Von: mk
Bozen – In Bozen sind die Arbeiter der Valbruna-Stahlwerke auf die Straße gegangen, um für den Erhalt des Standorts zu demonstrieren. Die Ausschreibung vom Land, die eine Pacht von 150 Millionen Euro über 50 Jahre vorsieht, wird aller Voraussicht nach ohne Bieter bleiben, schreibt die Nachrichtenagentur Ansa. Sorge um die Sicherung hunderter Arbeitsplätze macht sich breit. Am Protest haben sich rund 1.500 Personen beteiligt.
Das Land Südtirol hatte das Areal mit einer Pachtforderung von 150 Millionen Euro für die nächsten 50 Jahre ausgeschrieben. Experten und Gewerkschaften gehen jedoch davon aus, dass diese Ausschreibung am 15. Januar ergebnislos auslaufen wird, da die Konditionen als nicht marktgerecht gelten. Die Belegschaft fordert nun ein Ende der Hinhaltetaktik.
„Die Arbeiter brauchen Klarheit, keine Zweifel“, forderten die Vertreter der Gewerkschaften Fiom, Fim und Uilm während der Kundgebung. Trotz der strategischen Bedeutung des Werks, die sogar die Regierung in dazu veranlasste, mittels „Golden Power“-Regelung die Produktionskontinuität des Werks in Bozen zu sichern, fehle ein konkreter Fahrplan der Landesregierung.
Während das Land auf die formelle Beendigung der Ausschreibung wartet, haben die Eigentümer von Valbruna bereits Interesse signalisiert, das Gelände zu kaufen, statt es zu pachten. Für die Gewerkschaften ist klar: Nach dem 15. Januar müssen sofortige Verhandlungen beginnen, um eine Schließung oder Produktionsverlagerung zu verhindern, die auch Auswirkungen auf das Werk in Vicenza haben könnte.
Politische Vertreter beteiligen sich an Protest
Auch Vertreter politischer Parteien waren beim Protest anwesend, darunter der Kammerabgeordnete von Fratelli d’Italia, Alessandro Urzí sowie Paolo Zenorini und Roberto Selle von der Lega in Südtirol.
Auch die waren in Bozen auf der Straße an der Seite der Arbeiter und deren Familien. „In einem Kontext großer geopolitischer Instabilität muss der Stahlsektor in Italien dort gestärkt werden, wo er bereits vorhanden ist, auch im Sinne strategischer Autonomie, und dabei gleichzeitig Arbeit, Gesundheit und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Ich frage mich auch, wo Minister Urso ist“, erklärte Senatorin Aurora Floridia. Sie fordert die Politik auf, „Verantwortung zu übernehmen und nicht wegzusehen“.
Der Co-Sprecher der Grünen Luca Bertolini bekräftigte die „volle Unterstützung für die Arbeiterinnen und Arbeiter und ihr Recht auf Arbeit, das mit klaren Entscheidungen und politischer Verantwortung verteidigt werden muss“.
Für Cornelia Brugger, Gemeinderätin der Stadt Bozen, ist das Werk Valbruna „ein wesentlicher Bestandteil der Stadt: Seine Zukunft zu ignorieren, heißt, einen Teil der Bozner Gemeinschaft zu ignorieren“.




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