Tagung im Haus der Familie

Generationsübergabe in Familienunternehmen aktiv gestalten

Mittwoch, 25. Februar 2026 | 14:59 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Übergabe eines Familienunternehmens entscheidet über Kontinuität, Innovation und Zusammenhalt. Wer die Betriebsübergabe frühzeitig plant, strukturiert begleitet und offen kommuniziert, stärkt das Unternehmen und die Familie gleichzeitig. Am 9. März 2026 lädt das Haus der Familie am Ritten zur Tagung „Brücken bauen: Generationsübergabe im Familienunternehmen“. Die Veranstaltung bringt Unternehmerfamilien, Nachfolger und Fachleute zusammen und stellt eine der zentralen Zukunftsfragen Südtirols in den Mittelpunkt: Wie kann Generationsübergabe so gestaltet werden, dass wirtschaftliche Stabilität, familiärer Zusammenhalt und unternehmerische Weiterentwicklung gleichzeitig gelingen?

Familienunternehmen prägen die Wirtschaftsstruktur in Südtirol. Sie verbinden Eigentum, Führung und familiäre Beziehungen über Generationen hinweg. Genau darin liegen ihre Stärke, aber auch ihre besondere Herausforderung. Univ.-Prof. Dr. Heiko Kleve, Geschäftsführender Direktor des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) an der Universität Witten/Herdecke, zählt zu den führenden Experten für systemische Nachfolgeprozesse im deutschsprachigen Raum. Er zeigt bei der Tagung, weshalb Generationsübergabe frühzeitige Gespräche, klare Rollen und professionell begleitete Entscheidungsprozesse braucht. „Familienunternehmen unterscheiden sich grundlegend von anderen Betrieben, weil hier nicht nur Eigentum und Führung, sondern auch familiäre Beziehungen über Generationen hinweg weitergegeben werden“, sagt Heiko Kleve. Für ihn entscheidet die Nachfolge nicht nur über die strategische Ausrichtung eines Betriebs, sondern auch über die Stabilität der Unternehmerfamilie. Besonders wichtig ist die Freiwilligkeit der nächsten Generation. „Nur wer auch Nein zur Nachfolge sagen darf, kann wirklich frei Ja dazu sagen“, betont Heiko Kleve. Übergaben gelingen dort, wo Eigentum und operative Führung differenziert betrachtet, Erwartungen offen angesprochen und Entscheidungsprozesse strukturiert begleitet werden.

Um die Vielfalt der Südtiroler Familienunternehmen abzubilden, hat das Haus der Familie die Südtiroler Wirtschaftsverbände mit ins Boot geholt: den Südtiroler Wirtschaftsring; den Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister lvh und die Junghandwerker im lvh; den Unternehmerverband Südtirol; den Südtiroler Bauernbund; den Handels- und Dienstleistungsverband hds; den Hoteliers- und Gastwirteverband HGV; die Handels-, Industrie-, Handwerks-, Tourismus- und Landwirtschaftskammer Bozen. Unternehmer aus verschiedenen Wirtschaftszweigen berichten aus ihrer Praxis und zeigen, wie unterschiedlich Generationsübergabe gestaltet werden kann: Robert Pohlin (Elpo), Patrick Gampenrieder, (Tischlerei Gampenrieder), Hannes Rottensteiner (Hans Rottensteiner GmbH), Antonia Egger (Landesbäuerin), Margit Schwärzer (Schlosserei Schwärzer), Raimund Ausserhofer (Nordwal AG), Eva Berger (Hotel Post Gries), Sofia Pallua (OBI Südtirol), Daniela Niederstätter (Niederstätter AG), Andreas Plaickner (My Arbor), Simon Thun (THUN).

Bezirk: Salten/Schlern

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