Tagung

Breitband: Digitale Straße sichert Zukunft im ländlichen Raum

Freitag, 01. Juni 2018 | 16:24 Uhr

Bozen – Um die Herausforderung ländlicher Raum ging es bei einer Tagung zu Breitband und Digitalisierung in Bozen.

Die öffentliche Hand spiele durch diverse Fördermöglichkeiten eine wichtige Rolle beim flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes, betonte Bernd Geisler, Regierungsdirektor im Bayrischen Staatsministerium der Finanzen für Landesentwicklung und Heimat. Bayern habe unter anderem den Masterplan Bayern Digital II entwickelt, dessen Ziel es sei, bis zum Jahr 2025 jedem Bürger und jedem Unternehmen schnelles Internet zu ermöglichen. In mehreren Schritten, wie beispielsweise dem quantitativen Ausbau von Hot Spots – also öffentlichen, drahtlosen Internetzugangspunkten -, einer Glasfaser-Initiative für eine gigabitfähige Infrastruktur oder einer Mobilfunkinitiative zur Beseitigung “weißer Flecken” (sprich Ortschaften ohne Funkabdeckung) wird der digitale Prozess in Bayern von öffentlicher Seite her unterstützt werden. “Förderungen sind immer auf die Infrastruktur bezogen, um damit die Basis zu legen”, fasste Geisler die Bayrische Strategie zusammen. Die finanziellen Mittel dafür stammen zur Gänze aus dem eigenen Haushalt, Bayern verzichte aus diversen Gründen komplett auf Unterstützung durch die Europäische Union oder durch den Bund.

Digitalisierung spiele vor allem im ländlichen Raum eine zentrale Rolle, hob auch IT-Landesrätin Waltraud Deeg hervor. “Wir müssen es schaffen, dass junge Menschen auch die Peripherie zum Zentrum ihres Lebens und Wirkens machen und unabhängig vom Standort gleiche Bedingungen vorfinden. Digitalisierung hat auch mit Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit zu tun und ist gerade deshalb von zentraler Bedeutung”, sagte Deeg bei der heutigen Tagung “Breitband und Digitalisierung: Herausforderung ländlicher Raum” im NOI Techpark.

“Die Anbindung an öffentliche Einrichtungen reichen nicht aus, wenn nicht auch die Bürger vom Zugang zum schnellen Internet profitieren”, fasste Gianluca Mazzini die Erfahrungen der vergangenen Jahre zusammen. Der Generaldirektor der LepidaSpA, die als Inhouse-Gesellschaft in der Emilia Romagna operativ ist, wies zudem auf die Bedeutung der Vielfalt der Anbieter hin. Die Aufgabe der öffentlichen Hand sei es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese Vielfalt möglich werde und Unternehmen sich entwickeln könnten.

Im Trentino sei man seit den frühen 2000er Jahren aktiv, um das Territorium mit Infrastrukturen auszustatten, berichtete Alessandro Zorer, Präsident von Trentino Network srl. Die Gesellschaft betreut in der Provinz Trient die Telekommunikationslinien. “Glasfaser ist eine zukunftssichere, nachhaltige Investition”, zeigt sich Zorer überzeugt. Denn nach dem Aufbau der Infrastruktur gelte es nun die digitale Kultur weiter auszubauen und zu etablieren. Das Trentino pflege wie in vielen anderen Bereich auch beim Breitband eine gute Zusammenarbeit mit Südtirol, so Zorer. Diese Meinung teilte auch Kurt Pöhl, Direktor der Landesabteilung Informatik, wenngleich man unterschiedliche Strategien in der Vorgehensweise gewählt habe. “Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass in Südtirol das Netz im Eigentum der öffentlichen Hand ist”, fasst Pöhl zusammen. Dabei seien die Gemeinden wichtige Partner, die für die Realisierung der sogenannten Letzten Meile zuständig sind. “Bereits 80 Prozent der Gemeinden sind mit Backbone, also mit dem Hauptstrang, erreichbar. Von diesen 96 Gemeinden haben 40 alle Schritte in die Wege geleitet, um Privaten und Betrieben Breitband anbieten zu können”, so Pöhl.

Südtirol weist momentan 1420 km Glasfaser und 114 PoPs (Points of Presence, Glasfaserknotenpunkte) auf. Im Vergleich dazu verfügt das Trentino über 1.132 km Glasfaser und 92 Knotenpunkte. 342 öffentliche Strukturen sind in Südtirol bereits angebunden, im Trentino sind es hingegen bereits 631.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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