Von: APA/dpa-AFX
Die Preise für europäisches Erdgas und Brent-Erdöl sind am Donnerstag deutlich gestiegen. Katars bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Nachmittag um 12,9 Prozent auf 61,67 Euro je MWh zu, lag zeitweise um etwa 25 Prozent im Plus. Der Preis für Brent-Rohöl stieg zeitweise auf nahe 120 Dollar.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer massiven Bombardierung des wichtigen Gasfelds “South Pars” gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er online. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff “mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat”. Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde – solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.
Sorgen vor Lieferengpässen werden stärker
Die Sorgen vor Lieferengpässen werden immer stärker, nachdem der Krieg im Nahen Osten in seine dritte Woche geht. Die starken Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Jetzt kommen auch Angriffe auf Gasfelder hinzu. Dies könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen.
Der TTF-Preis hatte vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran bei lediglich 31 Euro gelegen. Er hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Wegen des Preissprungs wird die Wiederbefüllung der Gasspeicher in Europa heuer nach Einschätzung von Speicherbetreibern eine große Herausforderung. Da auch der Strommarkt noch immer, vor allem im Winter, stark von Gaskraftwerken abhängig ist, wirkt sich der Gaspreis auch auf die Strompreise aus.
Brent zeitweise nahe 120 Dollar
Auch die Ölpreise legten am Donnerstag angesichts der zugespitzten Lage im Nahen Osten deutlich zu, gaben einen Teil der Zuwächse im Tagesverlauf aber auch wieder ab. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent legte zeitweise auf fast 120 US-Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Er lag nur knapp unter dem höchsten Stand, der seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran erreicht worden war.
Am Nachmittag wurde Rohöl der Sorte Brent wieder tiefer bei 110,80 Dollar gehandelt. Das sind aber immer noch rund drei Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für Rohöl aus den USA der US-Sorte WTI stieg ebenfalls um etwa drei Prozent auf 99,12 Dollar. Allerdings ist die Differenz zwischen Brent und WTI im Tagesverlauf so groß wie seit Anfang 2015 nicht mehr gewesen.




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