttermittel wird mit Soja angereichert. Auch das Biofutter der Kühe die glücklich auf der Wiese stehen und dort direkt geschlachtet werden

Kinig
1 Monat 22 Tage
@N. G…Du bist zwar “Kinig”, aber noch relativ jung bei SN. Sonst wüsstest Du, dass ich ganz selten Fleisch und nur Wild- bzw. Leinenfang Fisch/Meeresfrüchte esse. Und das Fleisch auch nur von einem ! 🇩🇪 Biobauern, der sein Vieh nur im Freiland hält und mittels mobilem Schlachtstand direkt an der Weide schlachten lässt. Noch eins, auch für Silvie😘, BIO Rinder, welche ganzjährig, nach ihrer eigenen Wahl, Weidegang haben, grasen ausschließlich Grünfutter und Heu. Dazu Salzlecksteine und immer frisches Wasser. Kein Kraftfutter und schon gar keinen importierten Soja SCHROTT !!! Den überlassen sie großzügig den VegetariernInnen und VeganernInnen für ihre Soja… Weiterlesen »
SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
1 Monat 22 Tage

Dann solltest du dich noch einmal unabhängig informieren lieber Rudl. Ich nehms dir nicht übel, sobald du dich auf eine Meinung eingeschossen hast, ignorierst du auch das schwarz auf weiß Gedruckte. Ist halt so, wir kennen dichja

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