In Südtirol wird der Ruf nach Ressourcen- und Klimaschutz immer lauter

Das weltweit erste mobile Bodenlabor

Samstag, 05. Juni 2021 | 17:29 Uhr

Pfitsch – Biogas Wipptal arbeitet derzeit an mehreren privatfinanzierten Dekarbonisierungsprojekten, in den Bereichen erneuerbare Kraftstoffe, CO2-Verwertung, Produktion von Bio-Dünger und neuerdings an der Entwicklung emissionsarmer Ausbringsysteme für den Landbau. In diesem Zusammenhang wurde am 04.06.21 in Pfitsch der weltweit erste Multifunktionssensor für Echtzeitbodenanalysen vom Kooperationspartner Stenon an Biogas Wipptal überreicht. Ein kleiner Sensor mit dem grossen Potential, die Südtiroler Landwirtschaft nachhaltiger zu machen

Es wird wohl der Verdienst unserer jungen Generation gewesen sein, welche in den vergangenen Jahren mit Aktionen wie Friday for Future für mehr Klimaschutz und für ein Umdenken unserer Gesellschaft gesorgt haben. Durch die intelligente Nutzung von sozialen Medien kam es zu einer beispiellosen Mobilisierung junger Kräfte rund um den Globus. Auch in Südtirol wird der Ruf nach Ressourcen- und Klimaschutz immer lauter. Ein Wunsch, welcher sich mittlerweile nicht nur auf ein paar junge Südtiroler beschränkt, sondern von breiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen wird.

Als Südtirols erster Produzent für Bio-Dünger hat sich Biogas Wipptal im Rahmen einer Projektarbeit mit dem Thema Ressourceneinsparung in der Landwirtschaft beschäftigt und ein Konzept ausgearbeitet, welches in der Lage sein soll, das Problem der unkontrollierten Düngung von Grünland, aber auch im Obst- und Weinbau, durch den Einsatz modernster Sensortechnik zu lösen.

Biogas Wipptal GmbH

In Zusammenarbeit mit dem Technologie-Startup Stenon, ist es Biogas Wipptal gelungen, das weltweit erste mobile Bodenlabor nach Südtirol zu holen. Die intelligente Sensorik ist in der Lage, Böden in Sekundenschnelle auf Ihren Nährstoffgehalt zu überprüfen. Wenige Minuten bevor der Bauer mit der Düngung seiner Felder beginnt, wird er mit diesem System erstmals in der Lage sein, den Bedarf seiner Böden innerhalb von Sekunden genauestens zu kennen, ohne dass eine aufwändige Bodenanalyse im Labor nötig ist. Durch die Datenübermittlung in Echtzeit, wurde die Grundlage für eine zunehmend von Bedeutung spielende Präzisionsdüngung geschaffen. Eine 3D-Kartendarstellung der Anbaufläche, stellt auf einfache Art dar, an welchen Positionen des Ackers eine Düngung oder Bewässerung erforderlich ist und wo bereits ausreichend Nährstoffe vorhanden sind. Frei nach dem Motto weniger ist mehr, bietet dieser Multifunktionssensor die Möglichkeit, den Einsatz von Dünger massgeblich zu reduzieren und nur dort in genau dosierten Mengen einzusetzen, wo er auch tatsächlich von der Pflanze aufgenommen werden kann. Dies bringt nicht nur ein enormes Potential bei der Einsparung von Dünger und Wasser mit sich, sondern schliesst auch den Eintrag von Nitrat in unser Grundwasser aus.

Am Freitag, 04.06.21 wurde bereits der erste Sensor an Biogas Wipptal ausgeliefert und formell durch den Geschäftsführer von Firma Stenon, Dominic Roth und Herrn Martin Jahr, an den Projektleiter der Biogas Wipptal, Herrn Johannes Daum überreicht. Erste Feldversuche wurden noch am selben Tag ausgeführt und das System allen interessierten Bauern vorgestellt.

Biogas Wipptal stellt das mobile Bodenlabor von Stenon allen seinen 62 angeschlossenen Milchbetrieben kostenlos zu Verfügung und möchte in Kombination mit seinen drei besonders emissionsarmen Ausbringgeräten, ein neues ökologisches Bewusstsein in der Südtiroler Landwirtschaft anstossen.

Ebenfalls kommt der Stenon Multifunktionssensor in einem anderen Teilprojekt namens Nutridrip (Nährstoff – Tropfen) zum Einsatz, welches in den kommenden Monaten als neue Technologie einer kombinierten Präzisionsbewässerung und Flüssigdüngung der Südtiroler Wein- und Obstwirtschaft vorgestellt wird.

Anhänge:

Biogas-Infobroschüre PDF

Von: lup

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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10 Kommentare auf "Das weltweit erste mobile Bodenlabor"


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MrStringer
MrStringer
Grünschnabel
6 Tage 22 h

Wer ruft denn danach. So ein Schmarrn🤣

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
6 Tage 19 h

Journalisten sind schlimm

halihalo
halihalo
Superredner
6 Tage 7 h

das klingt ja alles ganz gut …die Gülle wird zu Biogas und Dünger , der Überschuß wird aber dann doch wieder auf die Felder gespritzt und landet in Bächen und Flüssen

Messias
Messias
Neuling
6 Tage 5 h

Diese Aussage trifft bei Biogas Wipptal nicht zu, denn sie extrahiert das Wasser aus der Gülle und bereitet es auf bevor es einem Bach eingeleitet wird.

halihalo
halihalo
Superredner
5 Tage 22 h

@Messias
nein bei der Biogasanlage warscheinlich nicht aber bei den Bauern 😅🙊

Messias
Messias
Neuling
5 Tage 19 h

Nein, ich kenne die Anlage, die bringen keine Gülle aus, sondern ein durch Osmose umgewandeltes Konzentrat welches frei von Nitratauswaschungen ist. Das ist einzigartig in Europa. Dass wir in Südtirol aber generell zu viel Milchkühe haben, gebe ich dir recht. Dies hängt aber mit dem Milchpreis und den politischen Rahmenbedingungen zusammen, aber auch mit den Milchhöfen die den Hals wohl nicht voll genug kriegen….

marc16
marc16
Tratscher
6 Tage 6 h

projekte, bla-bla-bla, „wird versucht, etc.“
und was passiert-nichts.
geld das anderswo besser aufgehoben wäre

Messias
Messias
Neuling
6 Tage 5 h

Das Projektleiter läuft bereits…

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
6 Tage 16 h

Das ist echt pfiffig. Klasse !

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
6 Tage 29 Min

Hallo nach Südtirol,

es ist ein Forschungsprojekt aus Privatwirtschaft und Forschung (Uni Bozen und Turin sind dabei,Landwirtschaftstechnik Zunhammer,Kellerei Tramin)
Dieses Projekt wird seit einem Jahrzehnt weiterentwickelt und verbessert.

Warum der Autor des Artikels krampfhaft irgendwelchen  “sozialen Medien,Fridays for Future und der jungen Generation” diese Federn an den Wams heften will ist wohl ideologisches Wunschdenken.

All die genannten Entwicklungen und Ergebnisse sind vollkommen unabhängig von organisierter Schulschwänzerei lautstarker Spendensammelorganisationen entstanden.

Auf Wiedersehen in Südtirol

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