Handwerk hat 2018 viele Höhepunkte erlebt

Handwerk: “Kleinbetriebe vor Bürokratie-Burnout”

Donnerstag, 27. Dezember 2018 | 11:16 Uhr

Bozen – Das Südtiroler Handwerk hat im vergangenen Jahr zahlreiche Höhepunkte erlebt. Die positive Konjunktur spiegelt sich in der sehr guten Umsatzentwicklung und in dem angestiegenen Investitionsklima wider. Allerdings stehen die kleinen Betriebe kurz vor einem Bürokratie-Burnout, wie der lvh berichtet.

Das laufende Jahr geht dem Ende zu. „Grund genug, um Bilanz zu ziehen, auf das Erreichte zurückzublicken und die zukünftigen Themen anzugehen“, findet der geschäftsführende lvh-Präsident Martin Haller. “Im Jahr 2018 hat es sehr viele positive Momente gegeben. Die gute Auftrags- und Beschäftigungslage stimmt Arbeitgeber und Arbeitnehmer positiv. Die Investitionsbereitschaft und die Wachstumsmöglichkeiten wirken sich positiv auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Das Handwerk befindet sich in einer bedeutenden Umbruchphase. Durch die veränderte Lebenswelt der Kunden und die neuen digitalen Möglichkeiten kommen im Handwerk neue Technologien, neue Materialen und innovative Anwendungen zum Einsatz. Die Vernetzungsmöglichkeiten werden immer größer. Heute lassen sich komplexe Bauprojekte bis ins kleinste Detail auf mehreren virtuellen Ebenen und von verschiedenen Schnittstellen aus digital nachvollziehen. Handwerker sind nicht nur spezialisierte Fertigerer, sondern Fachleute für moderne digitale Technologieprozesse geworden. Dank ihres Know-hows und der steten Neugier für Problemlösungen können neue Wege beschritten und Innovationen hervorgebracht werden“, erklärt Haller. Das Fundament für diese Leistung bilde die Ausbildung im Handwerk. Besonders das in Italien einzigartige Modell der Dualen Ausbildung bringe ausgebildete Fachleute hervor.

Im heurigen Jahren wurden gleich mehrere Meilensteine für die Berufsausbildung umgesetzt. So startete im Herbst erstmals der Vorbereitungskurs für die Berufsmatura. Gleichwertig mit dem Bachelor soll zukünftig der Meisterbrief sein. In Zusammenarbeit mit der Südtiroler Landesregierung soll der Meisterbrief des Landes Südtirol dem Niveau sechs des italienischen Qualifikationsrahmens (NQR) und damit des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zugeordnet werden. „Damit wird die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit der akademischen und beruflichen Ausbildung immer mehr Realität und wir sprechen – egal ob berufliche oder akademische Ausbildung – von Ausbildungswegen erster Kategorie“, bringt es Haller auf den Punkt. Alte Klischees zum Thema Handwerk aus den Köpfen der Menschen zu verdrängen und die verschiedenen Karrieremöglichkeiten im Handwerk aufzuzeigen, sei eines der primären Ziele der Imagekampagne „Generation H“.

Einziger Wermutstropfen der gesamten Entwicklung sei, dass die Unternehmergewinne nicht im selben Maß zugenommen haben wie die die Auftrags- und Beschäftigungszahlen. “Die Preise für die Arbeitsleistung selbst sind relativ niedrig, sodass es den Unternehmen nicht gelingt, die Preise auf ein Niveau anzuheben, um einen angemessenen Unternehmergewinn und Rücklagen für Investitionen und eventuelle Ausfälle zu schaffen.”

“Interessensvertretung stärken”

Kleine Betriebe noch besser und effizienter zu vertreten auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene gehört zu den wichtigsten Zielen des lvh für 2019. Europaweit sind über 90 Prozent der Unternehmen kleinstrukturiert. „Und dennoch sind die Maßnahmen, die für diese Unternehmerrealität definiert werden, immer noch unzureichend. Was nützt uns ein Small Business Act, wenn die Gesetze nur für die großen Konzerne geschrieben werden“, fragt lvh-Vizepräsident Giorgio Bergamo. “In Südtirol darf man hoffen, dass mit dem Einzug von Gert Lanz ein neuer direkter Draht zur Politik für die Betriebe aller Wirtschaftssektoren entstehen wird. Es gibt viele Themen, die wir in Angriff nehmen müssen. Die kleinen Betriebe stehen kurz vor einem Bürokratie-Burnout“, beklagt Bergamo. Konkret gehe es um die Vereinfachung von bürokratischen Auflagen, um die Nutzung von Steuerreduzierungsspielräumen, ein sinnvolles Jugendschutzgesetz und eine schlankere und schnellere Abwicklung von Förderansuchen. Fruchtbringende Lösungsansätze seien für den Fachkräftemangel erforderlich, welcher gleich wie in Österreich, Deutschland und der Schweiz auch hierzulande immer akuter werde.

2019: Die Zukunft entsteht aus der Gegenwart

Kfz-Mechatroniker begreifen Fahrzeuge als System, Elektrotechniker planen und installieren smarte Anwendungen im Sinne des Smart-Livings, Drohnen gehören für Dachdecker mittlerweile zu den gängigen Arbeitsmitteln. Kurzum: Die Digitalisierung wird das Handwerk auch in Zukunft verwandeln. Dabei bringen erfahrene Könner ihr Wissen und Traditionsbewusstsein ein und generieren so einen stetigen Innovationsprozess. „Die Stärke des Handwerks liegt darin, für verschiedene individuelle Anfragen rasch eine Lösung auszudenken. Dank digitaler Mittel kann Bewährtes mit Neuem noch schneller, flexibler und individueller verbunden werden. Das Handwerk ist sehr wandlungsfähig und in der Lage, immer auf der Höhe der Zeit zu sein“, betont Martin Haller.

Bei diesem Prozess werde auch die Mobilität eine große Rolle spielen. Nicht nur in den Städten, wo zum Teil bereits Dieselfahrverbote in Kraft sind und gerade Handwerker und Lieferanten vor neue Herausforderungen stellen. Auch die Entwicklung in der Automobilindustrie selbst bringe neue Technologien und Angebote auf den Markt. „Denken wir beispielsweise an autonom fahrende Busse oder assistenzgesteuerte Autos, an die logistischen Erfordernisse aufgrund des blühenden Online-Handels oder an die neuen Transportkapazitäten dank besserer Infrastrukturen wie den BBT.”

Vorfahrt für KMU

Um Südtirols Betriebe auf ihrem Wachstumskurs zu unterstützen, will der lvh auch weiterhin gute Lobbyarbeit leisten. „In Südtirol müssen vor allem Standort- und Wettwettbewerbsnachteile ausgeglichen werden. Gerade dezentral gelegene Unternehmen sind auf gute Rahmenbedingungen angewiesen und darauf wollen wir gemeinsam mit der Politik hinarbeiten“, erklärt Haller. Fruchtbringend seien Maßnahmen zur Förderung der Realwirtschaft. “Hierzu zählen auf Kleinbetriebe zugeschnittene Steuererleichterungen, Gesetze und Fördermittel, aber auch die Entwicklung einer neuen Ausbildungsstrategie. Das Südtiroler Handwerk ist ein bedeutender Leistungsmotor, der zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze generiert. Gleichzeitig ist das Handwerk der Spiegel unserer Gesellschaft: Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch der Gesellschaft gut“, unterstreicht Martin Haller.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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36 Kommentare auf "Handwerk: “Kleinbetriebe vor Bürokratie-Burnout”"


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OrB
OrB
Universalgelehrter
23 Tage 3 h

Alles gut und recht, aber wieviele Angestellte
haben dieses Jahr mehr geleistet und verdienen auch nicht mehr?
Wer kümmert sich um die Angestellten der Mittelschicht?
Wo bleiben unsere Steuererleichterungen?
Warum darf der Private sogut wie gar nichts abschreiben?

ahiga
ahiga
Tratscher
23 Tage 3 h

hey…du bist in italien..hier kümmert sich niemand um gar nix…
außer den normalo bürger auszunehmen bis zum geht nicht mehr..
egal ob unternehmer oder angestellter

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 23 h

@ahiga hallo das war bis jetzt unter renzi und linke konsorten …..nun mit dimaio und salvini wird sich alles ändern, die regierung der veränderungen hat es drauf euch allen glück zu bescheren und die armut in italien abzuschaffen….”gaudeamus igitur”

m69
m69
Kinig
22 Tage 22 h

Falschauer @

LOL, niemand weiß, ob sie es schaffen!
Aber diese Regierung probiert es zumindest!

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
21 Tage 22 h

OrB – die Angestellten der Mittelschicht waren schon immer Ziel  der skrupellosen Ausbeutung durch den Staat und seine Organisationen

wellen
wellen
Superredner
22 Tage 23 h

Was Handwerker sind Fachleute für moderne Technologien? Wäre froh wenn der Fliesenleger endlich auftaucht. Eindruck, die nehmen alle Aufträge an und sind danach heillos überfordert, versprechen, halten nix, schludern statt genau zu arbeiten…von wegen Bürokratieburnout. Wäre froh wenn sie ihr HANDwerk erledigen würden.

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 22 h

du hattest eben pech, oder das günstigste angebot berücksichtigt, also darf man sich nicht wundern….in der regel sind die südtiroler handwerker 1a sonst würden sie nicht in vielen der besten häuser in ganz italien arbeiten

Andreas
Andreas
Superredner
22 Tage 18 h

muasch lei olm in billigsten nemmen…. nor kloppets a 😉

m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

wellen

das was Du schreibst ist leider wahr!!!! Shit!!!

aber nicht alle Handwerker arbeiten so, zum Glück!

m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

@falschauer 

so ist es falschauer,
es sollte noch mehr Wert auf Ausbildung und Weiterbildung gelegt werden, was auch zum Teil schon geschieht!

m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

@Andreas 

ich verstehe deinen ironischen Post!

Früher wenn ich noch Selbständig war und mich jemand gefragt hat bzgl. einer “gemachten Arbeit” von einer fremden Firma, habe ich Folgendes zum Kunden gesagt:

Wenn die Arbeit ein Pfusch war, habe ich gesagt, dass der Kunde die Arbeit bekommen hat für die “Er” bezahlt hat!

Wenn es eine Arbeit war die den Normen Entsprochen hat und Fachgerecht gemacht wurde, wurde das auch von mir honoriert,
indem ich gesagt habe, dass es eine Fachgerechte Arbeit war…

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
22 Tage 22 h

Die Bürokratie macht mittlerweile mehr aus als die zu verrichtende Arbeit…

longwolf
longwolf
Tratscher
22 Tage 20 h

Ist leider notwendig. Ihr wollt die Bargeldschieberei, dann ist die Schreiberei notwendig.Oder genau wie vor dem Gleichberechtigungsgehäule, als noch ein Einkommen gereicht hat. Jetzt arbeiten halt zwei für ein Einkommen. Vater Staat ist nicht so dumm.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
22 Tage 19 h

@longwolf was heist hier “ihr”….ich gehöre nicht zu den Bargeldempfängern…

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 18 h

@longwolf irgendwie habe ich den eindruck dass du krank bist, den jemand mit einem gesunden hausverstand kann doch nicht solche statements abgeben

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 18 h

@sakrihittn vergiss longwolf dem musst du arabisch schreiben damit er dich versteht

m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

@falschauer 

ich habe den Post von @longwolf  “so” verstanden, dass früher ein Einkommen gereicht hat, um eine Familie “durchzufüttern” während heute man zwei Einkommen braucht! 

ist doch nicht so schwer, oder falschauer ?

Alf-A.Romeo
Alf-A.Romeo
Grünschnabel
22 Tage 16 h

@falschauer

der ist nicht krank,
der schwebt auf einer anderen Ebene,
die wir  aber nie erreichen werden!
Gott sei Dank.

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 8 h

@m69 meine aussage bezog ich auf die bargeldschieberei

Supergscheider
Supergscheider
Tratscher
23 Tage 2 h

Soviel zum Thema Bürokratie Abbau , kaum zu glauben daß es möglich ist immer mehr Zettelwirtschaft zu generieren.
Kenne das System in der Schweiz und leider auch hierzulande,der Unterschied ist so Eklatant das ich mich schon frage ob unsere Verwalter nicht mehr Alle beieinander haben. Aber da wir trotzdem die Allerbesten sind gebe ich die Hoffnung entgültige auf .

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 22 h

dass ein kleinstunternehmen ohne wirtschafts- steuerberater unmöglich auskommt und dass sogar diese auf zack sein müssen und oft selbst nicht wissen wo es lang geht, da vieles kurzfrustig in kraft tretet und dann wieder aufgeschoben werden muss, weil sich, sorry, “kein schwein” zurechtfinden kann sagt wohl alles aus!!!!…..benzinkarte und elektronische rechnung sind die nächsten hürden welche zu nehmen sind…🤮

Susi
Susi
Grünschnabel
22 Tage 22 h

@UrB und @wellen 
Da sprechen mal wieder die Gelehrten, die gar nicht wissen, was hinter so einer Arbeit alles steckt. Ihr seid wahrscheinlich die Beamten was krähen und meinen die Welt geht unter, wenn der Wasserhahn tropft und sich dann beschweren, weil keiner bei euch auf die Sekunde bereit steht. Der Handwerker verdient für mich den größten Respekt!

OrB
OrB
Universalgelehrter
22 Tage 19 h

@Susi
Ich beklage mich nicht über den Handwerker!!!! (lies bitte nach was ich geschrieben habe)
Es geht darum dass in Südtirol jede Lobby einen oder mehrere Vertreter in der Politik hat und sich leider keine Sau um den Mittelstand kümmert.

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 18 h

@OrB das stimmt auch wieder nicht, außer du verstehst unter mittelstand etwas anderes wie ich….

Andreas
Andreas
Superredner
22 Tage 18 h
m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

@OrB 

ich teile deinen Post zu 100%!

m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

@falschauer @OrB 

ganz sicher tust Du das falschauer, bzgl. Mittelstand!

OrB
OrB
Universalgelehrter
21 Tage 21 h

@falschauer
Sicher meinen wir etwas anderes!

Hausverstand
Hausverstand
Grünschnabel
22 Tage 19 h

Handwerk wird schlecht bezahlt,also sperrt zu….

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 18 h

zusperren bedeutet 1000ende arbeitslose, ist dir das klar, oder schreibst du nur um irgendetwas zu schreiben

m69
m69
Kinig
22 Tage 17 h

Hausverstand

stimmt nicht! 

zumindest aus meiner Erfahrung.

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
22 Tage 9 h

@Hausverstand
Und wer montiert dir Zuhause die Lampe oder repariert die Heizung?
Ohne Handwerker sitzt ihr im Dunkeln und benützt eine Camping Toilette oder Plumpsklo!

Sun
Sun
Superredner
22 Tage 8 h

Falschauer bei 70% der Foristen reicht der IQ gerade mal um zu atmen…..

falschauer
falschauer
Superredner
22 Tage 3 h

@Sun 🤣🤣🤣

Rosenrot
Rosenrot
Grünschnabel
22 Tage 22 h

Solange Gemeinde, Land und Staat – nicht zu vergessen der Steuerberater – die Unternehmen finanziell dermaßen aussaugt, wundert mich gar nichts mehr. Zettel, Zettel und nichts als Zettel…..zum produktiven Arbeiten kommt man schon gar nicht mehr, man muss sich um die Zettelwirtschaft der hier Genannten kümmern.
Wirklich zum Kotzen!

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
21 Tage 21 h
Rosenrot – die vielen (nutzlosen) Zettel sind dazu da dass man bei einer Kontrolle immer etwas findet um Strafen zu kassieren. Das ist nur eine neue Variante um die Steuereinnahmen zu erhöhen. Als ich in Pension ging schrieb mir das INPS: wenn ich in Pension weiter arbeiten will muss ich eine “una Tantum” bezahlen, Dann HABE ICH ANREHT AUF VÖLLIGE KUMULIERUNG ZWISCHEN RENTE UND EINKOMMEN  O H N E  IRGEND EINEN BETRAG ZAHLEN ZU MÜSSEN. Also zahlte ich die “Una tantum” und glaubte in Ordnung zu sein. Nach einigen Jahren erhielt ich mehrere Zahlungsaufforderungen für nicht bezahlte Beiträge.14.000 € Nachzahlung… Weiterlesen »
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