Neue Erhebung zur E-Ladeinfrastruktur

Barrierefreie Ladestationen in Südtirol

Mittwoch, 11. März 2026 | 07:25 Uhr

Von: mk

Bozen – Elektromobilität gewinnt weltweit zunehmend an Bedeutung – auch in Südtirol. Damit die Mobilitätswende wirklich nachhaltig ist, muss sie für möglichst alle Menschen zugänglich sein. Aus diesem Grund hat die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA), Inhouse-Gesellschaft des Landes, eine umfassende Erhebung zur Barrierefreiheit öffentlicher Ladestationen in Südtirol in Auftrag gegeben. Mit der Durchführung wurde die auf Barrierefreiheit spezialisierte Sozialgenossenschaft Independent L betraut.

Die Untersuchung gibt erstmals einen systematischen Überblick über die Zugänglichkeit der Ladeinfrastruktur im Land. Das Ergebnis: Rund ein Viertel der untersuchten Ladestationen ist vollständig barrierefrei nutzbar, grob ein weiteres Viertel weist eine eingeschränkte Zugänglichkeit auf. Das heißt, dass fast die Hälfte der öffentlichen Ladestationen in Südtirol eine zumindest eingeschränkte Zugänglichkeit haben. Gleichzeitig ist die Gesamtsituation in Entwicklung, da im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität fortlaufend neue Ladestationen installiert werden.

Nachhaltige Mobilität für alle

„Eine moderne Mobilitätsinfrastruktur muss für alle Menschen zugänglich sein“, betonte der Landeshauptmann-Stellvertreter und Landesrat für Infrastruktur und Mobilität Daniel Alfreider. „Rund 15 Prozent der Bevölkerung leben mit einer Beeinträchtigung. Wenn wir nachhaltige Mobilität wirklich ernst nehmen, müssen wir auch Barrierefreiheit konsequent mitdenken.“ Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in Südtirol bereits wichtige Schritte gesetzt wurden, um die Ladeinfrastruktur möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.“

Die Ergebnisse der Erhebung sollen nicht nur einen Überblick über die aktuelle Situation geben, sondern auch konkrete Verbesserungen ermöglichen und die Sensibilität für dieses Thema steigern.

Offene Daten für mehr Transparenz

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Veröffentlichung der Daten als Open Data. Über den Open Data Hub des NOI Techpark werden die Informationen öffentlich zugänglich gemacht und können in verschiedene digitale Anwendungen integriert werden.

„Offene Daten ermöglichen es, Informationen über Ladeinfrastruktur einfach zugänglich zu machen und in bestehende Plattformen zu integrieren“, erklärte Roberto Cavaliere vom NOI Techpark. Betroffene Nutzerinnen und Nutzer können sich so vorab informieren, welche Ladestationen für sie geeignet sind, etwa über Portale wie „Südtirol für alle“.

Auch Independent L sieht in der Studie eine wichtige Grundlage: „Die Erhebung zeigt, wie wichtig es ist, Barrierefreiheit bereits bei Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten mitzudenken“, erklärte Günther Ennemoser von der Sozialgenossenschaft.

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen auch künftig weiterentwickelt werden. Geplant ist unter anderem, dass Nutzerinnen und Nutzer Rückmeldungen zu Veränderungen vor Ort geben können, damit die Daten laufend aktualisiert werden. Zudem plant die eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen und auch den Gemeindeverband einzuladen, um eine klare und einheitliche Beschilderung für barrierefrei nutzbare Ladestationen auszuarbeiten.

„Mit dieser Erhebung schaffen wir eine wichtige Grundlage, um die Ladeinfrastruktur künftig noch inklusiver zu gestalten“, erklärte Harald Reiterer, Bereichsleiter Green Mobility bei der STA, welche die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen