Der Ort für illegale Machenschaften, aber nicht nur

Darknet: Die düstere Seite des Internets

Donnerstag, 08. November 2018 | 07:26 Uhr

Der Begriff “Darknet” fällt heutzutage vor allem im Zusammenhang mit illegalen Geschäften wie Waffen- oder Drogenhandel, Kinderpornographie oder dem Handel mit gestohlenen Daten und Identitäten. Diese Machenschaften finden dort auch statt, aber nicht ausschließlich – denn “das eine Darknet” gibt es nicht.

Es handelt sich vor allem um anonymisierte Bereiche des Deepweb, dem unter der Oberfläche verborgenen Teil des öffentlich zugänglichen Internets. Im Deepweb liegen ungefähr neunzig Prozent der gesamten Informationen, die im Internet vorhanden sind – darunter wissenschaftliche Berichte, medizinische Aufzeichnungen oder multilinguale Datenbanken. Die dort abgelegten Daten sind mit normalen Suchmaschinen wie Google oder Bing allerdings nicht zu finden.

Komplett anonym sind Internetnutzer hingegen im Darknet unterwegs. Die eigene Netzidentität wird beim Zutritt mit Hilfe eines speziellen Browsers verschlüsselt. Dies kommt einem Nutzer gelegen, der eine Internetseite besucht und nicht möchte, dass seine IP-Adresse – also der Marker, der seinen Computer identifizierbar macht – aufgedeckt wird. Daher sendet sein Browser einen Datensatz aus, der mit drei verschiedenen Codes umhüllt wird, ähnlich den Schalen einer Zwiebel. Dieser dreifach codierte Datensatz wird dann durch ein Netz hintereinander geschalteter Server und Computer geschickt und umgeleitet. An jedem dieser Knotenpunkte wird der codierte Datensatz teilweise aufgeschlüsselt. Dadurch wissen die miteinander kommunizierenden Computer, wohin der Datensatz umgeleitet werden soll. Der Zielcomputer entschlüsselt die Nachricht wieder. Die IP-Adresse des eigentlichen Absenders bleibt durch die vielfache Umleitung aber verborgen. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Umleitungsvorgang etwa alle zehn Minuten von vorne beginnt.

Um ins Darknet zu gelangen, benötigt man den Tor-Browser. Außerdem muss für absolute Sicherheit am PC gesorgt werden. Hierfür eignet sich die Kaspersky Security Cloud , mit der man bis zu drei Geräte schützen kann. Webseiten im Darknet verstecken sich hinter kryptischen Adressen. Die Geheimadressen heißen Onion-URLs. In Hidden Wikis werden Links gesammelt und kategorisiert. Von dort geht es zu den einschlägigen Seiten. Der Inhalt ist zweifellos illegal. Schutz vor Betrug gibt es im Darknet nicht. Bezahlt wird in Bitcoin.

Die ursprüngliche Idee hinter dem Darknet ist, jedem Menschen die freie Nutzung des Internets ohne die Preisgabe persönlicher, sensibler Daten zu ermöglichen. Dies lockt natürlich Kriminelle an, hat allerdings auch gute Seiten. So nutzten jüngst auch die Oppositionsbewegungen des arabischen Frühlings das Darknet für sich. Es erwies sich für sie als hervorragende Möglichkeit, trotz der Zensurversuche der jeweiligen Regierung unerkannt miteinander in Kontakt zu bleiben. Zudem ist auch Facebook – das Netzwerk der Verfolgten und Ausgeschlossenen – über eine eigene Darknet-Adresse erreichbar. Hier treffen sich Menschen, die aufgrund ihrer Lebensweise, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung nicht mehr öffentlich äußern können, ohne lebensbedrohliche Konsequenzen fürchten zu müssen.

Das Darknet ist also bei Weitem nicht nur ein Ort für Kriminelle, sondern auch für Menschen mit hehren Absichten, um sich im Netz anonym und sicher bewegen zu können: So beispielsweise für Journalisten oder Aktivisten in Ländern, in denen die freie Meinungsäußerung vom Staat stark kontrolliert wird.

Hier ein Video zum Darknet:

Von: bba

Kommentare

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8 Kommentare auf "Darknet: Die düstere Seite des Internets"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
dom99
dom99
Grünschnabel
7 Tage 20 h

eine gute Sache, so kann sich Widerstand formieren gegen all die Faschistischen Regime weltweit

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
7 Tage 20 h

Darknet ist ganz gut . . kaufe mir dort immer meine Drogen und verschiedenen Reisepässe ! Man(n) muss halt Bitcoins haben, ansonsten geht dort nichts !

typisch
typisch
Universalgelehrter
7 Tage 17 h

klar, und den rechtsstaat kann nichts mitverfolgen denn die kennen sich mit dieser komplizierten technik nicht aus

Gredner
Gredner
Superredner
7 Tage 21 h

Facebook – das Netzwerk der Verfolgten und Ausgeschlossenen?!?

BEATS
BEATS
Tratscher
7 Tage 17 h

aber TOR ist auch nicht zu 100% sicher… da muss man noch 2-3 eigene VPNs vorschalten dann bist du sicher 😏

One
One
Tratscher
7 Tage 15 h

Laut den DSGVO Richtlinien, ist das Darknet der einzige Ort, wo die ganzen Privacygesetze eingehalten werden. Gar nicht mal so schlecht würd ich sagen.

Pork
Pork
Tratscher
7 Tage 20 h
wouxune
wouxune
Tratscher
7 Tage 18 h

Dank der guten Beschreibung woas i iatz a wieman do inne kimp!👍🏻😊 Danke SN.

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