Dieses Verhalten kann beim Autofahren in der Katastrophe enden

Wenn der Skischuh zu einem 150-kg-Geschoss wird

Montag, 12. Februar 2024 | 08:06 Uhr

Die Semesterferien laden zu Skiausflügen und Kurzurlauben ein. “Wir beobachten immer wieder, dass viele Menschen ihr Gepäck einfach auf den Beifahrersitz oder die Rückbank stellen. Das kann jedoch rasch gefährlich werden, denn ungesicherte Ladung kann bei einem Auffahrunfall mit ca. 50 km/h Belastungen erzeugen, die dem 50-fachen des Eigengewichts entsprechen. So wird dann zum Beispiel ein Skischuh mit drei kg zu einem 150-kg-Geschoss”, erklärt Hermann Wirrer, Chefinstruktor Nutzfahrzeuge der ÖAMTC Fahrtechnik.

Außerdem kann nicht – oder nicht ausreichend – gesicherte Ladung schwerste Verletzungen der Fahrzeuginsassen nach sich ziehen und zu Schäden im Auto führen. “Egal, ob man zu einem Ski-Tagesausflug unterwegs ist oder mit der Familie auf Urlaub fährt: Gepäck gehört so verstaut, dass es sich bei Fahr- und Bremsmanövern nicht selbstständig macht”, gibt Wirrer zu bedenken. Seine Tipps zur Ladungssicherung:

* Schwere Gegenstände gehören in den Kofferraum. “Koffer und Taschen sollten im Kofferraum möglichst weit unten an der Rückseite der hinteren Sitzbank platziert werden. Oder man packt sie in den hinteren Fußraum”, erklärt Wirrer. Auf der Hutablage sollte nichts liegen – auf den Rücksitzen nur, wenn es mit Zurr- oder Sicherheitsgurten gesichert ist.

* Sperriges in die Dachbox. Gegenstände wie Ski oder Snowboard werden sicherer in einer Dachbox transportiert.

* Zurrgurte verwenden. Schwere Gegenstände sollten immer mit Zurrgurten oder Gepäcksnetzen gesichert werden.

* Sicherheitsgurte als Verstärkung nutzen. “Die Gurte können quer über die Lehne gespannt und geschlossen werden. Dadurch wird die Rücksitzlehne im Ernstfall zusätzlich abgefangen”, empfiehlt der Fachmann.

* Taschen verschließen, Kartons abdecken. “Taschen oder Einkaufskörbe, die lose Teile enthalten, sollten verschlossen oder zugedeckt werden”, so Wirrer. Bei Fahrzeugen mit Fließheck sorgen Sicherheitsnetze und Trenngitter für zusätzliche Sicherheit. Ohne diese sollte das Gepäck die Oberkante der Rücksitzlehne nicht überragen.

* Freie Sicht. Wichtig ist beim Packen auch, dass die Sicht frei bleibt. “Der ‘3-S-Blick’, also über Innenspiegel, Außenspiegel und über die Schulter, muss möglich sein”, lautet der abschließende Tipp des Chefinstruktors.

Strafrahmen für falsche Ladungssicherung wurde angehoben

Eine Falschmeldung, die speziell in Slowenien und Kroatien die Runde gemacht hat: Die Mitnahme von Ski, Snowboard und Co. solle in Österreich – so die Behauptung – im Pkw-Innenraum nicht mehr erlaubt sein. Das stimmt nicht, stellt der Mobilitätsclub klar: Es gibt in Österreich keine besonderen Bestimmungen zum Transport von Sportgeräten. Das entbindet Kfz-Lenker allerdings nicht davon, ihre Ladung entsprechend zu sichern. Wer darauf verzichtet, riskiert eine Strafe, die nach Erhöhung des Strafrahmens bis zu 10.000 Euro ausmachen kann. Außerdem kann die Weiterfahrt verboten werden. Wenn die Verkehrssicherheit anderer Verkehrsteilnehmer durch mangelnde Sicherung gefährdet wurde, kann das sogar mit einer Vormerkung geahndet werden. Dies ist zum Beispiel bei einer falsch beladenen und montierten Dachbox der Fall, die auf der Straße landet und eine Gefahr für den Nachfolgeverkehr darstellt.

Fahrtechnik-Training gibt Sicherheit – Profis zeigen Kniffe der Ladungssicherung

Das richtige Verhalten bei extremen Fahrverhältnissen sollte regelmäßig trainiert werden. Das kann man bei einem Training in einem ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum trainieren. “Hier bekommt man das Gefühl dafür, wie das Auto bei Glatteis oder Schneeglätte auf verschiedene Aktionen wie Bremsen reagiert. Im Ernstfall kann einem dieses Wissen das Leben retten”, hält Wirrer fest. Auch gibt es die Möglichkeit, ein Personal Coaching zu buchen, im Rahmen dessen die Instruktoren auf individuelle Fragen und Herausforderungen der Teilnehmenden, wie z. B. die richtige Ladungssicherung, eingehen können. Mehr Infos unter: https://www.oeamtc.at/fahrtechnik/

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Wenn der Skischuh zu einem 150-kg-Geschoss wird"


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Homelander
Homelander
Superredner
19 Tage 14 h

Gewisse Sachen, sagen einem ja die Logik… aber wenn man sich so umschaut im Strassenverkehr, was da einige so mitschleifen,und wie sie es verladen haben, da denk ich mir öfters, hoffentlich kommen die heil an ihr Ziel…

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