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Brixner Auwald: Rodungsstopp bestätigt – hier fällt der größte Baum – VIDEO

Donnerstag, 09. April 2026 | 15:55 Uhr

Von: stnews

Das Verwaltungsgericht der Autonomen Sektion für die Provinz Bozen hat den Aussetzungsantrag gegen die Rodung des Brixner Auwaldes bestätigt. Damit bleiben die bereits Anfang März verhängten Maßnahmen aufrecht: Bis zur Entscheidung in der Hauptsache dürfen im betroffenen Waldgebiet keine weiteren Arbeiten durchgeführt werden.

Bereits am 7. März 2026 waren die Rodungsarbeiten, die am Vortag in den frühen Morgenstunden begonnen hatten, per Präsidialverfügung gestoppt worden. Auch das Forstinspektorat Brixen hatte zuvor die Rodung eingestellt und Vorgaben für den Umgang mit bereits gefällten Bäumen erlassen.

Der Rekurs vor dem Verwaltungsgericht wurde vom Artenschutzzentrum St. Georgen und dem WWF Trentino-Südtirol eingebracht. Unterstützt wird das Verfahren von einer Meraner Rechtsanwältin. Dem Verfahren beigetreten sind das Land Südtirol, die Gemeinde Brixen sowie die Firma Progress. Gegenstand der Anfechtung sind unter anderem Änderungen des Bauleit- und Landschaftsplans, mehrere Gemeindebeschlüsse sowie ein Beschluss der Landesregierung und das erlassene Rodungsdekret.

Die mündliche Verhandlung ist für den 22. Juli 2026 angesetzt. Bis dahin gilt ein vollständiger Baustopp im Auwald. Lediglich die Umzäunung des Geländes wurde erlaubt. Diese Maßnahme wurde auch von den Rekursstellern akzeptiert, um das bereits gefällte Holz gegebenenfalls für eine spätere Renaturierung nutzen zu können.

Die Firma Progress plant in der Brixner Industriezone den Bau eines neuen Betriebsgebäudes und hatte dafür mit der Rodung begonnen. Laut Umweltorganisationen wurde dabei bereits rund ein Drittel des Waldes zerstört. Der Auwald gilt als ökologisch wertvoll: Laut Erhebungen wurden dort 64 Vogelarten nachgewiesen, von denen 29 auch brüten. Darunter befinden sich mehrere gefährdete Arten.

Beim betroffenen Gebiet handelt es sich zudem um einen europaweit geschützten FFH-Lebensraum. Das rund 2,5 Hektar große Waldstück erfüllt laut Umweltschützern eine wichtige Funktion als Biotopverbindung innerhalb der Talsohle.

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