Unterschiedliche Güteklassen

Was besagt die Herkunftsangabe bei Olivenöl?

Samstag, 06. März 2021 | 08:06 Uhr

Bozen – Für Olivenöl der beiden Güteklassen nativ extra (extra vergine) und nativ (vergine) ist in der Europäischen Union die Angabe der Herkunft verpflichtend vorgeschrieben. Dabei wird – je nach Ursprung – entweder der betreffende EU-Mitgliedstaat oder die Europäische Union oder das Drittland, also ein Land außerhalb der Europäischen Union, angegeben.

„Wenn man auf der Etikette beispielsweise die Angabe „Hergestellt in Italien“ (Prodotto in Italia) findet, bedeutet das, dass das Öl zur Gänze in Italien aus in Italien geernteten Oliven gewonnen wurde“, erklärt Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. Ein solches Öl darf auch als „100 Prozent italienisch“ (100% italiano) bezeichnet werden. Erfolgen die Ernte der Oliven und ihre Verarbeitung zu Öl dagegen in unterschiedlichen Ländern, muss dies mit dem Wortlaut „Hergestellt in … aus Oliven geerntet in …“ (Ottenuto in … da olive raccolte in …) gekennzeichnet werden.

Wenn Olivenöl aus mehreren Ursprungsländern gemischt wird, ist das Produkt als Mischung zu kennzeichnen, auch dann, wenn nur geringe Mengen beigemischt werden. Erkennbar ist dies an den folgenden Angaben: „Mischung von Olivenölen aus der Europäischen Union“ (z.B. aus Spanien und Portugal); „Mischung von Olivenölen aus der Europäischen Union und aus Drittländern“ (z.B. aus Spanien und Tunesien); „Mischung von Olivenölen aus Drittländern“ (z.B. aus Tunesien und der Türkei).

Zusätzlich kann Olivenöl eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U. bzw. DOP – Denominazione di Origine Protetta) tragen, wenn sowohl die Ernte der Oliven als auch die Pressung in einem ganz bestimmten Gebiet nach anerkanntem Verfahren erfolgen. Beispiele dafür sind in Italien die Ursprungsbezeichnungen „Riviera Ligure DOP“, „Garda DOP“ oder „Umbria DOP“. Diese Öle weisen in der Regel einen individuellen, regionaltypischen Geschmack auf und unterliegen zusätzlichen Qualitätskontrollen.

Olivenöl der Güteklasse nativ extra (extra vergine) stammt übrigens aus Kaltpressung und darf einen Säuregehalt (Gehalt an freien Fettsäuren) von maximal 0,8 Prozent aufweisen, der Geschmack muss fruchtig und frei von sensorischen Fehlern sein. Olivenöl der Güteklasse nativ (vergine) wird ebenfalls ausschließlich mit mechanischen Verfahren und ohne Wärmeeinwirkung gewonnen, darf jedoch leichte sensorische Fehler und einen höheren Säuregehalt von bis zu zwei Prozent aufweisen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Was besagt die Herkunftsangabe bei Olivenöl?"


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quilombo
quilombo
Tratscher
1 Monat 11 Tage

der Geschmack des Olivenöls hängt nicht nur von den verschiedenen Ernte- und Verarbeitungsmethoden ab, sondern auch stark von der Sorte. Es gibt über 1000 Olivensorten auf der Welt, fast 500 davon werden in Italien angebaut.
Die besten Öle sind die chilenischen und die italienischen.
Den Säuregehalt ist ein Meßwert, den man nicht schmecken kann. Ein mildes Öl kann einen hohen Säuregehalt aufweisen, und umgekehrt.

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 11 Tage

Die Herkunftsangabe besagt, woher es kommt

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Nein absolut nicht immer der Fall. Dank der EU wird die Landwirtschaft zerstört!

OrtlerNord
OrtlerNord
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@Spiegel
Das hat mit EU überhaupt nichts zu tun. Man braucht sich nur die Gesamtprodukion und Gesamtverkaufsmenge unter dem Herstellungsland Italien vergleichen.
Dann weißt du wo die Panscher sitzen.

OrtlerNord
OrtlerNord
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Träum weiter.

Faktenchecker
1 Monat 11 Tage

Das zerstören ganz andere:
“Gefälschtes Olivenöl – ein Millionengeschäft
Organisierte Kriminalität”

https://mafianeindanke.de/wie-die-organisierte-kriminalitaet-mit-gefaelschtem-olivenoel-millionen-macht/

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Mein Olivenöl kommt, genauso wie der Pecorino, ausnahmslos von kleinen, regionalen und selbstvermarkenden Bauern in Sardinien. Für mich ! ist es das Beste, weil ich es jahrzehntelang gewöhnt bin. Leider hat Corona den Vorrat auf ein Minimum schrumpfen lassen. Höchste Zeit für den nächsten Besuch und Einkauf.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Ich hab mir sagen lassen, wer gutes Olivenöl kaufen will, sollte für 1 l mindestens 15€ ausgeben!

quilombo
quilombo
Tratscher
1 Monat 11 Tage

ein kleiner Hersteller, welcher nicht auf großzügige staatliche Beiträge und von der EU rechnen kann, hat pro Liter Olivenöl zirka 7 Euro Eigenkosten. Kann auch mehr sein.
In der tradizionellen Landwirtschaft kann man mit einem durchschnittlichem Ertrag pro ha von 1600 Litern öl rechnen. Dieser Wert kann allerdings sehr weit auseinander klaffen, aber man kann sich vorstellen, daß ein kleiner Bauer wohl nicht vom Olivenöl allein leben kann.

halihalo
halihalo
Superredner
1 Monat 11 Tage

ich glaube da lauft wohl immer noch viel Schwindel der für uns Endverbraucher nur sehr schwer feststellbar ist .
übrigens , und das ist aber ein anderes Thema , werden die meisten schwarzen Oliven die wir im Supermarkt zu kaufen bekommen von grün zu schwarz umgefärbt mit Eisen Glukomat 🙄

quilombo
quilombo
Tratscher
1 Monat 11 Tage

weil wenn man sie ausreifen ließe, die Ausfallquote sehr hoch wäre

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