"Südtirol braucht auch Industrie"

Bozen: Gewerkschaft gegen Wohnvierteln in Industriezone

Mittwoch, 27. Mai 2026 | 13:28 Uhr

Von: luk

Bozen – Der SGBCISL bekräftigt seine Ablehnung gegenüber dem Vorschlag, Wohnsiedlungen in der Industriezone von Bozen zu errichten. Die Gründe dafür seien vielfältig, hängen jedoch alle damit zusammen, dass Südtirol auch die Industrie brauche. Dies müsse bei urbanistischen Entscheidungen berücksichtigt werden.

“Südtirol kann es sich nicht leisten, seine Produktion zu schwächen. Tourismus und Landwirtschaft sind wichtige Branchen, können aber allein langfristige Wettbewerbsfähigkeit und stabile Beschäftigung nicht sichern. Unternehmen wie die Stahlwerke Valbruna stellen einen wichtigen Faktor für Wirtschaft und Beschäftigung dar. Ob sie im Land gehalten werden können, hängt auch von den Rahmenbedingungen ab, und Wohnsiedlungen in der Industriezone wären ein Standortnachteil, mit direkten Auswirkungen auf die Beschäftigung”, so der SGBCISL.

“Die Stahlwerke Valbruna müssen in Bozen gehalten werden, im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherung von qualifizierten und sicheren Arbeitsplätzen. Wir sind gegen jegliche urbanistische Entscheidung, welche die Fortführung der Tätigkeit gefährden oder diese einschränken könnte”, so die SGBCISL-Generalsekretäre Georg Plaickner und Donatella Califano. “Die Industrie darf in den städteplanerischen Überlegungen keine zweitrangige Rolle spielen, sondern muss eine Priorität sein. Auf rechtlicher und umweltpolitischer Ebene ist sicherzustellen, dass die derzeitige akustische Klassifizierung beibehalten wird.”

Eine derartige Durchmischung von Wohnen und Produktion würde laut der Gewerkschaft unweigerlich zu strukturellen Konflikten führen, die sich negativ auf die Industrie auswirken.

“Der Wohnungsbedarf ist vorrangig und dringend, rechtfertigt aber keine unzureichenden Lösungen. Wohngebiete ohne angemessene Anbindungen, Infrastruktur und Wohnqualität lösen das Problem nicht. Die Lösung ist vielmehr in der Wiedergewinnung und Nutzung von verfügbaren Flächen sowie in einer umsichtigen Planung neuer Erweiterungszonen zu suchen und zu finden.” Und weiter: “Der SGBCISL ruft die Institutionen dazu auf, die Frage mit dem nötigen Weitblick anzugehen, und Sonderinteressen vom öffentlichen Interesse zu unterscheiden, angefangen bei jenen, die hier arbeiten.”

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen