Von: stnews
Rom – Fast jeden Tag stirbt in Italien ein Mensch bei einem Arbeitsunfall. 729 tödliche Arbeitsunfälle registrierte das Unfallversicherungsinstitut INAIL im Jahr 2025 – sieben mehr als im Vorjahr. Dazu kommen 273 Todesfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Die Zahlen steigen seit Jahren, doch jetzt soll eine revolutionäre Erfindung die Wende bringen.
Das INAIL hat gemeinsam mit vier italienischen Universitäten, darunter die Niccolò Cusano, La Sapienza, die Universität Viterbo und die Federico II in Neapel, ein Patent erhalten, das die Ausbildung von Arbeitern grundlegend verändern könnte: ein Exoskelett für Virtual Reality.
Anders als klassische Exoskelette, die körperliche Arbeit erleichtern sollen, dient dieses Gerät der Simulation. Es wird am Oberarm getragen und simuliert realistische Krafteinwirkungen und Berührungen in virtuellen Welten. „Der Nutzer spürt tatsächlich den Widerstand eines Werkzeugs, die Vibration eines Bohrers oder das Gewicht eines Ventils“, erklärt Professor Fabrizio Patanè von der Unicusano, der die Software-Entwicklung leitete.
Die Idee dahinter: Arbeiter können in sicheren, virtuellen Umgebungen trainieren, bevor sie echten Gefahren ausgesetzt werden, sei es in Zisternen, Silos, auf Strommasten oder in engen Kanälen. „Wir können beobachten, ob ein Unfall durch falsches Verhalten oder durch die gefährliche Umgebung verursacht wird“, so Patanè. Das System erlaubt präzise Analysen von Arbeitsabläufen und deckt Schwachstellen auf, bevor Menschenleben gefährdet werden.
Das Exoskelett könnte auch in der Rehabilitation und Industrie eingesetzt werden. Die Technologie steht. Jetzt muss sie nur noch flächendeckend in Betrieben ankommen.



Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen