Glühender Kommentarbereich

Kernenergie für Italien: Mehrheit zieht nicht mit

Mittwoch, 18. Januar 2023 | 07:00 Uhr

Rom – Ende November hat Lega-Chef Matteo Salvini angekündigt, dass Italien in wenigen Jahren zur Atomkraft zurückkehren wolle. Das erste Atomkraftwerk soll seinem Vorhaben nach bei Mailand errichtet werden. Salvini argumentiert, dass die Kernreaktoren der letzten Generation sicher und günstig seien und lediglich sieben Jahre Bauzeit benötigen.

Doch allzu begeistert scheint man in Südtirol über derartige Gedankenspiele und Ideen nicht zu sein. Einer Südtirol News-Spontanbefragung zufolge erklärten 62 Prozent der rund 7.000 Teilnehmer, keine Atomkraftwerke in Italien zu wollen. Das sei nicht zukunftsfähig. 38 Prozent meinen hingegen, dass sich die Zeiten geändert hätten. Italien müsse den Weg zur Nuklearenergie beschreiten.

Der Kommentarbereich glühte bei der Abstimmung regelrecht. Rund 150 Kommentare und Meinungen wurden abgegeben. Zu den Befürwortern von Kernenergie in Italien zählt @forzafcs: “Ein klares JA, günstig, sauber und sicher. Es gibt mittlerweile auch Projekte wo aus den Atommüll noch weiter Energie gewonnen wird, also besteht auch kein Problem mehr mit der Endlagerung. Es hat einen Grund warum alle Länder zu Atomenergie zurückkehren wollen. Leider wurde uns jahrelang Angst gemacht bzgl. Atomenergie, sodass viele Menschen noch dagegen sind.”

Widerspruch kommt von @xXx: “Da bist du aber ein bisschen sehr leichtgängig. Ich bin selber pro Atomkraft, aber das es keine Probleme mehr mit der Entsorgung gibt ist falsch. Auch das Thema Sicherheit ist nicht unproblematisch, vor allem weil wir in Zukunft immer mehr mit Wasserknappheit rechnen müssen. 2022 mussten viele AKWs in Europa herunter gefahren werden, weil es an Kühlwasser fehlte. Außerdem müssten wir die AKW neu bauen, da kommen dann Fragen über Zeit, Kostennutzen, Wirtschaftlichkeit usw. auf. Günstig ist der Atomstrom auch nicht und durch immer höhere Sicherheitsstandards und kompliziertere Technologien (Kühlung mit Meerwasser z.b.) wäre dieser Strom Wirtschaftlich gesehen ziemlich uninteressant.”

@Neumi sieht es so: “Die Gesamtkosten von Atomkraftwerken werden gerne unterschätzt. ‘Günstig’ sind die schon lange nicht mehr, vor allem wegen der immens hohen Wartungs- und Abbaukosten. Mit Wind ist man heutzutage bei weitem besser dran.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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16 Kommentare auf "Kernenergie für Italien: Mehrheit zieht nicht mit"


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OH
OH
Superredner
16 Tage 21 h

Billige Atomenergie aus Italien ablehnen aber teuren “Atomstrom” aus den Nachbarländern einkaufen !!! (Dann sollte man sich nicht über Höhe Strompreise beschweren)
Wie absurd ist das denn ??? !! Italien ist umzingelt von Atomkraftwerken in den Nachbarländern ! Sollte dort etwas passieren, ist Italien genauso betroffen als wenn hier die AKW’s stehen!

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 19 h

Wenns dir nur um den Preis geht hast du nichts daraus gelernt! Auserdem, muss man nachmachen wenn anderes etwas Falsches tun? Nur weil sie es tun?

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
16 Tage 19 h

billiger Strom 😅🤣😂
Betriebswirtschaft ist nicht deine Stärke!
Wenn du alle Kosten reinrechnest wie Entlagererschliesung und Abbruchkosten ist das mit Abstand die teuerste Energie!

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
16 Tage 18 h

@OH… Kernkraftwerke, teuer, problematisch, alte Technologie, viele Jahre Bauzeit, wahrscheinlich bei Bauende bereits veraltet…. Italien hat auch kekn Uran… geschweige denn die Kühlung bei Wassernotstand der Flüsse…

Neumi
Neumi
Kinig
16 Tage 13 h

1. Atomenergie ist nicht billig
2. Atomkraftwerke bauen sich dann aber gegen nahegelegene Standorte für Baut und Müllentsorgung wehren … wie absurd ist das denn?

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
16 Tage 10 h

@OrtlerNord: die Versicherungskosten für eventuelle Schadensfälle nicht vergessen. Jeder Schifahrer braucht eine Versicherung auf der Piste. Da die Schäden bei einem GAU derart groß wären, gibt es weltweit keine einzige Versicherung dagegen. Die Prämie wäre unbezahlbar. Daher tragen wir die Kosten hierfür. Und: 80% des radioaktiven Mülls entstehen bei der Urangewinnung (nicht nur beim Betrieb). Wohin damit?

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 20 h

Gutes Ergebnis, wenn auch nicht repräsentativ! Also haben Umwelt Aktivisten und Experten mit ihrer Aufklärung doch den grösseren Teil der Bevölkerung erreicht!

Paladin
Paladin
Superredner
16 Tage 18 h

@N.G.: Naja, ein verzerrtes Bild der Realität. Oder wer sich in Rom, Wien, Berlin, etc. auf die Straße klebt mag überzeugt sein etwas für die Umwelt nachhaltig bewirkt zu haben, während in China 10 neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen.
Grundsätzlich braucht es Alternativen und Aufklärung. Kann Italien ohne den Zukauf von Atomenergie aus anderen Ländern einen bezahlbaren Strom garantieren? Gibt es Kosten-equivalente Alternativen? Diese Themen müssen angesprochen und beantwortet werden. Sonst führt es nur zu sozialen Missständen und eher zu Widerstand gegen umweltgerechte Maßnahmen.

N. G.
N. G.
Kinig
16 Tage 15 h

@Paladin Nur weil andere Länder den Unsinn weiter betreiben, muss er nicht gut sein. Jemand muss den Anfang machen, wir es beispielsweise die Deutschen tun.
Wenn Italien seine Möglichkeiten zur anderweitigen Stromerzeugung nicht nutzt, muss man sich fragen in welchen Saftladen wir wohnen!
Du weißt ganz genau, dass es nen Unterschied zu Klimaktivisten und Klimaklebern gibt. Also wirf nicht alle in einen Topf und diskreditiere damit die Vernünftigen.

Paladin
Paladin
Superredner
16 Tage 13 h
@N.G.: Deutschland hat durch den Atomausstieg und die Weigerung eine Verlängerung einzuführen, ein neues Braunkohlerevier eröffnet. Was zurzeit gerade zu massiven Protesten und Kritiken führt und wie ein Lauffeuer durch die Medien geht. Alleine das zeigt die Zerfahrenheit dieses Themas. Das Problem ist, das die s.g. Klimaaktivisten hier alles in einen Topf werfen. Sie wollen die Energiewende jetzt, sofort, wie ein störrisches Kind. Sie blockieren Lützerath, wollen aber auch keine Atomenergie. Das ist scheinheilig und vor allem realitätsfremd. Realität ist, dass es vorübergehend – nicht für immer – das eine oder andere braucht um die Energieversorgung zu decken. In Deutschland… Weiterlesen »
panzat
panzat
Neuling
16 Tage 15 h

Atomenergie ist hochriskant und die Endlagerung ist oft nicht geklärt.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
16 Tage 13 h

panzat..
Sie ist nirgendwo sicher geklärt!
Sie ist nur dort geklärt wo man die Anforderungen nach unten gesetzt hat!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
16 Tage 10 h

@Panzat: bei Endlagerung reden wir von tausenden Jahren…..diese Frage kann damit gar nicht geklärt werden.

laager
laager
Grünschnabel
16 Tage 16 h

An all jene die denken, dass Italien damit einen Fehler macht. Ist euch bewusst, dass es Jahre bis Jahrzehnte braucht Atomkraftwerke zu bauen? Wir haben nicht die Infrastruktur. Es zahlt sich jetzt nicht mehr aus. Man hätte früher was machen müssen. Wenn man saubere Energie will, dann gibts jedoch genug andere Quellen. Sonne gibs in Italien reichlich. Wind auch. Wasserkraft ist mit all den Bergketten auch erweiterbar. Also Atom wäre ne dumme Idee.

Oracle
Oracle
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

@laager…. ganz genau! Jetzt im Sonnenland Italien auf Kernkraft zu setzen, ist purer Wahnsinn! Die Sonne scheint täglich, man müßte sie nur besser nutzen! Hätte jedes Haus eine PV-Anlage mit Speicher, bräuchten wir wahrscheinlich sogar weniger Kraftwerke!

klablueter
klablueter
Grünschnabel
15 Tage 13 h

Mailand? Warum nicht weiter unten bei Orten mit weniger Bevölkerungsdichte?

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