Elektrofahrräder und E-Bikes

Wer den Unterschied nicht kennt, riskiert über 6.000 Euro Strafe

Donnerstag, 23. Mai 2019 | 10:41 Uhr

Bozen – Elektrofahrräder sind im Trend: Sie begeistern mit der Kombination aus Technik und Sport – und auch wegen ihrer Reichweite. Der Beitrag zum Klimaschutz, wenn dann das Auto stehenbleibt, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die Begriffsverwirrung ist groß. Auch im Internet werden E-Bikes als Elektrofahrräder angeboten. Dabei ist der Unterschied wesentlich, denn es stellen sich viele Fragen: Helmpflicht, Führerscheinpflicht, Kennzeichenpflicht, Versicherungspflicht, Radweg oder Straße? Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) gibt Hinweise auf rechtliche Fragen.

Welche Bezeichnung ist richtig?

Pedelec steht für Pedal Electric Cycle. Dies sind Fahrräder mit hybridem Antrieb. Der Radfahrer wird beim Treten von einem Elektromotor mit maximal 0,25 kW (Kilowatt) Leistung in einstellbaren Stufen unterstützt. Die zugelassene Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h. Unterstützt der Motor des Elektrofahrrades nur, wenn der Fahrer selbst in die Pedale tritt, und ist die Motorunterstützung auf 25 km/h begrenzt, so handelt es sich laut Straßenverkehrskodex um ein Fahrrad. Dabei ist auch eine kurze Anfahrhilfe ohne Treten (bis sechs km/h zulässig). Für diese – dem konventionellen Fahrrad rechtlich gleich gestellten Räder – gelten folgende Regeln: Radwege sind erlaubt und bei entsprechender Beschilderung Pflicht. Ein Fahrradhelm und eine Privathaftpflichtversicherung sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber zu empfehlen.

Jedoch aufgepasst: Wer den Geschwindigkeitsbegrenzer manipuliert und so bis 45 km/h schnell unterwegs ist, begeht einen Gesetzesverstoß, der teuer zu stehen kommen kann.

E-Bike: Elektrofahrrad mit Elektromotor

Wer ein Elektrorad kauft, das auch ganz ohne Treten Tempo macht, betreibt rechtlich gesehen einen Motorroller (Scooter, Moped). Diese werden als E-Bikes im engeren Sinn bezeichnet. Wie für Mopeds sind beim Fahren auf öffentlichen Straßen Kennzeichen, Haftpflichtversicherung, Führerschein, Rückspiegel, Positionslichter und Helmpflicht vorgesehen. Dies gilt auch für alle Elektroräder, bei denen der Motor den Fahrer auch bei Geschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde weiter unterstützt.

Vorgesehene Strafen

Die Strafen für die verschiedenen Übertretungen (Fehlen der Kennzeichens, Fahren ohne Führerschein, Fahren ohne Immatrikulierung, Fehlen der Versicherung) sowie vor allem die Kosten bei eventueller Beschlagnahme können gesalzen ausfallen und – sollte es beträchtliche Sach- oder sogar Personenschäden geben – auch die finanzielle Zukunft gefährden. Bei einem Unfall in Bozen wurden erst kürzlich Strafen von über 6.000 Euro verhängt.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Zunächst ist es notwendig, sich im Klaren zu sein, welches Fahrzeug hier gekauft wird. Die Betriebsanleitung, aber auch eine Anfrage bei einer Polizeibehörde können Auskunft geben. Der Käufer eines Elektrorades sollte sich im Vorfeld Gedanken über die Verwendung des Gefährts (Stadtrad, Pendlerrad, Treckingrad, Radsport) machen. Auch faltbare Elektroräder sind erhältlich. Testberichte und Fachartikel können dabei helfen, das passendes Modell mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis zu finden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

12 Kommentare auf "Wer den Unterschied nicht kennt, riskiert über 6.000 Euro Strafe"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
27 Tage 12 h

Mittlerweile bräuchte es auch ein “Führerscheinchen” für das einfache Fahrrad, weil viele Fahren durch die Gegend als ob für sie die Strassenverkehrsordnung nicht gelten würde…

nuisnix
nuisnix
Superredner
27 Tage 7 h

Das gilt aber auch für Auto- und Motorradfahrer, obwohl sie einen Führerschein haben.
So einfach ist das Problem also nicht zu lösen.
Das gilt unter anderem auch für die Klein-Groß-Schreibung und das Problem mit dem “ß” 😉

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
27 Tage 6 h

@nuisnix

Ich bin Schweizer, ich hab kein ß 😉

nuisnix
nuisnix
Superredner
26 Tage 15 h

Mensch, da sind ja mal wieder Minus-Drücker unterwegs…

Paul
Paul
Universalgelehrter
27 Tage 9 h

Aber schmutzige deutsche Diesel dürfen zirkulieren

nuisnix
nuisnix
Superredner
27 Tage 7 h

Genauso wie italienische, französische und andere…
Paul, welches Auto fährst du?

sarkasmus
sarkasmus
Grünschnabel
27 Tage 3 h

Wer sagt das experten? Glaubst du jeden der sich experte nennt?

Neumi
Neumi
Kinig
27 Tage 3 h

Kritisier ihn doch nicht für etwas, was du frei erfunden hast. In seinem Post steht nichts von Experten.
Außerdem … wem glaubst du denn, wenn schon nicht Experten? Hausverstand, Stammtischgemotze und Internetforen?

alpenfranz
alpenfranz
Tratscher
27 Tage 7 h

man könnte doch eine normale Lösung finden

– ab 16
– Fahrradhelm Pflicht
– Verkehrserziehung (8 Stunden)

und passt.

wenn ich mit dem normalen Rad mit der.mendelbahn rauffahre und dann mit 80 km/h runter ohne Helm sagt auch keiner was.

sabine
sabine
Grünschnabel
27 Tage 2 h

Diese E Bikes gehen mir irgendwie auf den Nerv. Sie fahren auf die Gipfle der Berge rauf, wo sie nicht hingehören, beschädigen Wege und gefährden Personen. In der Stadt düsen sie rum wie wilde, auch in der Fussgängerzone, man meint erst es ist ein Rad aber dann erschrickt man fast wenn man die Geschwindigkeit erkennt. Das Ganze muss endlich geregelt werden.

Queen
Queen
Tratscher
27 Tage 10 h

Hauptsache die Verbraucher müssen zahlen!!!

kik
kik
Tratscher
27 Tage 12 h

Warum einfach, wenns kompliziert auch geht?und alles in Englisch wäre wesentlich einfacher! 🤔

wpDiscuz