Es kommt erneut zum Lockdown

ASGB: „Kritik von hds passt auf keine Kuhhaut“

Freitag, 05. Februar 2021 | 16:10 Uhr

Bozen – Der Vorsitzende des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), Tony Tschenett, geht mit dem Präsidenten des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol (hds), Philipp Moser, hart ins Gericht. Grund ist dessen Kritik am Beschluss der Landesregierung einen dreiwöchigen Lockdown zu verhängen.

Herr Moser, so Tschenett, hätte anlässlich der Videokonferenz mit den Sozialpartnern vom 3. Februar genügend Möglichkeiten gehabt, Kritik an einem damals schon im Raum stehenden Lockdown zu üben. Damals war er aber der Meinung, wir müssten wennschon jetzt zusperren, um dann danach, wenn an Ostern die Saison wieder startet, arbeiten zu können. Diese 180-Grad-Wende sei nicht nachvollziehbar und erinnere stark an die Posse mit den Weihnachtsmärkten am vergangenen Oktober, so Tschenett.

„Ich schätze immer Geradlinigkeit, aber die Sprunghaftigkeit des hds in dieser schwierigen Zeit ist das Gegenteil davon. Zuerst Pro, dann Contra – das kann es nicht sein. Vor allem, weil ein Verband mit einer großen Reichweite auch die Verantwortung trägt, nicht noch mehr Verunsicherung in der Bevölkerung zu schüren. Die Covid-19-Pandemie ist ein lokales, sektorenübergreifendes Problem, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen betrifft. Wir sitzen also im Endeffekt alle im selben Boot. Und ich kann die Sorgen jedes Einzelnen, genauso wie die Wut vieler Betroffener nachvollziehen. Ein Lockdown muss immer die Ultima Ratio sein – es gibt derzeit aber keine Alternative“, so der ASGB-Chef.

Vor allem die besorgniserregende Situation in den Spitälern – nicht nur in den Covid-19-Abteilungen, sondern auch in den Standardabteilungen – sei ernst zu nehmen. Auch das Renommee Südtirols stehe laut Tschenett auf dem Spiel: „Wenn wir die Inzidenzzahlen nicht drücken, bleibt Südtirol tiefrote Zone. Damit würde uns auch der Sommertourismus vermutlich wegbrechen. Dies hätte nicht nur fatale Auswirkungen auf den Tourismussektor, sondern ebenso für den Handel und das Handwerk und letzten Endes für den gesamten lokalen Wirtschaftskreislauf.“

Das Land, so Tschenett, sei aber auch in die Pflicht zu nehmen: „Einerseits müssen Betriebe und deren Angestellte, die direkt von den Auswirkungen des Lockdowns betroffen sind, angemessene und vor allem zeitnahe Unterstützungsleistungen erhalten, andererseits muss auch rigider kontrolliert und gestraft werden, um fahrlässiges Verhalten einzuschränken und eine Abschreckwirkung zu erzielen. Und nicht zuletzt sollte sich das Land, wie bereits von Handelskammerpräsident Michl Ebner vorgeschlagen, bemühen, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Impfstoffe zu erhöhen.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "ASGB: „Kritik von hds passt auf keine Kuhhaut“"


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oschpile
oschpile
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Ganz Recht Herr Vorsitzender, ein kommödiantischer Slalomakrobat, dieser Moser ☹👎👎

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Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Das einzige was euch einfällt: lockdown ?
Bring nur bessere Zahlen, die danach wieder sofort steigen.
Moser hat völlg recht!
Man muss den Leuten endlich genau sagen, wo sie sich anstecken und sie dazu motivieren, freiwillig die Regeln einzuhalten.
Die meisten tun so, als ob sie die Regeln einhalten würden und dann hinterrücks sofort die Maske weg und Leute treffen. Da können wir noch 10 mal zuseperren und es nützt nichts.

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 3 Tage

Entweder haben die Krankenhäuser noch Luft, wie vor zwei Tagen behauptet wurde, dann müssen wir überhaupt nichts machen.

Oder es droht der Kollaps, dann brauchen wir eine vollständige Schließung.

Das Virus wird eben genau an den Arbeitsplätzen übertragen, da Arbeiten ohne Kontakt in den meißten Branchen nicht möglich ist.

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Bravo ASGB! Bravo Tschenett!
Endlich mal einer der Tacheles spricht!

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 3 Tage

Letzte Woche noch groß geredet , mit diesen Zahlen alles zu und jetzt fängt man schon an zu jammern ? Alle unglaubwürdig

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 3 Tage

Mit einem hatte Widmann recht: Den lockdown kurz und hart.

Entweder wir sperren für 20 Tage ALLES zu oder wor lassen offen.

Das Theater, dass sich diese … jetzt ausgedacht haben, führt zu keiner Besserung der Zahlen!

wouxune
wouxune
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Hds,Hgv,lvh,svj,svp,sbb,grüne,blaue,rote usw. jeder gegen jeden. So werd des et gian…

sixtus
sixtus
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Wenn die Kritik des Hds auf keine Kurhaus passt, passt keine Kritik des Asgb auf keine Schweinehaut. Der Asgb sollte doch die Arbeitnehmer vertreten. Ist etwa besser den Lohnausgleich zu kassieren? Wann wird dieser nochmal ausgezahlt? Und wie viel? Also….

Stadtler
Stadtler
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Herr Moser ist untragbar. Da vergeht einem die Lust in Südtirol einzukaufen!

thomas
thomas
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

da ist Amazon deutlich integrer als diese Kaufleute

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