Hoffnungsschimmer für Zöliakiebetroffene

Bald auch in Südtirol glutenfreie Produkte mit der Gesundheitskarte abbuchen?

Montag, 21. Oktober 2019 | 16:27 Uhr

Bozen – Seit Inkrafttreten der neuen Richtlinien für die „Lieferung glutenfreier Produkte” (Beschluss der Landesregierung 62/2019 und 131/2019) mit 1. Juli hat sich die Situation beim Erwerb von glutenfreien Produkten für alle Zöliakiebetroffenen bedeutend verschlechtert, teilt die Zöliakievereinigung Südtirol mit. Nachteilig seien hauptsächlich die Reduzierung der Beiträge der monatlichen Gutscheine insbesondere für Frauen, sowie das bürokratisch aufwändige und nicht zeitgemäße Papierverwaltungsverfahren beim Erwerb der glutenfreien Produkte.

Rechtlich gibt es laut Landesrat Thomas Widmann aufgrund der nationalen Bestimmungen keinen Spielraum für ein Angleichen der Beträge für Frauen und Männer, da die Bestimmungen auf wissenschaftlichen Studien basieren.

Nach mehreren Treffen der Zöliakievereinigung AIC Südtirol mit dem Landesrat wurde vonseiten der Provinz eine Arbeitsgruppe erstellt, mit dem Ziel nach mehreren gescheiterten Versuchen in den letzten Jahren die „elektronischen Vergabe” der Gutscheine nun zeitnah umzusetzen. „Es ist uns gelungen die Verantwortlichen der Landesverwaltung zu überzeugen, dass eine Umsetzung hin zur Digitalisierung der Gutscheine nach den Vorbildern anderer Regionen sinnvoll und notwendig ist“, betont Stefano Patton, Präsident der Zöliakievereinigung. „Nur so schaffen wir es die Reduzierung der Beiträge zu kompensieren, da das Abbuchen von glutenfreien Produkten auch im freien Handel möglich sein wird“.

Kürzlich wurde bei einem Arbeitstreffen vonseiten der Lombardia Informatica das digitale System vorgestellt, welches in der Region Lombardei erfolgreich umgesetzt wurde und ein Einkaufen einfach und unkompliziert mit der Gesundheitskarte ermöglicht – dies wie gewohnt in den Apotheken und konventionierten Geschäften, aber zusätzlich auch in den Supermärkten. Auch vonseiten des Südtiroler Sanitätsbetriebes und den Vertretern der Apothekervereinigung wurde dieses Konzept befürwortet. Laut Dr. Ortler, Amtsdirektor vom Amt für Gesundheitssteuerung erfüllt dieses Modell die aktuellen Anforderungen, insbesondere jene eine Lösung in absehbarer Zeit umzusetzen.

Ende Oktober findet ein weiteres Treffen statt, bei dem die nächsten Schritte gesetzt werden. “Die technischen Vorraussetzungen sind gegeben, dass das Projekt innerhalb des nächsten Jahres von der Provinz umgesetzt werden kann.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

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