Von der Försterin zur leidenschaftlichen Bäuerin

Gerti Heiss Rier ist Bäuerin des Jahres 2026

Sonntag, 22. März 2026 | 15:54 Uhr

Von: mk

Kastelruth – Naturverbunden, Familienmensch, bodenständig, verlässlich, selbstbewusst, vielseitig, zielstrebig, offen für Neues – das zeichnet Gerti Heiss aus. Sie wurde vom Landesbäuerinnenrat stellvertretend für alle Bäuerinnen des Landes zur Bäuerin des Jahres 2026 gewählt. In vorbildlicher Weise gestaltet sie die Landwirtschaft am Gschtraffhof in St. Valentin bei Kastelruth aktiv und innovativ mit. Die Auszeichnung der Südtiroler Bäuerinnenorganisation wird heute beim 45. Landesbäuerinnentag in Bozen zum 19. Mal Dank der Stiftung Südtiroler Sparkasse vergeben.

Die 35-jährige Bäuerin beeindruckt durch ihre Verbindung von traditionellem Wissen und tief gelebter Naturverbundenheit. Gerti Heiss steht als inspirierendes Beispiel dafür, wie bäuerliche Familienbetriebe mit Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Innovationsfreude in eine erfolgreiche Zukunft geführt werden können.

Von der Försterin zur leidenschaftlichen Bäuerin

Gerti Heiss fand ihren Weg zur Landwirtschaft über die Natur selbst: Die gebürtige Sarnerin war viele Jahre als Försterin tätig. Seit 2020 lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann Markus Rier und den beiden Kindern Philipp und Anna auf dem Gschtraffhof, der seit Generationen im Familienbesitz ist. Sie hat sich bewusst für den Beruf Bäuerin entschieden: „Bäuerin zu sein bedeutet für mich, Verantwortung für Familie, Tiere und Natur zu tragen – und gleichzeitig etwas Sinnvolles für die Zukunft zu schaffen.“
Verwurzelt in Natur, geprägt von Vielfalt

Der Gschtraffhof ist ein Milchwirtschaftsbetrieb mit Urlaub auf dem Bauernhof. Neben Fleckvieh hält die Familie auch Wagyu-Rinder, deren Fleischqualität weit über die Region hinaus geschätzt wird. Mit großem Einsatz kümmern sich Gerti und Markus außerdem um Hühner, Pferde, Katzen, Hofhund Charly und eine wachsende Zahl an Bienenvölkern und natürlich ihren Gästen.

Besonders am Herzen liegt Gerti ihr vielfältiger Bauerngarten. Der Erhalt alter Gemüsesorten, naturnahe Anbaumethoden in Mischkultur, der Schutz der Biodiversität und die Weitergabe von Saatgut sind ihr zentrale Anliegen. „Alte Sorten zu pflegen, bedeutet für mich, wertvolles Wissen und robuste Vielfalt für kommende Generationen zu bewahren“, erklärt die Bäuerin des Jahres.

Eine Bäuerin, die begeistert

Als engagierte Bäuerin inspiriert sie besonders junge Frauen in der Landwirtschaft, selbstbewusst mitzuwirken und dem eigenen Hof eine persönliche Handschrift zu geben. „Nur wenn wir tun, was uns Freude macht, können wir langfristig mit Motivation arbeiten“, betont sie.

Ihre Kraftquellen bleiben dabei die Natur, ihre Tiere, die Arbeit im Garten und die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie. Gerti zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll kleinstrukturierte Bauernhöfe für Kulturlandschaft, regionale Lebensmittelproduktion und familiäres Miteinander sind.

Stellvertretend für alle Bäuerinnen

Für Gerti Heiss bedeutet die Auszeichnung Bäuerin des Jahres Wertschätzung für die tägliche Arbeit auf den Höfen: „Diese Auszeichnung nehme ich stellvertretend für alle Bäuerinnen entgegen, die mit Herz, Verantwortung und Kompetenz ihre Familienbetriebe tragen. Sie ist für mich zugleich Ansporn, meinen Weg mit Freude, Engagement und Kreativität weiterzugehen. Ich möchte zeigen, wie vielfältig und bedeutend die Arbeit von Bäuerinnen ist, und andere Frauen ermutigen, ihre Begeisterung für die Landwirtschaft zu leben.“

Bezirk: Salten/Schlern

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