Forderung der VZS

Etikettenschwindel bei Fleischwaren: „Betriebe müssen beim Namen genannt werden“

Donnerstag, 28. März 2019 | 15:27 Uhr

Bozen – Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Monats haben die Carabinieri falsch etikettierte bzw. nicht rückverfolgbare Fleischwaren beschlagnahmt. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) meint: Die Konsumentinnen und Konsumenten sind noch immer nicht ausreichend vor betrügerischen Praktiken geschützt.

Medienberichten zufolge haben die Behörden im laufenden Monat fast 20 Tonnen an Fleischwaren in Südtiroler Betrieben beschlagnahmt. Beim ersten Einsatz wurden über sechs Tonnen sichergestellt, weil die Herkunft des verwendeten Fleisches nicht rückverfolgbar war. Beim zweiten Einsatz waren es über 13 Tonnen: wegen Etikettenschwindels und – wieder – wegen fehlender Rückverfolgbarkeit des Fleisches. Die verantwortlichen Betriebe haben offenbar Fleischwaren, die im Ausland verarbeitet worden sind, als Produkte „Made in Italy“ und Speck fälschlicherweise als Südtiroler Markenspeck g.g.A. ausgegeben.

Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, meint dazu: „Die Vorfälle zeigen, dass Transparenz und Authentizität für einige Lebensmittelhersteller nur Makulatur sind. Wenn die Verbraucher und Verbraucherinnen so massiv getäuscht werden, darf man sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Lebensmittelbranche weiter abnimmt.“

Eine Begriffserklärung

„Made in Italy“ bedeutet, dass ein Produkt in Italien konzipiert/entwickelt, verarbeitet und verpackt wurde. „Made in Italy“ ist nicht auf den Lebensmittelbereich beschränkt, sondern wird für viele verschiedene Produkte, darunter auch Textilien, verwendet.

Der Südtiroler Markenspeck g.g.A. (geschützte geografische Angabe) wird nach einem traditionellen Verfahren und unter Einhaltung der entsprechenden Herstellungsspezifikation in Südtirol hergestellt. Die verarbeiteten Schlegel stammen nur zu einem sehr geringen Anteil von in Südtirol aufgezogenen Schweinen. Der Großteil der Schweinehammen wird aus dem norditalienischen Raum und aus Deutschland bezogen.

Die Verbraucherzentrale fordert nun: Schluss mit der Geheimniskrämerei der Behörden. „Die verantwortlichen Betriebe müssen beim Namen genannt werden, damit die Verbraucher und Verbraucherinnen eine bewusste Kaufentscheidung treffen können und damit die Betriebe, die korrekt arbeiten, nicht mit den Betrügern in einen Topf geworfen werden. Die Verbraucher und Verbraucherinnen müssen darüber informiert werden, ob falsch etikettierte bzw. nicht rückverfolgbare Fleischwaren bereits in den Handel gelangt sind“, heißt es aus der VZS.

Für verarbeitete Lebensmittel müsse endlich auf EU-Ebene eine verpflichtende Herkunftsangabe, zumindest für die Hauptzutaten, eingeführt werden. Die Verbraucher und Verbraucherinnen hätten ein Recht darauf zu erfahren, woher die verwendeten Zutaten stammen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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22 Kommentare auf "Etikettenschwindel bei Fleischwaren: „Betriebe müssen beim Namen genannt werden“"


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Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
25 Tage 5 h

Das Problem des Original Südtiroler Markenspecks beginnt damit, dass nur etwa 1% der Speckseiten von Schweinen stammen, die in Südtirol gezüchtet worden sind.   

querdenkerin
querdenkerin
Neuling
25 Tage 3 h

Wo sollen, bitteschön, die ganzen Schweine gehalten werden? In Südtirol gibt es vorwiegend Milchwirtschaft, also Kühe. Und so viel Speck, wie gegessen wird, kann niemals das ganze Schweinefleisch aus Südtirol sein!

IchSageWasIchDenke
IchSageWasIchDenke
Superredner
25 Tage 2 h

@querdenkerin

Ganz genau, leider kapieren das einige nicht.
Hausverstand einschalten

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
25 Tage 1 h

@querdenkerin

Beim Parma-Schinken dürften auch keine ausländischen Schweine verwendet werden.

IchSageWasIchDenke
IchSageWasIchDenke
Superredner
24 Tage 14 h

@orschgeige

Fürn Parma-schinken terfn die Schweine aus 10(!!!) Italienischen Provinzen kemen, dei 1. genua Plotz für riesige Schweinezuchthöfe hoben und 2. ihre Schweine liaber für ihren geliebten Rohschinken hernemmen als für die Speckproduktion und 3. Ears mit die sem Schweine wieder nit “Südtirol gga”

zockl
zockl
Superredner
25 Tage 3 h

mein Gott es wird besonders bei sog.”Bio”-Produkten gelogen, daß sich die Balken biegen 
– 2012 sind alleine aus Italien 750.000 Tonnen(!) 
gefälschte “Bio”-Lebensmittel nur in Deutschland aufgeflogen – wenn das Wörtchen “Bio” eine Verdreifachung des Preises bewirkt ist der Anreiz eben stark

OrB
OrB
Universalgelehrter
25 Tage 5 h

Richtig!

Faber
Faber
Neuling
25 Tage 4 h

Richtig so, denn ein Imageschaden ist bei weitem schlechter für diese Firmen als läppische 20.000 Euro Strafen.

Parteikartl
Parteikartl
Grünschnabel
25 Tage 4 h

Beim Speck, g.g.A. kimmt der Schlegel aus ganz Europa, es genügt den Stempel auf der “Schwarte” (sichtbar).
Nur die Verarbeitung ist ausschlaggebend bzgl. der G:.G,A. die muß in Südtirol erfolgen.
Folgedessen – lt. Bericht – stammen diese aus A dem Mutterhaus des beanstandeten Betriebes
Interessante Frage: Wie kann ein “Kaiserteil” rückverfolgt werden, um die Herkunft zu bestimmen oder sogar den Zuchtstall?

Knedl
Knedl
Grünschnabel
25 Tage 1 h

Jo und a schlegel aus Deutschland österreich oder holland… igitt wia konn man de essen de sein sicher giftig… na bitte die leit moanen olle jedes schwein kimp gan sarner bio bauern… ober zohln wellet a koaner nicht…

peterle
peterle
Superredner
25 Tage 51 Min

Giftig nicht, Hormonschleudern ja.

Staenkerer
24 Tage 12 h
i glab wenn mir ollm wissatenbwos in de lebensmittel drinn isch, de mir täglich zum kochn verwenden nor sogatn mir öfter igit als nit! oder giftig? na, sell nit, denn sem wornbolle kronk, oder hot amoll jemand überleg wo des mehl herkimmt vom frühstücksbrötchen? wos sem olles drinn sein kannt? der reis, der meis, de kartoffl ….? wo kimms her, wie werds ungebaut, wie werds verorbeitet und wo? mir wern ins drun gewöhnen müßn, denn es werd sicher nit besser, wenn nor werds letzer, denn olleweilehr leit brauchn essn, also werd a olles drungsetzt wern das es mehr ernte gib… Weiterlesen »
So ist das
So ist das
Universalgelehrter
25 Tage 3 h

Betriebe beim Namen nennen, wäre wohl der erste vertrauenswürdige Schritt.

Erich59
Erich59
Grünschnabel
25 Tage 1 h

Nur der Speck für den Reinhold Messner wirbt, wird wohl der originale Südtiroler sein.

Rosenrot
Rosenrot
Grünschnabel
25 Tage 1 h

Wo Herr Andreaus recht hat, hat er recht. Wenn die Ware aus Österreich kommt, muss auch Österreich draufstehen, sonst fühlt man sich hintergangen.

schreibt...
schreibt...
Tratscher
25 Tage 1 h

Man sehe zB “das System Milch”! Das sagt schon alles! 😱

peterle
peterle
Superredner
25 Tage 3 h

Da habe ich erst kürztlich von Einem der Speckhersteller in seinem Werbeauftritt gelesen dass sein Export in die ganze Welt einschliesslich der USA gemacht wird. Ob dabei die ganzen Herkunftdaten welche auf dem Etikett aufscheinen müssen stimmen ……. ich habe meine Zweifel.

altmeraner
altmeraner
Grünschnabel
24 Tage 21 h

Sind die Betriebe bereits verurteilt, oder besteht nur der Verdacht? Zahlt die Verbraucherzentrale den entstandenen wirtschaftlichen Schaden im Falle eines Freispruchs? Oder ist jetzt die Verbraucherzentrale eine gerichtliche Instanz für die die Unschuldsvermutung nicht gilt? Solche Forderungen von einem mit öffentlichen Geldern finanzierten Amt würde ich als höchst bedenklich, und einer Demokratie unwürdig einstufen.

Nobodyisperfect
Nobodyisperfect
Grünschnabel
25 Tage 1 h

A paar gute Rechtsanwälte und die Sache ist vom Tisch.

Laempel
Laempel
Tratscher
24 Tage 23 h

Dass Lebensmittel beschlagnahmt werden, wenn gesetzliche Bestimmungen bei Herstellung und Verkauf nicht eingehalten wurden, ist in Ordnung. Interessieren würde aber auch, was mit Lebensmitteln nach der Beschlagnahme passiert und ob das dann auch lückenlos nachverfolgbar gemacht und penibelst genau dokumentiert wird, damit es der Bürger jederzeit nachprüfen kann und keine falschen Vermutungen aufkommen.

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
24 Tage 11 h

österreichisches schweinefleisch? ach deswegen war es so gut

ahiga
ahiga
Tratscher
24 Tage 10 h

ich kenn mich in diesem sektor zwar nicht aus…aber wenn dort auch alles so komliziert ist wie in anderen bereichen wundert mich das gar nicht.
und ob das ganze nicht wiedermal extrem aufgeblasen wird…?

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