Analyse

Beschäftigung wächst nur durch auswärtige Arbeitskräfte

Montag, 12. Januar 2026 | 11:59 Uhr

Von: mk

Bozen – Das Beschäftigungswachstum der vergangenen zwei Jahrzehnte wäre in Südtirol ohne den Beitrag auswärtiger Arbeitskräfte nur in sehr begrenztem Ausmaß möglich gewesen: Zu diesem Fazit kommt die neueste Analyse in der Arbeitsmarkt-News, einer Publikation, die monatlich von der Arbeitsmarktbeobachtung des Arbeitsmarktservice veröffentlicht wird. Demnach sei lediglich rund ein Fünftel des Beschäftigungszuwachses seit Ende der 1990-er Jahre auf in Südtirol geborene Erwerbstätige zurückzuführen.

„Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit einer präventiven und wirksamen Arbeitsmarktpolitik“, betont Magdalena Amhof, die Landesrätin für Arbeit. „Es geht darum, qualifizierte Arbeitskräfte von außerhalb Südtirols zu gewinnen, aber auch bereits in Südtirol wohnhafte Menschen vermehrt zum Eintritt in den Arbeitsmarkt zu bewegen.” Weiterhin bleibe die Arbeits- und Fachkräfteabwanderung aus Südtirol eine Herausforderung, der man sich auch 2026 entschieden annehmen müsse, sagt die Landesrätin.

„1998 waren noch 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Südtiroler, heute beträgt dieser Anteil nur noch 60 Prozent. Allein diese Zahl verdeutlicht, wie stark unser Arbeitsmarkt von auswärtigen Arbeitskräften abhängig ist“, fasst Stefan Luther, der Direktor des Arbeitsmarktservice, zusammen.

Der Anteil auswärtiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Herkunftsregionen würden nach Wirtschaftssektor stark variieren. Besonders hoch sei der Anteil der auswärtigen Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, im saisonalen Tourismus, im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe. Selbst im öffentlichen Sektor, im Bildungswesen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen sei das Beschäftigungswachstum nur durch Arbeitskräftemigration möglich gewesen.

In der Landwirtschaft kamen, laut Arbeitsmarkt-News, die Saisonarbeitskräfte zunächst vor allem aus Tschechien, der Slowakei und Polen; mittlerweile handelt es sich überwiegend um Rumäninnen und Rumänen. Im Baugewerbe entfällt mehr als ein Drittel des Beschäftigungszuwachses auf Arbeitskräfte aus Albanien und dem Kosovo. Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel spielen neben Arbeitskräften aus den neuen EU-Mitgliedstaaten vor allem italienische Staatsbürgerinnen und -bürger, die nicht in Südtirol geboren oder wohnhaft sind, eine zentrale Rolle.

Ein Teil der zusätzlichen Arbeitskräfte stammt aus dem restlichen Italien, ein weiterer aus vorwiegend vier EU-Mitgliedstaaten und der verbleibende Teil aus einer Vielzahl von Nicht-EU-Ländern, wobei allein die vier wichtigsten – Albanien, Pakistan, Marokko und Indien – zurzeit an die 10.000 Beschäftigten zählen und damit etwa 45 Prozent aller beschäftigten Nicht-EU-Bürger ausmachen.

Die aktuelle Arbeitsmarkt-News ist unter https://arbeit.provinz.bz.it/de/arbeitsmarkt-news abrufbar.

Bezirk: Bozen

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