Von: apa
Die staatliche Autobahnholding Asfinag hat 2025 einen Überschuss von 840 Mio. Euro – und damit wieder ein Ergebnis auf dem Niveau von 2023 – erwirtschaftet. Die Mauteinnahmen stiegen im Vorjahr um 8,2 Prozent auf rund 2,7 Mrd. Euro. Wobei Vignetten mit 655 Mio. Euro um 7,5 Prozent mehr einbrachten als 2024. Die Einnahmen aus der Streckenmaut stiegen um 11,6 Prozent auf 263 Mio. Euro. Der Schwerverkehr brachte mit knapp 1,8 Mrd. Euro um 7,9 Prozent mehr ein als 2024.
Die Vignette wird es 2027 nur mehr in digitaler Form geben. Die digitale Vignette kann an 3.500 Vertriebspunkten und an 100 Automaten an 34 Standorten erworben werden. Heuer soll das Vertriebsnetz um 10 bis 15 Automaten sowie um 1.000 Vertriebspunkte erweitert werden. Die Kunden erhalten statt der bunten Vignette eine Bestätigung für den Erwerb einer gültigen Vignette. Dazu muss nur das Kennzeichen beim Kauf angegeben werden.
Im Vorjahr erhöhte die Asfinag die Preise, etwa für die Pkw-Jahresvignette um 7,7 Prozent auf 103,80 Euro. Damit konnte der Überschuss um 14,4 Prozent gesteigert und der Ergebnisrückgang des Jahres 2024 auf 734 Mio. Euro wieder ausgeglichen werden. Die Eigenkapitalquote stieg im Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 48 Prozent, allerdings stiegen auch die Netto-Schulden um 180 Mio. Euro auf 10,74 Mrd. Euro. Rund 251 Mio. Euro flossen als Steuern an den Staat, nach 219 Mio. Euro ein Jahr zuvor. 305 Mio. Euro gehen als Dividende an den Bund, rund 20 Prozent mehr als im Jahr 2024. Seit 2011 summierten sich die Dividenden auf rund 2,5 Mrd. Euro, merkte der ÖAMTC in einer Aussendung an. Ohne die Dividendenzahlung wären die Schulden der Autobahngesellschaft um ein Fünftel niedriger, so der ÖAMTC.
Gesamtfahrleistung nur gering gestiegen
Die Gesamtfahrleistung von Pkw und Lkw auf Österreichs Schnellstraßen und Autobahnen ist nur um 0,3 Prozent auf rund 33 Mrd. Kilometer gestiegen, sagte Asfinag-Vorstandsdirektor Herbert Kasser am Dienstag vor Journalisten. Wobei der Lkw-Verkehr als verlässlicher Indikator für die wirtschaftliche Lage gelte.
Im Vorjahr investierte die Autobahngesellschaft 1,6 Mrd. Euro in die Modernisierung des Autobahnen- und Schnellstraßennetzes. Davon entfielen 632 Mio. Euro auf Neubau und Investitionen sowie 929 Mio. Euro auf die Sanierung. So wurden der Ofenauer- und der Hierfler-Tunnel sowie die Tunnelkette Werfen saniert. Der zweite Streckenabschnitt der S7 wurde ebenso errichtet, wie die zweite Röhre des Karawankentunnels.
Bis 2031 Investitionen von 12,5 Mrd. Euro geplant
Heuer sollen mehr als 2 Mrd. Euro investiert werden, wobei mit 1,17 Mrd. Euro der Schwerpunkt erneut bei der kostenintensiven Sanierung liegen soll. Dies bedeute, dass heuer mit weniger Gewinn und einer höheren Neuverschuldung zu rechnen ist, teilten Kasser und sein Kollege Hartwig Hufnagl mit.
Bei den Arbeiten kommen vor allem österreichische Unternehmen zum Zug. So entfielen mehr als 98 Prozent der zwischen 2020 und 2025 erteilten Aufträge auf heimische Unternehmen. Bei der Auftragserteilung setzt die Autobahngesellschaft seit 2015 auf das Bestbieterprinzip. Nicht nur Technik und Bauzeit seien ausschlaggebend, sondern auch die soziale und ökologische Nachhaltigkeit. In den vergangenen zehn Jahren gab es 1.248 Vergabeverfahren, für die 4.706 Angebote vorgelegt wurden. Das Vergabevolumen bezifferte Asfinag-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl mit 11,1 Mrd. Euro.
Bis zum Jahr 2031 sollen von der Asfinag insgesamt 12,5 Mrd. Euro in die heimische Infrastruktur investiert werden. Rund 62 Prozent davon fließen in die Sanierung und den Erhalt des Streckennetzes. Für die Grünen sowie die Umweltorganisation VIRUS ist dies der falsche Plan: Die Asfinag rechne mit einem hohen Erhaltungsaufwand und einem stark steigenden Zinsniveau, so Verkehrssprecherin Elisabeth Götze in einer Aussendung. Dennoch nütze die Asfinag das Geld zum Betonieren, statt etwa für umwelt- und klimaverträgliche Verkehrsträger. Für Virus-Sprecher Wolfgang Rehm ist es “höchste Zeit, bei ohnehin steigendem Erhaltungsaufwand fossile Neubau-Betonprojekte … in Pension zu schicken.




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