Von: luk
Bozen – Mitten im Schulalltag einfach abschalten, Freunde treffen, gemeinsam lernen oder eine Runde Tischkicker spielen? Der neue Inhouse-Jugendtreff „Room 67“ an der Wirtschaftsfachoberschule “H. Kunter” – getragen vom Jugenddienst Bozen – macht genau das möglich: ein offener Raum für Begegnung, Musik, Gaming, Hausaufgaben – und jede Menge Mitgestaltung.
Am Donnerstag wurde der „Room 67“ an der WFO offiziell eröffnet. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter sowie Ehrengäste nahmen an der Feier im Außensitz der WFO in der L.-Cadorna-Straße teil.
Unter ihnen auch Landesrat Bildungslandesrat Philipp Achammer, Amtsdirektor Konrad Pamer, Direktor Ralf Stefan Troger, Initiatorin Prof. Ingeborg Mahlknecht sowie Dr. Edith Ploner Verwaltungsrätin der Stiftung Sparkasse und das Team des Jugenddienstes Bozen.

Nach einem offenen Empfang und kurzen Grußworten wurde das Projekt vorgestellt, das seit Schulbeginn bereits im Aufbau ist. Träger des Projekts ist der Jugenddienst Bozen. Besonders Jugendarbeiterin Julia Gögele und Michael Torggler vom Jugenddienst Bozen, die in das Projekt viel Arbeit investiert haben, freuten sich über die gelungene Eröffnung.
Mit dem symbolischen Durchschneiden eines Bandes und der Enthüllung eines großen Namensschildes fiel der offizielle Startschuss für „Room 67“ – benannt nach einem partizipativen Prozess, in dem sich die Schülerinnen und Schüler selbst für diesen Namen entschieden hatten.

Anschließend wurde es bewusst weniger formell: Beim Tischkicker-Anstoß und Playstation begann der Betrieb ganz im Sinne des Konzepts.
Landesrat Achammer und Direktor Ralf Stefan Troger ließen es sich dabei nicht nehmen, selbst zum Kicker zu greifen und gemeinsam mit Jugendlichen zu spielen.
Pilotprojekt zwischen Schule und Jugendarbeit
Der Inhouse-Jugendtreff versteht sich als innovatives Pilotprojekt, das schulische Lebenswelt und Jugendarbeit eng miteinander verknüpft. Ziel ist es, direkt im Schulalltag einen niederschwelligen, freiwilligen Raum zu schaffen – zum Lernen, Entspannen, Ausprobieren und Begegnen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht Nachhilfe, sondern Beziehungsarbeit. Eine pädagogische Fachkraft des Jugenddienstes begleitet die Jugendlichen jeweils montags und mittwochs von 13.05 bis 16.00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, das Angebot richtet sich an Oberschülerinnen und Oberschüler.
Paten und Patinnen nehmen “jüngere Semester” an die Hand
Eine besonders wichtige Rolle nehmen dabei die älteren Oberschülerinnen und Oberschüler ein, wie Noah und Mimi gegenüber Südtirol News erklären. Sie engagieren sich als Patinnen des Projekts und fungieren als Bindeglied zwischen Jugenddienst, Schule und Schülerschaft. Vor allem die ersten Klassen begleiten sie beim Kennenlernen des neuen Angebots, erklären Ablauf und Regeln und nehmen mögliche Hemmschwellen.
Gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler sei es wichtig, „dass man von Gleichaltrigen hört, was man hier machen kann“, schildern die beiden. Der Peer-to-Peer-Ansatz soll dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und den Treff von Beginn an als offenen, niederschwelligen Raum erlebbar zu machen. Dazu gehöre auch, dass der Raum allen offen steht. Schüler der Nachbaroberschule würden auch regelmäßig vorbeischauen, so Mimi und Noa.
Darüber hinaus brachten sich die Patinnen auch inhaltlich ein: Sie sammelten Rückmeldungen aus den Klassen, gaben konkrete Inputs zur Raumgestaltung – etwa zur Aufteilung von Lern- und Chillbereichen – und äußerten Wünsche zu Aktivitäten wie Gaming, Musik oder kreativen Workshops. Damit wird die Mitgestaltung nicht nur theoretisch betont, sondern praktisch gelebt.
Zwei Räume – viele Möglichkeiten
Die Schule stellt zwei Räume zur Verfügung: einen Lern- und Ruheraum mit Arbeitsplätzen und Rückzugsmöglichkeiten sowie einen Freizeit- und Aktionsraum mit Spielen, Gaming-Angeboten und Platz für Austausch. Auch der Außenbereich wird eingebunden – mit Sportmöglichkeiten und Chillzonen.

Ob gemeinsam Mittag essen, Hausaufgaben erledigen, Präsentationen vorbereiten oder einfach Musik hören und Freunde treffen: “‘Room 67’ soll ein Ort sein, den Jugendliche als ihren eigenen Raum wahrnehmen und aktiv mitgestalten. In einem mehrstufigen Beteiligungsprozess wurden Wünsche und Ideen der ersten und zweiten Klassen systematisch erhoben und in die Planung integriert”, so Julia Gögele, die das Projekt betreut.
Fokus auf Freiwilligkeit und Mitgestaltung
Das Konzept orientiert sich an den Grundprinzipien der offenen Jugendarbeit: Freiwilligkeit, Niederschwelligkeit, Partizipation, Lebensweltorientierung und Beziehungsarbeit. Angestrebt wird, jährlich rund 40 bis 50 Jugendliche zu erreichen. Besonders im Blick sind jene, die zu Hause keine optimalen Lernbedingungen vorfinden oder sich zusätzliche soziale Anknüpfungspunkte wünschen.
Geplant sind neben dem offenen Treffbetrieb auch Workshops und Aktionen – etwa zu Medienkompetenz, kreativen Ausdrucksformen, Bewegung oder mentaler Gesundheit.
Mit „Room 67“ entsteht damit an der WFO ein zusätzlicher Bildungs- und Lebensraum. Die enge Kooperation zwischen Schule und Jugenddienst Bozen soll das Projekt nachhaltig verankern – als Ort, an dem Lernen, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung selbstverständlich zusammengehören.










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