WIFO-Wirtschaftsbarometer für Herbst 2021

Gastgewerbe: Nach guter Sommersaison Ungewissheit für 2022

Mittwoch, 01. Dezember 2021 | 09:40 Uhr

Bozen – Die Herbstausgabe des Wirtschaftsbarometers vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen zeigt eine Verbesserung des Geschäftsklimas im Südtiroler Gastgewerbe. Die Bewertungen der Unternehmerinnen und Unternehmer zur Ertragslage im laufenden Jahr wurden von der guten Entwicklung der Sommersaison positiv beeinflusst, auch wenn über ein Fünftel der Unternehmen immer noch mit einem unbefriedigenden Betriebsergebnis rechnet. Die Einschätzungen für 2022 sind zwar positiv, es herrscht aber große Ungewissheit über die Entwicklung der Pandemie in den kommenden Monaten.

Hier geht es zum PDF! (Entwicklung der touristischen Nächtigungen 2019 – 2021)

Im Sommer hat der Touristenstrom nach Südtirol zugenommen. Von Mai bis Oktober wurden 5,9 Millionen mehr Nächtigungen als im Vorjahreszeitraum verzeichnet, was einer Zunahme von 40,4 Prozent entspricht. Der Aufschwung ist hauptsächlich auf deutsche Touristen zurückzuführen, aber auch die Gäste aus dem sonstigen Ausland und aus Italien haben zugenommen. Der Arbeitsmarkt bietet eine weitere Bestätigung für den positiven Trend der Sommersaison: Von Mai bis Oktober war die Zahl der Arbeitnehmer im Tourismussektor im Durchschnitt um 20,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Hier geht es zum PDF! (Ertragslage im Gastgewerbe – Rückblick bis 2021 und Erwartungen für 2022)

Die Unternehmen im Gastgewerbe berichten auch von einem Umsatzwachstum im Mai und Juni von knapp 20 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten. Im Juli betrug der Anstieg elf Prozent und im August sieben Prozent. Die positive Entwicklung der letzten Monate reicht jedoch nicht aus, um die hohen Verluste anfangs des Jahres auszugleichen. Etwa ein Drittel der Unternehmerinnen und Unternehmer meldet für das gesamte Jahr 2021 sogar ein geringeres Geschäftsvolumen als 2020. Die Ertragslage wird auch heuer von mehr als einem Fünftel der Unternehmen als „schlecht“ bewertet.

Hier geht es zum PDF! (Gastgewerbe – Ertragslage nach Branchen)

Betrachtet man die einzelnen Branchen des Gastgewerbes, so ist die deutlichste Verbesserung des Geschäftsklimas in der Beherbergung zu beobachten. Diese Branche hat am meisten von der Erholung in der Sommersaison profitiert. Die Stimmung bei den Bars, Cafés und in der Gastronomie ist hingegen verhaltener. Insbesondere in der Gastronomiebranche war der Umsatzanstieg heuer begrenzt, was zum Teil auf die begrenzte Möglichkeit zurückzuführen ist, die Steigerung der Betriebskosten durch die Verkaufspreise auszugleichen.

Im Hinblick auf das kommende Jahr gibt es große Ungewissheit. Mehr als ein Drittel der Befragten hat keine Einschätzung zur Ertragslage im Jahr 2022 abgegeben. Jene Unternehmen, welche eine Vorhersage getroffen haben, blicken aber zuversichtlich auf das kommende Jahr: Man geht von einem Umsatzanstieg im Vergleich zu 2021 aus, vor allem aufgrund der erwarteten Erholung des Touristenstroms aus dem Ausland. Mehr als neun von zehn Betrieben erhoffen sich, im Jahr 2022 eine befriedigende Rentabilität zu erreichen. Auch bei der Beschäftigung und – in geringerem Maße – bei den Investitionen wird mit einem Aufschwung gerechnet.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, betont die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Entwicklung und den Gesundheitsnotstand in Einklang zu bringen: „Die Impfungen und die strikte Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen sollen heuer die touristische Wintersaison ermöglichen. Jeder muss dazu beitragen, dass wir in den kommenden Monaten mit dem Virus leben können, ohne dass es zu neuen Schließungen kommt. Nur so kann die Zukunft der Unternehmen und der vielen Arbeitnehmer, die direkt oder indirekt vom Tourismussektor abhängen, gesichert werden.“

„Der Tourismus hat im Sommer deutlich angezogen, aber aufgrund der wieder steigenden Infektionszahlen bei uns und anderswo hat der Tourismus einen deutlichen Dämpfer erfahren. Es geht deshalb einmal mehr darum, dass die Bekämpfung der Pandemie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen wird, wo alle ihren Beitrag leisten müssen“, erklärt Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV).

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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16 Kommentare auf "Gastgewerbe: Nach guter Sommersaison Ungewissheit für 2022"


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So ist das
1 Monat 19 Tage

Und das jammern beginnt schon vor dem Start des neuen Jahres.
Wie im Sommer und dann war es trotz Corona eine mehr als gute Saison 🤔

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 19 Tage

So ist das man kanns nicht mehr hören. Zum 🤮

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 19 Tage

@Sag mal …dann können wieder ein paar tolle Hotelklötze in die grüne Wiese gestellt werden…
😆

Krotile
Krotile
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage
Ich kann jeden verstehen, der seine Existenz in Gefahr sieht, weil dauernd die Möglichkeit besteht, dass wieder zugesperrt wird oder dass keine Gäste kommen – umso wichtiger ist es, dass so viele wie nur irgend möglich geimpft sind. Aber bitte, liebe Gastwirte, fangt endlich an den Green Pass ordentlich zu kontrollieren!  Es kann nicht sein, dass WIR unseren Beitrag leisten, uns und unsere ganze Familie impfen lassen, und ihr dann EUERN Beitrag nicht leistet!  Lasst euch auch impfen und kontrolliert den Green Pass der Mitarbeiter und der Gäste ordentlich! Das wäre jedenfalls eine positive Schlagzeile die Urlauber anlockt und nicht… Weiterlesen »
Krissy
Krissy
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

@Krotile
hoffentlich auch die Identität des Inhabers.
Es gab immer wieder Vorfälle, wo Superschlaue den QR-Code einer anderen Person vorwiesen.
Jugendliche müssen schliesslich auch ihren Personalausweis vorweisen, wenn sie was Alkoholisches trinken möchen (ausser….), worum also nicht beim Green-Pass.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

So sehe ichs auch! Gerade unter Gastwirten gabs und gibt es viele schwarze Schafe und sie haben sich zum Teil das Ei selbst gelegt!

Ludwig1
Ludwig1
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

…die Natur würde es uns danken… vor allem der Pragser Wildsee. 

Chrys
Chrys
Superredner
1 Monat 19 Tage

Es war wohl nur fuer sehr wenige eine gute Saison denn Januar bis Mitte Juni war nichts los und der November/Dezember wird wohl auch sehr verhalten sein. Glaube kaum, dass es heuer eine gute Wintersaison geben wird.
Natürlich, wenn man 2011 mit 2020 vergleicht, dann war es gut, aber wenn man 2019 als Maßstab nimmt, dann wohl schon viel weniger. 
Ebenso die, die ihre Hauptsaison ausschließlich in den Sommermonaten haben, die werden glücklich sein, das sind aber in Suedtirol wenige. Der Gardasee z.B. wird wohl auf eine Super Saison zurückblicken können.

Krotile
Krotile
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Chrys – wenn ich mir all die schönen neuen Porsche & Co ansehe, die seit dem Ende der Sommersaison vor so manchem Gastbetrieb stehen, dann denke ich doch, die Saison war ein Erfolg!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Arme Wirte! Ständig müssen sie in Angst leben, nicht reichlich Geld einzunehmen.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

immer schön Jammern weniger ist mehr die Natur sagt Danke

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Selbst eingebrockt

nuisnix
nuisnix
Kinig
1 Monat 19 Tage

Jammerer!!!
Die Ungewissheit lauert überall, immer, jeden Tag aufs neue!!!
Das gilt nicht nur für die Jammerer der Kategorie 1A sondern auch für alle anderen!!!

Techno Guy
Techno Guy
Tratscher
1 Monat 19 Tage

Würde den ganzen Tourismus-Hatern hier mal empfehlen einfach mal ein Gasthaus, eine Bar oder am besten gleich einen “Hotelklotz” zu pachen oder noch besser zu kaufen!

Dann könnt Ihr Euch tagtäglich anhören für was ihr alles verantwortlich gemacht werdet! Ihr könnt Euch dann wundern, dass elementare wirtschaftliche Zusammenhänge vom Großteil der Bevölkerung nicht verstanden werden und deshalb der Tourismus in Südtirol immer der Buhmann sein wird.

Deshalb empfehle ich allen Touristikern keine Rücksicht mehr zu nehmen sondern so zu handeln wie alle anderen! Nämlich egoistisch und ohne Verantwortungsbewusstein!

Tina1
Tina1
Tratscher
1 Monat 19 Tage

Die “Scrooge McDuck” s

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
1 Monat 19 Tage

Wer nicht testet muss fasten.

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