Ware wird nicht geliefert oder Qualität ist minderwertig

Fake-Shops: Woran ihr sie erkennt

Donnerstag, 19. April 2018 | 07:27 Uhr

Bozen – Immer häufiger berichten Verbraucher, dass sie auf einen sogenannten Fake-Shop, also einen unseriösen Online-Shop, hereingefallen sind. Das Europäische Verbraucherzentrum Italien (EVZ) – Büro Bozen informiert, woran man einen Fake-Shop erkennen und wie man sich schützen kann.

In den letzten Monaten häuften sich die Berichte von Verbrauchern, welche Opfer von Fake-Shops, also von unseriösen Online-Shops, wurden. Die Betroffenen erzählen alle dasselbe: Die im Internet bestellte und im Voraus bezahlte Ware wurde entweder gar nicht geliefert, bei der gelieferten Ware handelt es sich um eine Fälschung oder deren Qualität ist minderwertig.

Da die Rückerstattung des Kaufpreises bzw. die Durchsetzung von anderen Verbraucherrechten (wie beispielsweise der gesetzlichen Garantie) gegenüber den Betreibern von Fake-Shops meist unmöglich ist, ist es umso wichtiger, auf einen Fake-Shop erst gar nicht hereinzufallen.

Wie erkennt man einen Fake-Shop?

Das Angebot ist extrem günstig. Gerade wenn Markenprodukte zu sehr günstigen Preisen angeboten werden, ist Skepsis angebracht. Kein Unternehmen hat etwas zu verschenken, warnen die Verbraucherschützer.

Ein weiterer Punkt, bei dem die Alarmglocken schrillen sollten: Eine Bezahlung ist nur per Vorkasse möglich.

Manchmal enthalten solche Webseiten keine oder nur unvollständige Kontaktdaten des Unternehmens (Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse). Dabei ist die Angabe dieser Informationen vom Gesetzgeber verpflichtend vorgesehen. Die gesetzlichen Informationspflichten werden nicht erfüllt: Informationen zum Rücktritts- bzw. Widerrufsrecht, zur gesetzlichen Garantie, zu den Liefer- und Zahlungsbedingungen fehlen ganz oder teilweise oder sie sind in einem schlechten Deutsch oder Italienisch formuliert (Übersetzungsprogramm).

Ins Auge stechen oft auch auffallend viele negative Bewertungen in Foren oder Bewertungsportalen.

Wie kann man sich vor einem Fake-Shop schützen?

Hat der Internetshop ein Gütesiegel auf seiner Seite, könnt ihr beim Anbieter des Gütesiegels nachfragen, ob der Shop tatsächlich zertifiziert ist. Außerdem sollte man die Kontaktdaten des Unternehmens überprüfen, raten die Verbraucherschützer. Existieren Adresse und Telefonnummer? Ist das Unternehmen bei der Handelskammer eingetragen?

Ein Preisvergleich lohnt sich ebenfalls! Liegt der Preis im betreffenden Shop deutlich unter dem Preis, den andere Händler für dasselbe Produkt verlangen, dann ist Vorsicht geboten. Auch eine fehlerhafte Sprache auf der Webseite ist häufig ein Hinweis darauf, dass es sich um einen unseriösen Online-Shop handelt. Dass eine Homepage eine italienische oder deutsche Domain hat, also auf „.it“ oder .de“ endet, bedeutet nicht, dass es sich um einen italienischen oder deutschen Shop handelt.

Was man tun kann, wenn man auf einen Fake-Shop hereingefallen ist

Macht euer Ihr Rücktrittsrecht geltend. „Dieses kann bis 14 Tage ab Erhalt der Ware ausgeübt werden“, erklären die Verbraucherschützer.

Setzt euch umgehend mit eurem Kreditkartenunternehmen bzw. eurer Bank in Verbindung und stellt einen Chargeback-Antrag, falls die Bezahlung mit Kreditkarte gemacht wurde. Informationen zum Chargeback findet ihr hier.

Auf der Internetseite des EVZ gibt es unter diesem Link Informationen, wie man gefälschte Produkte erkennen kann. Weitere Informationen erteilt das EVZ unter der Telefonnummer 0471/980939 sowie unter info@euroconsumatori.org.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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