Von: mk
Bozen – Die Zusammenarbeit zwischen der Handelskammer Bozen und der Handelskammer Cosenza erhielt durch die gestrige Veranstaltung im Merkantilgebäude in Bozen neue Impulse. Thematisiert wurde der wirtschaftliche und soziale Wohlstand, ergänzt durch eine ethische Perspektive seitens des Bischofs der Diözese Bozen-Brixen sowie des Erzbischofs der Erzdiözese Cosenza-Bisignano.
Gesellschaftlicher Wohlstand ergibt sich aus dem Zusammenspiel von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und sozialem Zusammenhalt. Nachhaltige Entwicklung setzt voraus, dass sichere Arbeitsplätze, wirtschaftliche Stabilität und fairer Ressourcenzugang gewährleistet sind, zugleich aber auch Vertrauen, Chancengleichheit und aktive Mitwirkung gefördert wird. So trägt wirtschaftlicher Wohlstand dazu bei, Ungleichheiten zu verringern und eine ausgewogene Entwicklung zu sichern, die heutige Bedürfnisse erfüllt, ohne zukünftige Generationen zu benachteiligen.
Dieses Thema spiegelt die gemeinsamen Zielsetzungen wider, die die Handelskammer Bozen und die Handelskammer Cosenza verbinden. Im Rahmen einer gestrigen Veranstaltung zum Wohlstand im Merkantilgebäude in Bozen tauschten sie Kompetenzen und Zukunftsaussichten aus.
„Wenn unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen aufeinandertreffen, eröffnen sich neue Chancen für Wachstum und Innovation. Mit dieser Veranstaltung möchten die Handelskammern von Bozen und Cosenza einen konstruktiven Austausch über sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand fördern – in der Überzeugung, dass nachhaltige Entwicklung auch durch gemeinsames Handeln und institutionelle Zusammenarbeit gelingen kann“, erklärte Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen, in seinen Grußworten.
Klaus Algieri, Präsident der Handelskammer Cosenza, teilte diese Ansicht und bekräftigte die Notwendigkeit, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen: „Wir Institutionen haben die Pflicht, eine klare Richtung vorzugeben: Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, wie es uns die Werte der Nachhaltigkeit und Verantwortung lehren. Die Arbeitswelt hat sich verändert und zu viele kleine Unternehmen, die das Herzstück unserer Wirtschaft bilden, können diesem Wandel nicht standhalten. Wir brauchen mehr Qualität, mehr Ethik und faire Regeln.“
An der Initiative nahm auch Marco Galateo, Landeshauptmannstellvertreter und Landesrat für Wirtschaftsentwicklung, teil. Er machte deutlich, welchen Mehrwert das Zusammenspiel von wirtschaftlich, sozial und kulturell unterschiedlich geprägten Akteuren bietet: „Der Austausch zwischen Institutionen mit verschiedenen Hintergründen macht sichtbar, wie aus wirtschaftlichem Fortschritt eine breit getragene Entwicklung entstehen kann, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und allen Bürger/innen Perspektiven eröffnet.“
Erminia Giorno, Generalsekretärin der Handelskammer Cosenza, stellte danach Daten und Initiativen aus der Provinz Cosenza vor. Danach präsentierte Georg Lun, WIFO-Direktor, Erfahrungen und Ergebnisse aus Südtirol. Der Vergleich der beiden Beiträge erlaubte eine Gegenüberstellung der jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen und machte Anknüpfungspunkte, Kooperationschancen und Strategien zur Stärkung des gesellschaftlichen Wohlstands deutlich.
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema Wohlstand unter dem Blickwinkel sozialer Verantwortung und Gerechtigkeit. Daran beteiligten sich der Bischof der Diözese Bozen-Brixen, Ivo Muser, sowie der Erzbischof der Erzdiözese Cosenza-Bisignano, Giovanni Checchinato. Beide erweiterten den Austausch über die rein ökonomische Dimension hinaus und unterstrichen die zentrale Rolle von Institutionen und Wirtschaft bei der Gestaltung einer gerechteren und solidarischeren Gesellschaft: „Wirtschaftlicher Wohlstand kann ein Mittel sozialer Gerechtigkeit sein, wenn er reale Chancen für alle schafft und die Würde jedes einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Nachhaltiges Wachstum muss stets mit Solidarität und sozialer Verantwortung gegenüber den Schwächeren einhergehen.“
Die Podiumsdiskussion wurde von Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen, moderiert, der zugleich durch die gesamte Veranstaltung führte.




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