Von: apa
Der Förderstopp der EU für Wechselrichter aus China lässt die europäische Solarindustrie auf mehr Geschäft hoffen. Hersteller aus Europa wie die deutsche SMA könnten die Produktion hochfahren, um den Bedarf zu decken, ohne dass die Preise stark steigen. Der Grund dafür ist, dass viele Hersteller nach dem Photovoltaik-Boom ohnehin Überkapazitäten haben. Der österreichische Produzent Fronius profitiert vom Förderstopp nicht, weil dieser nur große Freiflächen-Anlagen betrifft.
Fronius baut kleinere Wechselrichter für Photovoltaikanlagen auf Dächern. Die Entscheidung der EU-Kommission begrüßt Fronius dennoch, weil der Richtungsschwenk bedeutet, dass geopolitische Risiken für das Stromnetz ernst genommen werden, wie Fronius-Pressesprecher Stefan Hauer auf APA-Anfrage sagte. Allein aufgrund der Tatsache, dass chinesische Hersteller die technischen Möglichkeiten haben, das europäische Stromnetz ins Schwanken zu bringen, könne China Druck auf die EU ausüben, so Hauer. Er spricht sich dafür aus, auch bei kleineren Anlagen chinesische Hersteller wie Huawei oder Sungrow zu verbannen.
Huawei sieht “Herkunftsdiskriminierung”
Huawei übte am Dienstag Kritik. “Diese Einschränkung entbehrt einer objektiven und nachvollziehbaren Grundlage, stellt eine Herkunftsdiskriminierung dar und verstößt gegen den Grundsatz der fairen und nichtdiskriminierenden Behandlung im internationalen Handel”, teilte die österreichische Huawei-Tochter, die Huawei Technologies Austria GmbH, mit.
Für Huawei ist es nicht der erste Rückschlag in Europa. Die EU will Huawei auch im Mobilfunknetz verbieten. Hintergrund der Sorgen um die Netzsicherheit ist seit Jahren, dass chinesische Firmen gesetzlich zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Staat verpflichtet sind. Befürchtet wird, dass sie auf Anweisung der Führung in Peking Hintertüren einbauen, um etwa im Krisenfall IT- und Telefonnetze zu sabotieren.




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