Gewinnerprojekt des WS Call 2018

Festival zum Thema Wohnen

Mittwoch, 20. Februar 2019 | 19:20 Uhr

Bozen – Am 23. Februar um 18.00 Uhr findet auf dem Dominikanerplatz 22 die Eröffnung des dritten Siegerprojekts des WS Call 2018 statt. Der WS Call ist ein Wettbewerb der Weigh Station zur Unterstützung der Arbeit von lokalen Künstlern und Kreativen.

Seit 2014 unterstützt die Weigh Station die Branche der Kreativ- und Kulturunternehmen sowie der Freelancer (Freiberufler) in Südtirol. Gefördert wird das Projekt durch die Ausschreibung „LED“ des Jugendamts der Provinz Bozen sowie von der Stadt Bozen. Die Weigh Station hat zunächst die Wall-Community aufgebaut und zahlreiche Initiativen zur Weiterbildung und Workshops organisiert, die eine erste solide Arbeitsgrundlage vermitteln. Darüber hinaus hat das Projekt immer wieder dazu eingeladen, über den Stellenwert der Kreativen und Freiberufler innerhalb des sozialen Gefüges nachzudenken.Nun ist es für die Weigh Station an der Zeit, herauszufinden, woran die Kreativen konkret arbeiten möchten, indem sie sie bei der eigentlichen Produktion begleiten. Dies war durch den WS Call möglich, einer Ausschreibung mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 12.000 Euro (90 Prozent des gesamten Betrags der Projekte werden vom Call gedeckt) für die Projekte sowie durch ein Mentoring als Hilfe bei der Umsetzung. Die Resonanz war wirklich gut: 38 Projektideen wurden eingereicht und 100 neue Künstler traten der Community bei.

Vom 23. Februar bis 10. März 2019 findet in Bozen das multidisziplinäre Festival „TiefKollektiv- Profondocollettivo 2“ statt, das von der Weigh Station im Rahmen des WS Call 2018 ausgezeichnet und unterstützt wird. Das Projekt steht außerdem unter der Schirmherrschaft der Stadt und der Freien Universität Bozen. Es handelt sich dabei um die Fortsetzung von „TiefKollektiv- Profondocollettivo“, der ersten Ausgabe des Festivals, das im vergangenen September in Glurns von GAP Glurns Art Point organisiert wurde.

Es ist ein gemeinschaftliches Projekt, an dem viele Kreative beteiligt sind: Daria Akimenko, Francesca Fattinger, Michele Fucich, Ada Keller, Francesco Ippolito, Silvia Morandi, Caterina Nebl und Sandro Petri. Die Stadt wird durch das Festival zum Schauplatz für Fotoausstellungen, bildende Kunst, Videoarbeiten, Installationen, Workshops und Performances von verschiedensten Künstlern aus Nord-, Süd- und Mittelitalien (einschließlich Südtirol) sowie aus einigen europäischen Ländern. Charakterisierend für die Beiträge ist die Darstellung der Beziehung zwischen dem Menschen und seinem „Lebensraum“ aus verschiedensten Blickwinkeln: Ansichten, Erfahrungen und Bedürfnisse von „außerhalb“ der Stadt Bozen, insbesondere von Orten und Landschaften unserer Halbinsel, werden durch Perspektiven und Erforschungen von „innen heraus“ ergänzt. Die daraus resultierenden Bilder und Szenarien werfen Fragen nach dem zutiefst ursprünglichen, persönlichen, kulturellen und politischen Phänomen des menschlichen Daseins – nämlich dem „Wohnen“ – und der damit verbundenen individuellen und sozialen Frage nach der „Identität“ auf.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Ermittlungs-/ Verhandlungsprozess, der zur Auswahl und Bereitstellung von Räumlichkeiten für Ausstellungen und Begegnungen mit dem Publikum geführt hat. Nach Gesprächen mit verschiedenen Experten und in Anlehnung an die Idee der Stadt als lebendigen Körper werden Orte gezeigt, die sich weitgehend außerhalb des traditionellen Kunstbetriebs befinden: Schulen, Hotels, Bürger- und Sozialzentren im Stadtviertel, Schaufenster von Geschäften oder Produktionsstätten, Privathäuser, genutzte und stillgelegte Räumlichkeiten und schließlich einige Museumsräume und kulturelle Institutionen. Da die Aufmerksamkeit auf eine komplexe städtische Gestaltung gerichtet war, umfasste der Forschungsprozess die gesamte Fläche der Stadt Bozen, wobei das Zentrum mit seinen einzelnen Vierteln in Verbindung gebracht wurde.

Die ausgestellten Arbeiten und angebotenen Tätigkeiten werden zum Anstoß für den Austausch und die Interaktion mit der Bozner Gemeinschaft und laden zur Begegnung sowie zu persönlichen Schilderungen von verschiedenen „Akteuren“ der Stadt (individuell, sozial, wirtschaftlich) ein, die einen Bezug zu den Themen des Festivals haben.

Neben den in der ganzen Stadt verteilten Ausstellungen werden an verschiedenen Stellen dialogische Besichtigungen und Workshops in verschiedenen Sprachen angeboten, die sich an die Stadtviertel, besondere Gemeinschaften sowie an die breite Öffentlichkeit richten. Während der zwei Wochen werden Spaziergänge und Talks mit Künstlern und Experten an verschiedenen Orten sowie thematische Dialoge zwischen Künstlern, Betreibern und Experten, aber auch Bürgern, Bewohnern und allen, die sich mit der Thematik befassen wollen, durchgeführt. Durch die Hybridisierung von städtischem Raum, auch außerhalb des offiziellen Ausstellungssystems, soll die Stadt in einer völlig neuen geografischen Form wahrgenommen werden: Ein Weg zwischen bewohntem Raum und anderen Raumarten, die alle mit potentiellen Geschichten, Erfahrungen, Wünschen und Neigungen verbunden sind. Zu den Protagonisten gehören die Soziologin Marianella Sclavi, die Psychotherapeutin Andrea Bernardi, die Fotografen Mario Cresci und Walter Niedermayr.

Das Festival beginnt am 23. Februar um 17.00 Uhr auf dem Dominikanerplatz 22 in Bozen mit der Eröffnung in Anwesenheit der Kuratoren und Künstler sowie mit der Besichtigung der Ausstellungen von Valentina De Rosa und Vincenzo Pagliuca. Um 17.30 Uhr geht es im Foyer D der unibz mit einem Walk-talk weiter: Besichtigung der Ausstellungen von Francesca Balducci, Iolanda di Bonaventura, Maurizio Espopsito, Guido Morgavi, Paola Pasquaretta, um 18.30 Uhr beginnt dann im Stadtmuseum der erste Vortrag Terre “alte” e “fragili”. Sguardi e racconti incrociati fra Alpi e Appennini. Die Oberfläche der italienischen Halbinsel ist eine Ansammlung von “Hochländern”. Es gibt keinen Grund, die Alpen und den Apennin als zwei getrennte und isolierte Welten zu betrachten. Die italienischen Gebirgszüge weisen Unterschiede auf, teilen aber auch Themen und Probleme, Wunden und Bedürfnisse. Ein Dialog zwischen Experten, Aktivisten und Künstlern im Zeichen der Zugehörigkeit. Mit Daniele Capra (Architekt), Fabrizio D’Angelo und Alessandro Moretto (Isoipse-Verein, Belluno), Alastair Fuad-Luke (UniBz), Gaia Palmisani (Philosophin, Rhizomatic Design), ein Vertreter von Basis (Schlanders), Francesca Ziller (Architektin).

Das Festivalprogramm dauert 15 Tage und verteilt sich auf verschiedene Einrichtungen der Stadt (das Stadtmuseum, das Lido Bozen, das Dominikanerkloster, einige Zimmer im Hotel Mondschein sowie im Stadthotel, zu den beteiligten Stadtteilen gehören Ortler/ Kaiserau, Don Bosco, Sigmundskron).

Programm: https://weighstation.eu/ events/tiefkollektiv- profondocollettivo-2-festival/ .

Von: bba

Bezirk: Bozen

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