hds zur Entwicklung der Lehrlingszahlen im Handel

„Ausbildungsmodelle an Bedürfnisse des Handels anpassen“

Montag, 04. September 2017 | 16:48 Uhr

Bozen – Wie aus der neuesten Ausgabe von „Arbeitsmarkt News“ der Landesabteilung Arbeit hervorgeht, absolvieren immer weniger Mädchen eine Lehre im Handel: 2014 war der Handel noch der beliebteste Sektor bei den Mädchen (255 Lehrmädchen), während es heuer nur mehr 169 sind. Für den hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol gibt es verschiedenste Gründe für diese Entwicklung. Zudem gilt es, die höheren Ansprüche im Handel auch mit entsprechend angepassten Ausbildungsmodellen gerecht zu werden.

„Grundsätzlich spielen bei der Berufswahl eines Jugendlichen verschiedenste Faktoren eine Rolle, die nicht alle beeinflussbar sind oder gelenkt werden können“, erklärt hds-Präsident Walter Amort. In diesem Fall ist mitunter der allgemeine Strukturwandel im Handel für die Entwicklung der Lehrlingszahlen verantwortlich. „Kaum ein anderer Wirtschaftssektor ist Veränderungsprozessen so ausgesetzt wie der Einzelhandel. Das war immer schon so“, so Amort. Hier gilt es die daraus resultierenden höheren Kompetenzansprüche der Betriebe an ihre Mitarbeiter zu erfüllen.

„Vor allem der Fachhandel setzt auf gut ausgebildeten Verkäufernachwuchs. Von daher braucht es auch in der nach wie vor wertvollen Lehre neue Ausbildungsmodelle und -inhalte, um die Qualifizierung des Verkäufernachwuchses zu steigern und dem Strukturwandel gerecht zu werden“, sagt Amort. Gemeinsam mit den Berufsschulen arbeite man daran. So gibt es z.B. berufsspezifische Schwerpunkte im Bereich Lebensmittel.

Ein neues Modell, das die Lehrlingsausbildung ergänzt hat, ist die Berufsfachschule Handel und Verwaltung. Für dieses beliebte Ausbildungsmodell entscheidet sich eine Vielzahl von Mädchen und sorgt somit unterm Strich für eine stabile Gesamtanzahl beim Verkäufernachwuchs bzw. bei den Beschäftigten im Handel.

„Der hds setzt darüber hinaus eine Reihe von Maßnahmen um, die alle darauf abzielen, die Vielfältigkeit und Attraktivität des Verkäuferberufes aufzeigen“, so Amort. Dazu gehören u.a. der jährliche Berufswettbewerb Verkaufstalent Südtirol, flächendeckende Schulbesuche und Messeauftritte in Zusammenarbeit mit Landesberufsschulen, bei denen der Verkäuferberuf vorgestellt wird, oder die Schnuppertage, bei denen Mittelschüler Einblick in die Arbeitswelt des Handels bekommen.

„Für unsere Betriebe sind gut qualifizierte Fachkräfte sehr wichtig. Wir versuchen dieser Notwendigkeit zusätzlich auch so gerecht zu werden, indem wir neue Zielgruppen ansprechen. Dazu gehören Quereinsteiger, die sich z.B. für einen Berufswechsel entscheiden, oder nach der Elternzeit wieder in die Berufswelt einsteigen möchten“, sagt abschließend Walter Amort.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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