Verärgerung bei Landwirten

Bahnlinie Bozen-Meran: “Keine Planung ohne Bauern”

Freitag, 29. September 2017 | 12:40 Uhr

Bozen – Der Ausbau und die mögliche Verlegung der Bahnlinie Bozen-Meran war Thema einer Sitzung des Bezirksbauernrates Bozen. Besonders verärgert sind die Bauern über die mangelnde Kommunikation vonseiten der Landesverwaltung über den möglichen Verlauf einer neuen Trasse.

Mehrfach war in den vergangenen Wochen in verschiedenen Medien vom geplanten Ausbau der Bahnlinie Bozen-Meran die Rede. Dabei waren auch bereits konkrete Vorschläge zum Trassenverlauf zu sehen, laut denen eine Verlegung der Bahntrasse in Richtung Bozner Krankenhaus ins Auge gefasst werde. Eine Vorgangsweise, die Bauernbund-Bezirksobmann Karl Framba aufs Schärfste kritisiert: „Bauern erfahren aus den Medien, dass mitten über ihre Obstwiesen eine neue Eisenbahntrasse verlaufen soll. Mit der Tatsache, dass hier offensichtlich Pläne geschmiedet werden, ohne die betreffenden Grundeigentümer vorab zu kontaktieren, sind wir in keinster Weise einverstanden.“

Eine Rückfrage beim zuständigen Abteilungsdirektor Günther Burger habe ergeben, dass es sich hierbei nur um Ideen und mögliche Vorschläge handelt. „Wir haben aber auch erfahren, dass die betreffende Streckenvariante in absehbarer Zeit dem Eisenbahnbetreiber RFI in Rom präsentiert werden soll. Das alles sind für uns Anzeichen dafür, dass hier über die Köpfe der Grundeigentümer hinweg Tatsachen geschaffen werden sollen, die dann nicht mehr verhandelbar sind“, befürchtet Framba.

Die Bauern im Bezirk Bozen stellen sich nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Bahnlinie. „Wir erwarten uns aber von den Planern absolute Transparenz und Offenheit. Bevor Pläne – gleich welcher Art – an die Öffentlichkeit gelangen oder als Gesprächsbasis mit RFI dienen, sind die betroffenen Grundeigentümer auf jeden Fall zumindest über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren“, fasst Framba die Forderungen der Bauern zusammen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Bahnlinie Bozen-Meran: “Keine Planung ohne Bauern”"


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Grünschnabel
20 Tage 21 h

Da regen sich wohl jene Bauern auf, deren Gründe jahrelang im Grundbuch als unproduktives Überschwemmungsgebiet eingetragen waren, obwohl sie diese für den Obstbau genutzt haben und somit Steuern vermieden haben.

OrB
OrB
Superredner
20 Tage 20 h

Ohhhh wir wahr!
Muss man in Südtirol für alles den Segen der Bauern einholen?

mandela
mandela
Tratscher
20 Tage 19 h

also bitte, das wäre wohl mal das mindeste, die bauern zu fragen und informieren! ich möchte wissen was nichtbauern sagen würden, wenn ihr eigentum einfach von fremden verwaltet, oder sogar enteignet würde??? witzig ist sowieso, je weniger die leute haben, um so mehr wird es eingezäunt, wenn bauern all ihre gründe einzäunen würden und allen anderen den durchgang verbieten würden, wie sehe denn das aus? deswegen, anstelle immer über die bauern zu schimpfen, mal die augen auf und kapieren was wäre unser land ohne die pflege und bereitstellung der gründe von unseren lieben bauern.

Pic
Pic
Grünschnabel
20 Tage 16 h

@mandela 
also bitte, das wäre wohl mal das mindeste, dass die Bauern auch die Steuern zahlen müssen, die die nicht Bauern zahlen müssen und nicht auf Kosten der Steuerzahler alle Sozialleistungen und zusätzlich Beiträge in Anspruch nehmen können.

mandela
mandela
Tratscher
20 Tage 4 h

@Pic sobald leute mit null ahnung schreiben, amüsiere ich mich immer aufs neue😁. bauern zahlen auch steuern und sozialabgaben und wenn sie weniger bezahlen würden, dann wäre das ja auch selbstverständlich, arbeiten ja auch 365 tage rund um die uhr. ich rede jetzt nicht von hobbybauern…

Pic
Pic
Grünschnabel
20 Tage 2 h
@mandela  Freut mich, dass Sie sich amüsieren, die Steuerzahler amüsiert es weniger, wenn die Bauern bei jedem EU-, Nationalen- und Landesgesetz begünstigt werden, wie z.B. nur eine lächerlich geringe Pauschalsteuer auf ihr Einkommen zahlen, auf Zweitwohnungen (Urlaub auf dem Bauernhof) max 3 ‰ GIS zahlen, nicht Bauern zahlen mindestens das Dreifache an GIS für Zweitwohnungen, der nationale Bauern-Pensionsfond bankrott wäre, wenn er nicht durch Pensionsbeiträge der Arbeitnehmer der Privatwirtschaft mitfinanziert würde, Privilegien bei der Konventionierung im Wohnbau, bei Beiträgen usw. Eines der letzten Privilegien, die Bauern heuer von der Süd. Landesregierung bekommen haben: obwohl in der Landwirtschaft die größte Wassermenge verbraucht wird,… Weiterlesen »
mandela
mandela
Tratscher
20 Tage 38 Min

@Pic stimmt zu einem kleinen teil. aber wäre es nicht so, würden mehrere bauern aufgeben müssen, und dass darunter viele andere ( vor allem die tourismusbranche) leiden würden, ist Ihnen schon bewusst??? wenn es so nicht richtig wäre, dann wprden die bauern auch sicherlich nicht unterstützt werden, die gesetze haben ja nicht die bauern erfunden. es können gerne nichtbauern höfe übernehmen und die ganzen “Vorzüge“ geniessen, stehen genug höfe zur Verfügung.

genau
genau
Superredner
20 Tage 15 Min

@OrB

Ja und man sieht ja auch was für ein schweinestall dabei rauskommt

genau
genau
Superredner
20 Tage 12 Min

@Pic Auf den Punkt gebracht!!
Bravo!

Pic
Pic
Grünschnabel
19 Tage 15 h

@mandela Ob die Tourismusbranche nicht ohne Bauern auskommen kann, das sei dahingestellt. Aber mit den ca. 64 Mio. € und den anderen im Südt. Haushalt versteckten Geldern und den Geldern der EU, welche die Bauern erhalten, könnte in Südtirol eine ökologische und nachhaltige Landschaftspflege betrieben werden  und nicht die auf Gülle, Kunstdünger, Bagatelleingriffen usw. basierende Landschaftspflege der Bauern. Die bauernfreundlichen Gesetze kommen auch nicht so von ungefähr. Dafür sorgt schon eine starke Bauernlobby und eine bauernlastige Politik.

So ist das
So ist das
Superredner
20 Tage 4 h

Wie üblich fragt man die Betroffenen nicht, nämlich die Pendler.
Ausserdem kann man Steuergelder besser anlegen, nämlich in einer funktionierdem Sanität ohne lange Wartezeiten.

Tabernakel
20 Tage 1 h

Da haben die Bauern gar nichts zu saagen. Die Planungshoheit liegt beim Land. Notfalls wird enteignet.

genau
genau
Superredner
20 Tage 14 Min

Einfach die gesmate Strecke untertunneln!!!!!!
Dann muss kein Bauer auf einen Baum verzichten! Das ganze bezahlen dann die Steuerzahler!!!

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